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Mindestens 8 Prozent Eigenkapitalrendite angepeilt - Kritik der Gewerkschaften

bl Mailand - Die italienische Großbank Unicredit hat im Zuge ihres Strategieplans bekannt gegeben, bis 2023 rund 8 000 Stellen abbauen zu wollen. Auch wenn CEO Jean Pierre Mustier keine genaueren Angaben dazu machte, sickerte durch, dass es Italien mit dem Abbau von bis zu 6 000 Arbeitsplätzen und der Schließung von rund 450 der geplanten 500 Filialen am stärksten trifft. Die übrigen Kürzungen entfallen auf Deutschland und Österreich.

Mit scharfer Kritik reagierten die Gewerkschaften auf den Strategieplan "Team 2023" der HVB-Mutter. Der Chef der nationalen Gewerkschaft CGIL, Maurizio Landini, forderte Mustier auf, die Pläne zurückzuziehen. Andererseits drohe ein schwerer Konflikt mit den Arbeitnehmerorganisationen. Er kritisierte, dass die Bank einerseits das Personal stark abbaue, gleichzeitig aber im Rahmen der Planung bekannt gab, die Ausschüttungen an die Aktionäre inklusive eines Aktienrückkaufprogramms bis 2023 auf 50 % des Nettogewinns erhöhen zu wollen. Der Gewinn, der in diesem Jahr 4,7 Mrd. Euro erreicht, soll bis 2023 auf 5 Mrd. Euro steigen. Die Einnahmen werden den Plänen zufolge nur leicht auf 19,3 Mrd. Euro steigen. Außerdem peilt die Bank einen Return on Tangible Equity (ROTE), das Verhältnis von Jahresüberschuss zu dem von der Bankenaufsicht anerkannten Eigenkapital, von mindestens 8 % an. Der Aktienkurs reagierte zunächst positiv auf den neuen Plan, doch schloss das Papier mit einem Minus von 0,45 %. Andere Banken wie Intesa Sanpaolo schnitten noch deutlich schlechter ab: Der Intesa-Sanpaolo-Kurs war wegen hoher Verluste zeitweise von der Notierung ausgesetzt.

Unicredit prescht beim Personalabbau unter Italiens Banken besonders voran und ist auch die einzige größere Bank Italiens, die für hohe Vermögen unter bestimmten Umständen Negativzinsen verlangen will. Nach einer gerade veröffentlichten Studie der Strategieberatung müssen Italiens Banken in den nächsten fünf Jahren 70 000 Stellen streichen, 7 000 Filialen schließen und die Kosten um 5 Mrd. Euro reduzieren, wenn sie ihr derzeitiges Gewinnniveau halten wollen.

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Börsen-Zeitung, 04.12.2019, Autor Gerhard Bläske, Mailand, Nummer 233, Seite 1, 306 Wörter

URL zum Artikel:
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