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Redaktion

Asiaten fordern Verzicht auf Kauf des Datenanbieters Refinitiv - Zweifel an Erfolg der Offerte

ck/hip Frankfurt/London - Die Hongkonger Börse hat sich überraschend mit einem 30 Mrd. Pfund schweren Angebot für die London Stock Exchange Group aus der Deckung gewagt. Die Aktie des Betreibers der Börsen von London und Mailand trieb die Nachricht im Handelsverlauf auf ein Rekordhoch. Sie gab die Kursgewinne aber größtenteils wieder ab, nachdem mehr und mehr Zweifel an den Erfolgschancen der Offerte angemeldet wurden. Charles Li, der Chef von Hong Kong Exchanges & Clearing (HKEx), wirbt mit einem Platz in der ersten Reihe, wenn es um die weitere Internationalisierung der Volksrepublik China und den dort erhofften Aufstieg des Yuan zur Reservewährung geht.

Die neue britische Wirtschaftsministerin Andrea Leadsom zeigte sich zwar einerseits erfreut über das Interesse ausländischer Investoren, machte aber zugleich deutlich, dass alles, was sich auf die Sicherheit des Landes auswirken könne, genau geprüft werden müsse. Man darf gespannt sein, wie die Behörden einen Verlust der Unabhängigkeit der Londoner Börse mit Blick auf die nationale Sicherheit bewerten. Wer bei der HKEx das Sagen hat, ist relativ klar: Chairman Laura Cha wurde direkt von Carrie Lam ernannt, die für Peking als Chief Executive die Geschäfte in der chinesischen Sonderwirtschaftszone führt.

Voraussetzung für den Deal wäre dem HKEx-Angebot zufolge der Verzicht der Londoner Börse auf den im vergangenen Monat angekündigten Erwerb des Datenanbieters Refinitiv. Aus der von CEO David Schwimmer angestrebten Fusion von LSE und Refinitiv soll ein Finanzinfrastrukturbetreiber hervorgehen, der sich mit der CME Group, der die Chicago Mercantile Exchange gehört, und der Intercontinental Exchange (ICE) auf Augenhöhe unterhalten könnte. "Daten-Ressourcen werden in Zukunft den Erfolg von Finanzmarktinfrastruktur bestimmen", lautet das Credo des Branchenveteranen Schwimmer. Er gehörte einst zu den Architekten des Zusammenschlusses von New York Stock Exchange und Archipelago Group. Der Refinitiv-Deal sei "in der gesamten Aktionärsbasis beliebt", sagte Guy de Blonay, Fondsmanager bei Jupiter Asset Management. Werde das Angebot aus Hongkong auf dieser Grundlage abgelehnt, "kann es natürlich weiteren Bietern die Tür öffnen, und wir hätten es eventuell mit einem Bieterkrieg zu tun." Nach dem Platzen der Übernahme durch die Deutsche Börse wurde wiederholt spekuliert, dass entweder CME oder ICE eine Offerte für die Londoner Börse oder Teile ihres Geschäfts vorlegen werden.

Auch Aktien anderer europäischer Börsenbetreiber wurden von der Rückkehr der Fusionsfantasie getrieben. Euronext stiegen bis auf 71,95 und schlossen mit einem Plus von 0,7 % bei 69,55 Euro. Die Aktie der Deutschen Börse sprang auf ein Rekordhoch von 139,80 und schloss 0,9 % höher bei 136,70 Euro. Ein Zustandekommen der Übernahme der Londoner Börse, durch die deren Fusion mit Refinitiv entfallen würde, könnte ihr wieder eine Chance eröffnen, die zu dem Finanzdatenanbieter gehörende Devisenhandelsplattform FXall zu erwerben.

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Berichte Seite 3

Börsen-Zeitung, 12.09.2019, Autor ck/hip Frankfurt/London, Nummer 175, Seite 1, 434 Wörter

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