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Redaktion

Corporate Finance Award der Börsen-Zeitung

Corporate Finance Award – Kandidaten

Corporate Finance Summit 2015 – eine Nachlese

 

Bayer gewinnt Corporate Finance Award

Börsen-Zeitung, 1.7.2015

cd/ab Frankfurt – „Noch machen wir uns keine Sorgen“, sagt Bayer-Finanzvorstand Johannes Dietsch zum geplanten Börsengang der Bayer-Kunststoffsparte. Das Geschäft soll unter dem Namen Covestro noch in diesem Herbst aufs Börsenparkett geführt werden, sofern die Kapitalmärkte – Stichwort: Griechenland – mitspielen. Dies wäre Bayers nächste Mega-Transaktion nach dem Kauf des OTC-Pharmageschäfts von Merck & Co in den USA für 14 Mrd. Dollar. Für diese zweitgrößte Übernahme in der Firmengeschichte hat Bayer jetzt den von der Börsen-Zeitung verliehenen Corporate Finance Award 2014 erhalten. Der Preis würdigt die strategische Bedeutung und die Finanzierungsstruktur des Kaufs, mit dem sich Bayer als weltweite Nummer 2 der OTC-Hersteller und Nummer 1 in den USA positioniert.

Der Corporate Finance Stetigkeitspreis geht an die Deutsche Annington Immobilien SE. Dank mehrerer Akquisitionen ist der Wohnimmobilienkonzern zur Nummer 1 in Deutschland mit rund 365.000 Wohnungen aufgestiegen und zählt inzwischen zu den Dax-Anwärtern.

 

Bayer gewinnt Corporate Finance Award

Stetigkeitspreis geht an Deutsche Annington – Bayer-Finanzchef Dietsch: Noch machen wir uns wegen Griechenland keine Sorgen

Nach der zweitgrößten Übernahme in der Firmengeschichte arbeitet Bayer schon an der nächsten Mega-Transaktion: dem Börsengang der Kunststoffsparte. Das Geschäft soll unter dem Namen Covestro noch in diesem Herbst aufs Börsenparkett geführt werden, sofern die Kapitalmärkte – Stichwort: Griechenland – mitspielen. „Noch machen wir uns keine Sorgen“, sagte Finanzvorstand Johannes Dietsch, der für Bayer den Corporate Finance Award entgegennahm.

Börsen-Zeitung, 1.7.2015

cd/ab Frankfurt – Gewinner des Corporate Finance Award 2014 ist die Bayer AG. Ausgezeichnet wird mit dem von der Börsen-Zeitung anlässlich des Corporate Finance Summit verliehenen Award der Erwerb des Geschäfts mit rezeptfreien Medikamenten von der amerikanischen Merck & Co durch Bayer für 14,2 Mrd. Dollar. Die Jury würdigte einerseits die strategische Bedeutung dieses Kaufs, mit dem Bayer zur weltweiten Nummer 2 der OTC-Hersteller und Nummer 1 in den USA aufstieg, andererseits die Finanzierungsstruktur der Akquisition mit Hybridkapital und Dollar-Bondemissionen nach Rule 144A in den USA über insgesamt 7 Mrd. Dollar.
Der Corporate Finance Stetigkeitspreis geht diesmal an die Deutsche Annington Immobilien SE. Damit wird die Wachstumsstrategie mit mehreren Akquisitionen und anschließenden Finanzierungsrunden gewürdigt, die den Wohnimmobilienkonzern zur klaren Nummer 1 in Deutschland mit rund 350.000 Wohnungen aufsteigen ließ. Größte Akquisition war die Gagfah-Übernahme für fast 9 Mrd. Euro. Erst vor zwei Wochen hatte Annington den nächsten Zukauf angekündigt, nämlich die Süddeutsche Wohnen (Südewo) mit 20.000 Wohnungen zu einem Preis von 1,9 Mrd. Euro. Die Kapitalerhöhung zur Finanzierung des Erwerbs in Form einer Bezugsrechtsemission läuft gerade und soll 2,3 Mrd. Euro in die Kasse spülen.

Der von der Börsen-Zeitung ausgelobte Corporate Finance Award zeichnet unternehmensstrategisch und finanzierungstechnisch herausragende Transaktionen des zurückliegenden Jahres aus. Auf der von einer Expertenjury aufgestellten Shortlist standen fünf Kandidaten. Neben den beiden Preisträgern waren dies Hella für den Börsengang, SAP für den Concur-Erwerb und ZF Friedrichshafen für die Übernahme des amerikanischen TRW-Konzerns.

