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Redaktion

KOMMENTAR - SNAP
Wer mit Freunden und Bekannten Bilder und Nachrichten über die sozialen Medien teilt, die nach kurzer Zeit wieder verschwinden sollen, für den ist der Messaging-Dienst Snap die erste Wahl. In der Kommunikation mit Investoren dürfte sich Snap nicht durchsetzen. Firmengründer Evan Spiegel wird sich dennoch gewünscht haben, die Zahlen zum Auftaktquartal nur für wenige Sekunden auf den Tisch legen zu müssen. Das Start-up, das Anfang März fulminant an der Börse gestartet war, hat im Rahmen des ersten Tests als öffentlich notiertes Unternehmen alle Erwartungen verfehlt. Die Aktie stürzte um mehr als ein Fünftel ab und notiert nur noch knapp oberhalb des Angebotspreises, nachdem Snap über einen im Vergleich zum Vorquartal sinkenden Umsatz und über enttäuschende Nutzerzuwächse berichtet hatte. Hinzu kommt ein Milliardenverlust, der auf außergewöhnlich üppige aktienbasierte Vergütungen im Rahmen des IPO zurückzuführen ist.

Investoren von Snap finden sich zehn Wochen nach dem Börsengang in der Twitter-Falle wieder. Der Kurznachrichtendienst war im November 2013 ebenfalls mit hohen Erwartungen an der Börse gestartet und hatte am ersten Tag mehr als 70 % zugelegt, nur um nach der Vorlage der ersten Geschäftszahlen um ein Viertel einzubrechen. Snap hatte zum Auftakt mehr als 40 % oberhalb des IPO-Preises eröffnet und stürzte jetzt ebenfalls ab, weil Marktbeobachter - wie damals bei Twitter - ihre Sorge bestätigt sehen, dass Snap ihre Erlöse im Werbegeschäft nicht schnell genug steigern kann, um eine Bewertung von annähernd 30 Mrd. Dollar zu rechtfertigen.

Auch das soziale Netzwerk Facebook, das im Frühjahr 2012 an die Börse kam, hatte mit seinen ersten Quartalszahlen die Erwartungen enttäuscht. Seither hat sich der Konzern zu einem Giganten im Geschäft mit Online-Werbung gemausert, mit dem sich nur Google messen kann. Facebook ist es auch, die Snap jetzt mit aller Macht in die Twitter-Falle drängt. Mit seiner Foto-App Instagram kopiert der Konzern fast alle Funktionen von Snap und zählt für diesen Dienst 200 Millionen Nutzer, während es Snap auf 160 Millionen bringt.

Der Internetkonzern Yahoo verfüge ebenfalls über eine Suchmaske und könne der Suchmaschine von Google trotzdem nicht das Wasser reichen, lächelte Spiegel die Gefahr weg, die von Facebook ausgeht. Auch Twitter hat sich lange vorgemacht, dass eine innovative App für den Erfolg im Werbegeschäft ausreicht - und steckt bis heute in der selbst gestellten Falle fest.


Börsen-Zeitung, 12.05.2017, Autor Stefan Paravicini, Nummer 91, Seite 1, 369 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2017091004&titel=In-der-Twitter-Falle
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