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BaFin, Bundesbank und EZB starten Umfrage zu den Vergabestandards

bn Frankfurt - Europas Bankenaufsicht fühlt den Instituten zu der Kreditvergabepraxis auf den Zahn. Nach Informationen der Börsen-Zeitung hat die Europäische Zentralbank (EZB) in der vergangenen Woche fast alle der 119 von ihr direkt beaufsichtigten Institute angeschrieben und Daten zu den Vergabestandards angefordert. Antworten werden in den nächsten Monaten erwartet.

Die EZB hat die Analyse der Kreditvergabepraxis zu einer ihrer aufsichtlichen Prioritäten für 2019 erklärt. Angelegt ist das Vorhaben aber insgesamt auf eine Dauer von drei Jahren. Mit ihrer quantitativen Erhebung will sich die Aufsicht für qualitative Untersuchungen sowie für entsprechende Vor-Ort-Inspektionen rüsten.

Auf Anfrage äußert sich die EZB nicht zu Details. Sie bestätigt aber eine Koordination mit einer entsprechenden Umfrage, welche die Deutsche Bundesbank sowie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bereits im vergangenen Monat gestartet haben. An dieser nehmen rund 100 Institute teil, wie Raimund Röseler, Exekutivdirektor der BaFin, auf der Jahrespressekonferenz der Behörde erklärte. Im Fokus steht dabei die Finanzierung des Mittelstands. In Erwartung eines Konjunkturabschwungs macht sich die Aufsicht verstärkt Gedanken über die Folgen einer womöglich laxen Vergabepraxis. In der European Banking Authority stehen derweil entsprechende Leitlinien zur Debatte, über die noch im Jahresverlauf entschieden werden könnte.

Wie Röseler berichtete, hat die BaFin eine Einheit "Intensivaufsicht" eigens für Problembanken gegründet. Sie hat zu Jahresbeginn ihre Arbeit aufgenommen und befasst sich derzeit mit einer einstelligen Zahl von Instituten. Diese Zahl ließe sich leicht erhöhen. "Die niedrigen Zinsen und der Wettbewerbsdruck" hätten die Aufseher zur Einrichtung dieser Abteilung veranlasst, sagte er. BaFin-Präsident Felix Hufeld geißelte angesichts der Ertragslage unterdessen die Kostenstrukturen deutscher Banken. In den vergangenen Jahren sei das Kostenniveau in der Kreditwirtschaft um kein Jota gesunken. Dies sei, "höflich ausgedrückt, extrem schwer nachvollziehbar".

- Nebenstehender Kommentar

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Börsen-Zeitung, 08.05.2019, Autor Bernd Neubacher, Frankfurt, Nummer 87, Seite 1, 278 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019087004&titel=Aufseher-durchleuchten-Kreditpraxis
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