DAX Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 13.713,50-1,78% TecDAX Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 3.243,50-1,16% Euro Stoxx 50 Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 3.577,00-1,57% US/Dow Jones Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 30.732,00-0,87% Gold: 1.826,11+0,87% EUR/USD: 1,2080+0,11%
Redaktion

KOMMENTAR - DAX
Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach seinem Rekord von knapp 13 600 Zählern vom Januar 2018 hat der Dax endlich den Durchbruch geschafft und eine neue Bestmarke von 13 640 Punkten erreicht. Angesichts der weltweiten Hausse unter Führung der bereits seit geraumer Zeit von Rekord zu Rekord eilenden US-Indizes war der Höchststand überfällig. Die alte Bestmarke wäre auch längst gefallen, wenn nicht die Spannungen im Nahen und Mittleren Osten sowie zu Wochenbeginn die Pandemie-Sorgen den deutschen Standardwerteindex gehemmt hätten.

Die Antriebsfaktoren der Aktienmarkt-Rally werden auf absehbare Zeit erhalten bleiben, so dass es noch Luft nach oben zu geben scheint. An erster Stelle sind das Niedrig- bzw. Negativrenditeumfeld sowie der damit verbundene Mangel an Anlagealternativen zu nennen. Die globale Geldpolitik wird 2020 insgesamt akkommodierend bleiben, von nennenswertem Inflationsdruck ist nichts zu spüren.

Darüber hinaus haben sich die politischen Risiken entschärft, und es keimen angesichts sich stabilisierender bzw. erholender Stimmungsindizes sowie des Waffenstillstands im Handelskonflikt zwischen den USA und China Hoffnungen auf, dass das Wachstum der Weltwirtschaft seine Talfahrt stoppen und auf Sicht etwas anziehen wird. Dass der Dax gerade jetzt den Durchbruch geschafft hat, ist angesichts seiner stark zyklischen Ausrichtung und hohen Abhängigkeit vom Außenhandel wenig verwunderlich. Allerdings zeigen der Rücktritt des Vorsitzenden der Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, sowie die gestern von US-Präsident Donald Trump angedrohten Sonderzölle auf Autoimporte aus der EU, dass die Politik ein Unruheherd bleiben wird.

Der sich voraussichtlich fortsetzende Aufschwung an den Aktienmärkten wird aber noch aus ganz anderen Gründen möglicherweise eher holprig verlaufen. Die Hoffnung der Anleger auf eine Erholung des Wachstums muss erst noch durch harte Daten bestätigt werden, so dass hinter den Erwartungen zurückbleibende Zahlen für Rückschläge sorgen könnten. Umfragen zeigen, dass die Investoren in den zurückliegenden Wochen für die weltwirtschaftlichen Aussichten deutlich zuversichtlicher geworden sind. Dies sowie die deutlich gestiegenen und insbesondere in den Vereinigten Staaten recht hohen Bewertungen haben mittlerweile den Spielraum für Enttäuschungen, die ohne Schaden für die Aktienmärkte bleiben würden, doch merklich geschmälert.


Börsen-Zeitung, 23.01.2020, Autor Christopher Kalbhenn, Nummer 15, Seite 1, 324 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2020015005&titel=Ueberfaelliger-Durchbruch
BZ Artikel twitternLinkedInXingFacebook



Serien zu Kapitalmärkte
Themendossiers zu Kapitalmärkte
Länderratings
Neue Produkte
Zusatztabellen zur Analyse "Geld oder Brief"


Termine des Tages
Montag, 18.1.2021

Ergebnisse
Fraport: Verkehrszahlen Dezember
Repsol: Umsatz 4. Quartal
Rio Tinto: Operation Report 4. Quartal

Hauptversammlungen
RSA Insurance (ao.)