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Redaktion

Finanzholding erreicht nur unteres Ende vom Ziel

cru Düsseldorf - Die auf den Erwerb mittelständischer Familienunternehmen mit Nachfolgeproblemen spezialisierte Bergisch Gladbacher Beteiligungsgesellschaft Indus bekommt gestiegene Kosten und schwächere Geschäfte in der Fahrzeugtechnik zu spüren. "Starke Erhöhungen der Materialkosten und eine deutliche Erhöhung der Personalkosten belasten", erläuterte der seit Juli amtierende Vorstandschef Johannes Schmidt am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Neben gestiegenen Tariflöhnen kurbele der Fachkräftemangel die Gehälter an.

Daher werde Indus in diesem Jahr nur den unteren Rand der Prognosespanne erreichen. Diese sieht einen Umsatzanstieg auf 1,65 Mrd. bis 1,7 Mrd. Euro und einen operativen Gewinn (Ebit) von 154 Mill. bis 160 Mill. Euro vor.

Bei Investoren kam das nicht gut an: Die Aktie notierte am Mittwochnachmittag mit 46,35 Euro rund 3 % im Minus.

In der Fahrzeugtechnik riefen die Kunden weniger Waren ab, fügte Schmidt hinzu. Ob das konjunkturell bedingt sei oder mit der Umstellung auf das strengere Abgastestverfahren WLTP zusammenhinge, könne er derzeit noch nicht abschätzen. In den übrigen Bereichen - Maschinen- und Anlagenbau, Medizintechnik, Metalltechnik und Bau - arbeite Indus derweil auf hohem Niveau. Die Ebit-Marge im Segment Bau übertraf mit 14,9 % noch einmal den guten Vorjahreswert von 14,7 %.

In den ersten neun Monaten verbuchte die Finanzholding aus Bergisch Gladbach ein Umsatzplus von 4,4 % auf 1,3 Mrd. Euro. Der operative Gewinn stieg um 1,4 % auf 116 Mill. Euro.

Vor der Satzungsänderung

Indus will zukaufen, ist aber noch nicht fündig geworden. "Wir wollen uns vor allem in der Messtechnik und in der Logistik verstärken", hatte der seit Juli amtierende Konzernchef Schmidt der Börsen-Zeitung gesagt. Gleichzeitig seien auch Verkäufe schwieriger Unternehmen geplant. Bei drei Gesellschaften aus dem Autozubehör - Wisauplast, SMA und Selzer - mit einem Umsatz von zusammen 200 Mill. Euro werde derzeit geprüft, unter wessen Dach sie sich besser entwickeln könnten.

Die nächste wichtige Veränderung für das Unternehmen zeichnet sich für die außerordentliche Hauptversammlung am 29. November ab. Dann wird die Satzung verändert, weil dies ein Kläger per Gerichtsurteil erzwungen hat. Der Aufsichtsrat wird von sechs auf zwölf Personen aufgestockt und wird neuerdings auch sechs Arbeitnehmervertreter umfassen, weil Indus seit der Entscheidung des OLG Düsseldorf nicht mehr als reine Finanzholding gilt.

Börsen-Zeitung, 15.11.2018, Autor Christoph Ruhkamp, Düsseldorf, Nummer 220, Seite 12, 346 Wörter

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