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Redaktion

KOMMENTAR - JAPAN
Shinzo Abe ist in Japan das Kunststück gelungen, den fünften Wahlsieg in Folge einzufahren. Zwar ist der 63-Jährige längst nicht mehr so beliebt und respektiert wie vor fünf Jahren. Vielmehr spielten ihm die Sorge vieler Japaner wegen Nordkoreas Rüstung, die brummende Konjunktur und die Schwäche der Opposition in die Hände. Aber das ändert wenig an der Tatsache, dass Abe sich mit dem Timing dieser Wahl erneut als politischer Fuchs erwiesen hat. Falls er weiter so wenig Fehler macht, könnte er bis über die Olympischen Spiele 2020 in Tokio hinaus regieren. Das wäre die längste Amtszeit eines Premiers der japanischen Neuzeit.

Die Börse feierte seinen Sieg mit einem 21-Jahres-Hoch des Nikkei 225 und der längsten Gewinnserie seiner Geschichte. Unter Abe hat der Nikkei seinen Wert mehr als verdoppelt. Doch die Anleger sollten sich vor falschen Erwartungen hüten. In Wirklichkeit steht Japan am Anfang vom Ende der Wirtschaftspolitik der Abenomics, die bisher das Markenzeichen des Premierministers waren.

Der Nationalist will seine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament nutzen, um sein Lebensziel zu verwirklichen: eine neue Verfassung für Japan. Dafür will er sein ganzes politisches Kapital nutzen, im Gegenzug aber die schon lange überfälligen Strukturreformen, etwa des Arbeitsmarktes, weiter links liegen lassen. Diesen Kampf scheut er, denn dafür müsste er sich mit starken Lobbys anlegen. Frischen Wind für die Wirtschaft wird es daher nicht geben.

Auch die Zeit erhöhter Fiskalausgaben als zweites Abenomics-Element ist abgelaufen. Den Wahlkampf hat Abe mit dem Versprechen geführt, einen großen Teil der Einnahmen aus der Mehrwertsteuererhöhung im Oktober 2019 für neue Sozialleistungen auszugeben. Doch die Steuererhöhung an sich widerspricht dem Abenomics-Grundgedanken, weil sie einen Konsumschock mit deflationärer Wirkung auslösen könnte. Abe vertraut offenbar darauf, dass der Konjunkturschub durch die Olympia-Vorbereitungen diesen Schock auffangen wird.

Sogar der stärkste Abenomics-Pfeiler wankt: Klammheimlich hat Japans Notenbank ihre Wertpapierkäufe zuletzt deutlich heruntergefahren, weil sie inzwischen mehr auf die Renditekurve als den Zins achtet. Das verringert den Einfluss von Gouverneur Haruhiko Kuroda auf den Yen-Wechselkurs. Selbst falls sein Vertrag im Frühjahr verlängert wird - Japan hat die Grenzen der Geldpolitik erreicht. Daher sollten sich Anleger rechtzeitig auf einen Abschied von Abenomics einstellen.


Börsen-Zeitung, 24.10.2017, Autor Martin Fritz, Nummer 204, Seite 1, 343 Wörter

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