In seiner Laudatio erinnerte Jury-Vorsitzender und Börsen-Zeitung-Chefredakteur Claus Döring daran, dass der Erwerb des Merck-OTC-Geschäfts der zweitgrößte Zukauf in der Bayer-Geschichte war und die Finanzierung die bisher größte Anleihenemission. Außerdem sei es der entscheidende Schritt zur Wandlung Bayers in einen reinen Life-Science-Konzern. In diesem Zusammenhang wird sich Bayer von seiner Kunststoffsparte (Material Science) trennen und plant, dieses Geschäft unter dem Namen Covestro an die Börse zu bringen.

Noch in diesem Herbst

Finanzvorstand Johannes Dietsch, der den Preis für Bayer entgegennahm, sagte: „Das Covestro-IPO wird die nächste große Transaktion, ob in diesem oder dem nächsten Jahr.“ Nach Möglichkeit soll der IPO noch in diesem Herbst über die Bühne gehen. „Qualitätsunternehmen“ haben immer gute IPO-Chancen, gab sich Dietsch selbstbewusst.

Ob der Zeitplan zu halten ist, hängt aber nicht zuletzt vom Kapitalmarktumfeld ab. Gerade mit Blick auf die Griechenland- respektive Euro-Krise sind die Risiken in den vergangenen Tagen gewachsen. „Noch machen wir uns keine Sorgen“, sagte Dietsch und fügte an: „Ich hoffe, dass Griechenland uns am Ende nicht den Spaß verdirbt.“

Nach jetziger Planung soll Covestro bis zum 1. September wirtschaftlich und rechtlich verselbständigt sein, so dass von da an jederzeit auf den Knopf gedrückt werden kann. Zuletzt hatte Reuters berichtet, dass in fünf bis sechs Wochen eine erste Analystenpräsentation geplant sei. Zwischen der Ankündigung des Börsengangs und dem Börsendebüt liegen in aller Regel vier Wochen.

Sollte sich das Börsenumfeld nachhaltig eintrüben, hat Bayer einen Plan B in der Tasche. Dann nämlich wird Covestro via Spin-off ausplatziert. Anders als bei einer öffentlichen Platzierung ist für den Spin-off jedoch die Zustimmung der Hauptversammlung erforderlich.

Für die Deutsche Annington nahmen Vorstandschef Rolf Buch und Finanzchef Stefan Kirsten den Corporate Finance Stetigkeitspreis entgegen. „Es ist eine Auszeichnung für die Mannschaft“, freute sich Buch. Vor drei Jahren noch hätten sich die Mitarbeiter beinahe geschämt, wenn sie nach ihrem Arbeitgeber gefragt wurden. Heute dagegen erfülle es sie mit Stolz.

Klare Signale der Aktionäre

Nach Einschätzung von Buch ist der seit anderthalb Jahren verfolgte Kurs aus Akquisition und Finanzierung „noch lange nicht zu Ende“. Die Verwaltung von 1 Million Wohnungen und mehr sei technisch unproblematisch. Als Business-to-Consumer-Anbieter gebe es keine Grenzen des Wachstums. Kirsten räumte jedoch ein, dass die aktuelle Niedrigzinsphase die eingeschlagene Strategie unterstütze.

Anders als bei den vorherigen Käufen greift Annington zur Finanzierung der Südewo diesmal auf eine Bezugsrechtskapitalerhöhung zurück. Kirsten führte drei Gründe an, warum das die richtige Entscheidung sei: Erstens sei die geplante Kapitalerhöhung – das Grundkapital soll um 30 % erhöht werden – zu groß, um sie im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens zu platzieren. Zweitens habe der Vorstand eindeutige Signale von einigen Shareholdern wie beispielsweise Staatsfonds erhalten, dass sie keine weitere Verwässerung ihrer Anteile wünschten. Und drittens „lässt sich eine Bezugsrechtsemission so gestalten, dass man auch in einem volatilen Umfeld morgens ausgeschlafen aufwacht“, erläuterte Kirsten mit einem Augenzwinkern.

Seit der Übernahme des Wettbewerbers Gagfah gilt Annington als einer der aussichtsreichsten Anwärter für den Aufstieg in den Dax. Auf die Frage, inwieweit eine potenzielle Dax-Mitgliedschaft zu den zahlreichen Akquisitionen angetrieben habe, antwortete Buch: „Eine Dax-Mitgliedschaft ist schön. Sie ist aber nicht Ziel der Transaktionen, sondern die Folge.“

 

IMPRESSIONEN VON DER VERLEIHUNG DES CORPORATE FINANCE AWARD 2014


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

CORPORATE FINANCE AWARD: DIE KANDIDATEN
 

Bayer

Corporate Finance Award 2014 der Börsen-Zeitung: Kandidat 1 - Bayer from WM Gruppe on Vimeo.

