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Redaktion

Kraft-Wärme-Koppelungs-Anlagen sind die Rückgrattechnologie, um Erneuerbare grundlastfähig zu machen und so regelmäßig temporäre Lücken zu schließen

Es kommt nicht über die Politik, sondern über die Menschen. Die Forderungen zur Energiewende werden in der Öffentlichkeit immer drängender. Es kommt aber auch mit hohem Tempo über die Finanzmärkte, die zukünftige Entwicklungen antizipieren. Letztlich geht es um die Beherrschung von Risiken und hierbei auch um eine grundsätzlich andere Definition von Wirtschaftlichkeit.

Während der Klimawandel an den Kapitalmärkten bereits vollzogen wird, müssen viele Unternehmen, aber insbesondere muss die Politik ihren Blickwinkel noch erheblich verändern. Zwar sollen in Deutschland schon in wenigen Jahren die letzten Atomkraftwerke vom Netz genommen und irgendwann - in noch zu ferner Zukunft - auch die Nettonull bei CO2 erreicht werden. Aber über Ziele hinaus mangelt es noch komplett an Aktivitäten.

Netzstabilität sichern

Erfreulicherweise haben die Erneuerbaren in Deutschland ihren Anteil an der Stromerzeugung im letzten Jahr weiter ausgebaut. Erstmals wurde durch Erneuerbare mit einem Anteil von rund 38 % genau so viel Strom erzeugt wie durch Stein- und Braunkohle (allerdings nicht notwendigerweise auch in der jeweiligen Minute, in der der Strom tatsächlich verbraucht wurde). Im Umkehrschluss bedeutet dies jedenfalls auch, dass immer noch rund 62 % des Stroms aus nicht zukunftsweisenden Quellen stammen.

Bei der damit dringenden Reduzierung der Kohlendioxid- und auch der Stickoxid-Emissionen muss gewährleistet werden, dass die Netzstabilität zu jeder Zeit gesichert ist. Diese ist aber leider schon heute sehr oft nicht gegeben. Übersteigt der Stromverbrauch die Erzeugung, stellen die Netzbetreiber nach kurzfristiger Ankündigung die Belieferung großer Stromverbraucher ein. Oder sie greifen wegen fehlender Leitungen in das Stromnetz ein, wenn überschüssiger Windstrom aus Offshore-Parks auf zu geringe Aufnahmekapazitäten trifft. Handelt es sich bei diesen Eingriffen in der Gegenwart noch um recht kurze Zeitfenster, so stellt sich doch die Frage, wie das zukünftig aussieht, wenn eine Dunkelflaute auf hohe Nachfrage trifft bei erheblich reduzierten grundlastfähigen Kapazitäten bisheriger Energieerzeugung.

Die Erkenntnis, dass Ersatzkapazitäten in einem noch erheblichen Ausmaß fehlen, aber bereits in den kommenden Jahren dringend benötigt werden, scheint verdrängt zu werden. Immerhin soll bis 2022 Atom- und Kohlestrom in Höhe von 22 Gigawatt vom Netz genommen werden, was rund einem Drittel der heutigen Grundlast des Energieverbrauchs entspricht. Hinzu kommen noch die weiteren Kapazitäten aus dem Kohleausstieg bis 2038. Allein mit den wenigen eingeleiteten Maßnahmen, wie dem Bau der Stromtrasse Südlink, ist das Problem nicht lösbar. Wir müssen deshalb davon ausgehen, dass die Energiewende ohne die großen Stromtrassen realisiert werden muss.

Es entsteht ein wachsender Bedarf für effiziente, dezentrale und schnell regelbare Kraftwerke. Immer mehr Unternehmen und Stadtwerke entscheiden sich deshalb für eine Investition in ein eigenes Blockheizkraftwerk (BHKW). Sie machen sich unabhängig von der Preisentwicklung an den Energiemärkten, senken ihre Energiekosten und leisten aktiv Beiträge zum Umweltschutz. Die Unternehmen wollen sich selbst mit elektrischer und thermischer Energie, also einerseits mit Strom und andererseits mit Wärme, Kälte und Dampf, versorgen.

Mit Gründung der 2G Energy AG vor 24 Jahren haben wir uns der Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb von BHKW verschrieben. Wir ermöglichen unseren Kunden weltweit, sich dezentral mit Energie zu versorgen, und weisen ein durchschnittliches Umsatzwachstum von rund 10 % p. a., deutliche Margensteigerungen, eine bereits hohe Internationalität sowie die Unterlegung unserer Forschung & Entwicklung durch dauerhaft umfangreiche Investitionen vor.

