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Redaktion

KOMMENTAR - LANDESBANKEN
Kommt nun der viel beschworene nächste Schritt der Landesbankenkonsolidierung? Die LBBW ist zwar raus aus dem Bieterverfahren um eine Beteiligung an der Nord/LB, die Helaba aber noch drin mit einem freibleibenden Angebot - als einer von angeblich mehr als zehn Interessenten, darunter vor allem reichlich Prominenz aus der angelsächsischen Finanzinvestorenszene. Es würde ja schön ins Konzept passen. Von einer vergleichsweise schlanken Struktur mit drei großen Landesbanken - Mitte/Nord, Südwest und Süd - anstelle des einstigen Dutzends kleinteilig über die Republik verstreuter Institute träumen viele in der Sparkassen-Finanzgruppe und nicht zuletzt in der Politik schon lange.

Sie dürfen noch etwas weiterträumen. Passiert ist nämlich erst einmal (fast) gar nichts. Helaba und die anderen potenziellen Bieter haben sozusagen eine Bahnsteigkarte erworben. Mit diesem Ticket dürfen sie sich den Zug, der in Hannover mit unbekanntem Ziel zur Abfahrt bereitsteht, mal aus der Nähe ansehen und auch einen Blick hineinwerfen - mehr nicht.

Deutschlands größte Landesbank wollte sich nicht einmal so weit vorwagen. Um zu erkennen, dass die Nord/LB für sie ein eher obskures Objekt der Begierde wäre, genügte der LBBW der Augenschein aus der Distanz. Hier spielt sicher eine Rolle, dass die Stuttgarter einschlägig vorbestraft sind. Mit den Übernahmen der Landesbank Rheinland-Pfalz und der Sachsen LB sind sie schon einmal in den falschen Zug eingestiegen, der dann geradewegs auf den Abgrund zufuhr und erst vor wenigen Jahren gestoppt werden konnte.

Andererseits kommen die Mitglieder der öffentlich-rechtlichen Familie gar nicht umhin, mehr als einen flüchtigen Blick gen Norden zu werfen. Denn die Gruppe lebt im Haftungsverbund. In einem solchen kann einem ein Thema auch bar jeglichen strategischen Interesses vor die Füße fallen. Die Augen schon vor dem Bahnhof zu verschließen, ist mithin nicht ratsam.

Sollte das der wahre Grund sein, warum sich die Helaba, deren Organe und Träger - auch aus vor langer Zeit gegebenem Anlass - sonst bis weit über die Halskrause risikoavers sind, diesmal mitten im Getümmel aufhält? Die guten Teile der WestLB waren ihr ja vor allem auch deshalb zugefallen, weil sie sich klugerweise bis zum Gehtnichtmehr bedeckt gehalten hatte. Will sich die Helaba nun ein riesiges Schiffsportfolio zulegen, nachdem sie ihr (relativ kleines) eigenes gerade erfolgreich abgebaut hat? Bei Krediten wie bei Beteiligungen gilt Grundsatz I: Vorsicht an der Bahnsteigkante!


Börsen-Zeitung, 11.10.2018, Autor Bernd Wittkowski, Nummer 195, Seite 1, 367 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2018195003&titel=An-der-Bahnsteigkante
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