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Redaktion

EZB will trotz Hoffnung auf Impfstoff nachlegen - Wieland befürchtet Fehlanreiz

ms Frankfurt - EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat trotz der Hoffnung auf einen Coronaimpfstoff die Aussicht auf eine weitere Lockerung der EZB-Geldpolitik im Dezember bekräftigt - und stößt damit in Deutschland auf starken Widerspruch der Wirtschaftsweisen. Lagarde signalisierte gestern zum Auftakt des geldpolitischen Sintra-Forums der EZB mehr Anleihekäufe (PEPP) und mehr Liquidität für die Banken (TLTRO-III). Der Sachverständigenrat dagegen warnt vor einer voreiligen Lockerung. "Ich sehe keine Notwendigkeit, jetzt schon das (PEPP-)Volumen zu erhöhen", sagt der Wirtschaftsweise Volker Wieland im Interview der Börsen-Zeitung.

Die EZB hatte Ende Oktober eine neuerliche Lockerung der ohnehin bereits ultraexpansiven Geldpolitik avisiert. Hintergrund ist, dass sich die wirtschaftliche Erholung wegen der erneuten Zuspitzung der Coronakrise stark abgebremst hat und die Wirtschaft womöglich vor einer erneuten Rezession steht. Anfang der Woche hatten Nachrichten über einen Impfstoff für Optimismus gesorgt. Mit besonderer Spannung war deshalb erwartet worden, wie sich Lagarde äußern würde - auch mit Blick auf die avisierten weiteren EZB-Hilfen.

Lagarde nannte die Nachrichten "ermutigend". Zugleich betonte sie, dass es zu neuen Wellen der Ausbreitung des Virus und zu neuen Eindämmungsmaßnahmen kommen könne - bis eine weit verbreitete Immunität erreicht sei. "Die Erholung könnte also nicht linear verlaufen, sondern eher unstetig (. . .) und abhängig vom Tempo der Impfstoffeinführung", sagte Lagarde. Zudem untermauerte sie die Absicht des EZB-Rats, bei der Sitzung Mitte Dezember die Geldpolitik "neu zu kalibrieren". Das Corona-Notfallanleihekaufprogramm PEPP und die TLTRO-III-Geldspritzen nannte sie dabei als "Hauptwerkzeuge".

Die Wirtschaftsweisen sehen eine vorschnelle Aufstockung der PEPP-Käufe auch deshalb kritisch, weil die Euro-Staaten die dank PEPP sehr günstigen Marktzinsen dafür nutzen könnten, EU-Hilfen zu umgehen. Die Staaten würden "selbst auf die günstigeren ESM-Kredite, die minimalste Konditionen bedeuten, verzichten", kritisiert Wieland im Interview.

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Börsen-Zeitung, 12.11.2020, Autor Mark Schrörs, Frankfurt, Nummer 218, Seite 1, 282 Wörter

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