Unsere Kraft-Wärme-KoppelungsAnlagen (KWK) werden sowohl mit Erdgas als auch mit Gasen regenerativen Ursprungs (wie Bio-, Klär-, Deponie-, Holzgas) sowie mit Wasserstoff betrieben. Hierbei macht die gleichzeitige Erzeugung von mechanischer Energie und Nutzwärme die KWK-Technologie erheblich effizienter und klimafreundlicher als konventionelle Methoden der Energieerzeugung. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Einsparungen um bis zu 40 % der Primärenergie durch gleichzeitige Wärmenutzung und um bis zu 60 % verringerte CO2- beziehungsweise NOx-Emissionen bei Einsatz von Erdgas. Bei Nutzung regenerativer Brennstoffe ist sogar eine weitgehende CO2- beziehungsweise NOx-Neutralität gegeben.

In den letzten zwei Jahrzehnten haben die Kraftwerke der Marke 2G international in fast 50 Ländern knapp 10 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und dabei der Umwelt mehrere Millionen Tonnen CO2 erspart. Sie versorgen zuverlässig und gesellschaftspolitisch "geräuschlos" Industriebetriebe, Gebäude sowie ganze Stadtteile und sind in allen Branchen zu finden.

Wichtig für die Wirtschaftlichkeit ist dabei die Relation von Strom- zu Gaspreisen, der sogenannte Spark Spread. Je höher dieser ausfällt, desto rentabler sind Investitionen in ein BHKW. Und diese Rentabilität ist in allen relevanten Märkten ganz eindeutig und sehr vorteilhaft gegeben - selbst in Frankreich mit seinem vergleichsweise günstigen Atomstrom.

Die dezentrale Form der Stromversorgung macht eine digitale Steuerung und Überwachung unabdingbar. Und auch die Energiewende ist untrennbar mit der Digitalisierung verbunden. Diese bietet die Grundlagen, um alle Lösungsansätze intelligent miteinander zu verknüpfen. Digital vernetzt bieten dann Erneuerbare-Energie-Anlagen, Speicher und flexible Verbraucher ein intelligentes Netz, das sogenannte Smart Grid.

2G-Anlagen sind mit moderner Steuertechnik ausgestattet, können mit dieser automatisch und stufenlos auf den tatsächlichen Energiebedarf angepasst werden und sind damit integrierbar in Verbundkraftwerke. Durch diese Steuertechnik wird zudem die Profitabilität unserer Serviceleistungen positiv beeinflusst, da sich mittlerweile bereits über 70 % der Störmeldungen durch eine Betreuung aus dem zentralen Service-Center bearbeiten lassen. Das bedeutet noch höhere Wirtschaftlichkeit für den Kunden, da die Stillstandzeiten weiter verringert und kostspielige physische Interventionen durch Servicetechniker verhindert werden.

Zeit wird immer knapper

Die Zeit wird immer knapper, und deswegen besteht auch keine Chance, mit langwierigen Genehmigungs- und Bauphasen beispielsweise neue Gasgroßkraftwerke zu errichten. Auch sind die aktuell geplanten Zeiträume für den Bau der Stromtrassen zu lang, und die Erfahrung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass sich die Umsetzung solcher Mammutaufgaben verzögert.

Wir sind deshalb überzeugt, dass die zukünftige Energieversorgung von dezentralen Strukturen geprägt ist und KWK-Anlagen dabei eine wichtige Rolle einnehmen. Sie erzeugen dort elektrische und thermische Energie, wo eine entsprechende Nachfrage besteht. Zukünftig werden zudem fossile Gaseinspeisungen durch regenerative Einspeisekapazitäten ersetzt, und langfristig werden 2G-Motoren mit Wasserstoff aus überschüssig hergestelltem Wind- und Sonnenstrom ("Power to Gas") betrieben.

Schnelle Realisierung

Von der Genehmigung bis hin zur Abnahme können BHKW in weniger als einem Jahr unschlagbar schnell realisiert werden, und man legt sich in Zeiten energetischer Unsicherheit nur für acht bis zwölf Jahre fest. Und das ohne die gesellschaftlichen Verwerfungen, die große Solar-, Wind-, Geothermie- oder Erdgaskraftwerke heute üblicherweise mit sich bringen.

Folgte die Produktion von Elektrizität früher der Nutzung, so gibt es heute beständig Über- und Unterproduktionen. Und zukünftig wird es zu einer vollständigen Entkoppelung von Stromproduktion und Stromnutzung kommen. Die Energiewende darf aber keine reine Stromwende bleiben, sie muss auch im Mobilitäts- und Wärmesektor erfolgen, um auch dort die Nachhaltigkeit zu steigern. 2G-Kraftwerke können netzdienlich die Elektrizitätsversorgung sicherstellen und gleichzeitig die Wärmeversorgung ressourcenschonender ausgestalten. KWK-Anlagen stellen aus unserer Sicht die Rückgrattechnologie dar, um die Erneuerbaren grundlastfähig zu machen und so die wachsenden Lücken im deutschen Energienetz zu füllen.

Friedrich Pehle, Finanzvorstand bei der 2G Energy AG

Börsen-Zeitung, 06.07.2019, Autor Friedrich Pehle, Finanzvorstand bei der 2G Energy AG, Nummer 127, Seite B 2, 1071 Wörter

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Unternehmensbereich: 2G Energy AG
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