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EZB-Direktor: Bei Exit nicht zu spät agieren

ms/fed - EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch warnt vor einem zu späten und zu langsamen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik im Euroraum - und zeigt sich besorgt, dass die Null- und Negativzinsen das Sparverhalten negativ beeinflussen könnten. Die Europäische Zentralbank (EZB) müsse die Normalisierung zwar "vorsichtig angehen und graduell gestalten", sagt Mersch im Interview der Börsen-Zeitung, fügt aber hinzu: "Wir müssen aber auch sehr genau aufpassen, nicht zu zaghaft und zu spät zu agieren und ,hinter die Kurve` zu fallen."

Mit Blick auf den Negativzins zeigt sich Mersch beunruhigt: "Können Sie sich vorstellen, dass eine ganze Generation heranwächst, ohne zu wissen, was Zinsen auf Geld bedeuten? Die Kultur des Sparens droht untergraben zu werden."

Den rasanten Kursanstieg der Kryptowährung Bitcoin kritisiert Mersch als "einen spekulativen Hype, der einem Sorge machen kann". Da jetzt auch Banken in Bitcoin investierten, müsse die Bankenaufsicht genau prüfen, wie groß die eingegangenen Risiken seien. Am meisten treibe ihn indes um, wenn Finanzmarktinfrastrukturen wie Börsen in dieses Geschäft einsteigen: "Das birgt große Gefahren für die Finanzstabilität."

- Interview Seite 6

Börsen-Zeitung, 30.12.2017, Autor Mark Schrörs/Detlef Fechtner, Nummer 250, Seite 1, 171 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2017250004&titel=Mersch-sieht-"Kultur-des-Sparens"-bedroht
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