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Redaktion

KOMMENTAR - FONDSKOSTEN
Welches Finanzinstrument, liebe Leserin und lieber Leser, schwankt am stärksten? Sind es Aktien, Anleihen oder Einlagen? Ist es riskanter, Aktien einer einzigen Gesellschaft zu kaufen oder einen ganzen Fonds? Kann sich eine Person mehr, weniger oder genauso viel kaufen, wenn sich ihr Einkommen sowie alle Preise jeweils exakt verdoppeln? Fragen dieser Art klingen simpel, werden tatsächlich aber jeweils von einem beachtlichen Anteil der Erwachsenen - wenn auch von einer Minderheit - falsch beantwortet. Die Fragen gehören zum Finanz-ABC, das Forscher in Umfragen regelmäßig abklopfen. Preisfrage: Verstehen alle Fonds- und Wertpapiersparer die Ex-ante-, Ex-post-, WAI- und Priips-Angaben, die über die Kosten von Finanzprodukten - und zum Teil über die Vergütung für die Vertriebsstelle - aufklären sollen?

Ob ein Anleger begreift, wie und wie hoch eine Bank oder andere Vertriebsstelle entlohnt wird, ziehen Kritiker der provisionsbasierten Beratung gerne in Zweifel. Die Kosten für den Vertrieb, die in den Gebühren von Fonds enthalten sind, machen die Produkte in Deutschland und auch anderswo teuer. Länder, in denen diese Art der Vergütung verboten sind, also Großbritannien und den Niederlanden, sowie Länder, in denen Finanzberater häufig separat entlohnt werden, darunter auch die Schweiz und die USA, bieten Publikumsfonds zu deutlich geringeren Kosten an, wie die Analysefirma Morningstar aufschlüsselt. Der Unterschied der laufenden Fondskosten zwischen den Ländern beträgt teils mehr als einen Prozentpunkt.

Für Anleger mag das ärgerlich sein, aber richtig ist auch, dass für eine Beratung keine weiteren Kosten entstehen. Niederländer, Briten, US-Amerikaner und Schweizer bekommen günstige Fonds, zahlen oft aber zusätzlich für Rat; in Deutschland und anderen Ländern erhalten Privatleute ohne zusätzliche Kosten ein Verkaufsgespräch, das als Beratung reguliert ist. Banken, Sparkassen und Finanzvertriebe haben eine wesentliche Verantwortung. Klare Angaben sind dabei wichtig, um Kunden für die Kosten zu sensibilisieren.

Das Nachsehen haben bislang Sparer, die bewusst auf Beratung verzichten und Fonds selbstbestimmt auswählen. Denn Anteile ohne Kosten für den Vertrieb, sogenannte "Clean Shares", sind schwer zu finden. Der Boom der ETFs, die ohne vergleichbaren Kostenblock an der Börse gehandelt und von Privatleuten immer häufiger genutzt werden, belegt keineswegs, dass Indexfonds den aktiv verwalteten Varianten überlegen sind. Hier zeigt sich vielmehr ein Defizit im Vertrieb.


Börsen-Zeitung, 20.09.2019, Autor Jan Schrader, Nummer 181, Seite 1, 348 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019181005&titel=Defizit-im-Vertrieb
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