Deutsche Annington

Corporate Finance Award 2014 der Börsen-Zeitung: Kandidat 2 - Deutsche Annington from WM Gruppe on Vimeo.

Hella

Corporate Finance Award 2014 der Börsen-Zeitung: Kandidat 3 - Hella from WM Gruppe on Vimeo.

SAP

Corporate Finance Award 2014 der Börsen-Zeitung: Kandidat 4 - SAP from WM Gruppe on Vimeo.

ZF Friedrichshafen

Corporate Finance Award 2014 der Börsen-Zeitung: Kandidat 5 - ZF Friedrichshafen from WM Gruppe on Vimeo.





CORPORATE FINANCE AWARD: DIE KANDIDATEN (5)
 

ZF schafft Sprung vom Bodensee nach Übersee

Stiftungsunternehmen stößt mit TRW-Akquisition über 12,4 Mrd. Dollar in neue Dimension vor - Mit großem Schuldschein und Anleihen in Dollar und Euro finanziert

Von der "Zackenbude" zum Weltkonzern: ZF Friedrichshafen hat als Stiftungsunternehmen mit der Akquisition von TRW in den USA für 12,4 Mrd. Dollar den großen Sprung geschafft. Im 100. Jahr des Bestehens wurde erstmals der Anleihemarkt angezapft sowie der größte Schuldschein aller Zeiten platziert.

Von Walther Becker, Frankfurt

Börsen-Zeitung, 16.6.2015

"Ich hätte mich nicht getraut, eine solche Idee zu präsentieren - aus Angst rausgeschmissen zu werden", erinnert sich ein Investmentbanker, der seinen Namen in diesem Zusammenhang lieber nicht in der Zeitung lesen möchte. Die Idee: Das Stiftungsunternehmen ZF Friedrichshafen nimmt Milliarden in die Hand und schluckt den amerikanischen Autozulieferer TRW. Die Gesellschafterstruktur, die auf den ersten Blick wie eine Restriktion für größere M&A-Sprünge aussieht, entpuppt sich als enormer Hebel, um die Schuldenlast abtragen zu können - so jedenfalls betrachtet es Konzernchef Stefan Sommer.

Dem Deal mit TRW, der ein Volumen von 12,4 Mrd. Dollar hat, kann man eines nicht vorwerfen: dass auf Transaktionen dringende Investoren das Management in ungewisse Abenteuer gestürzt hätten. Denn das hat die Zeppelin-Stiftung gar nicht nötig. Und so ist die Übernahme denn auch alles andere als ein Ritt über den Bodensee. Die Stiftung ist eine rechtlich unselbständige Gemeindestiftung. Sie hält 93,8 % an ZF und ist Eigentümerin der Luftschiffbau Zeppelin GmbH und der Zeppelin GmbH. Mit den Erträgen finanziert sie satzungsgemäß mildtätige und gemeinnützige Zwecke. Sie geht zurück auf die Zeppelinspende des deutschen Volkes von 1908, die der Förderung des Luftschiffbaus dienen sollte.

Der Deal, bei dem Citi und Deutscher Bank Schlüsselrollen zukommen, gleicht einem Deal à la Schaeffler mit friedlichen Mitteln und ohne Finanz-Harakiri. In industrieller Logik und Refinanzierung gibt es zwar Parallelen. Doch vermeiden die Schwaben die einstigen Fehler der Franken und setzen statt auf Anschleichen und Attacke auf Verhandlung und Einigung.

Wie das Familienunternehmen aus Herzogenaurach ist auch das Stiftungsunternehmen aus Friedrichshafen stark in Mechanik und benötigt Elektronikkompetenz. Die fand Schaeffler 2008 in Continental. ZF hatte selbst auf globaler Ebene eine geringe Auswahl. US-Unternehmen sind aufgrund ihrer Aktionärsstruktur mit institutionellem Streubesitz zu haben - anders als Rivalen in anderen Teilen der Welt.

Einzige Panne des Deals: Die Transaktion sickerte aus Sicht von ZF zu früh durch. Minuziös ist das Vorgehen vorbereitet, nur wenige Vertraute sind eingeweiht. Doch durchkreuzen indiskrete Informanten den Plan - um den Preis für die von Goldman Sachs beraten TRW hochzutreiben.

In weniger als einem Jahr hat ZF-Chef Stefan Sommer eine der größten Übernahmen der Zulieferbranche mit Geschick, Diplomatie und Hilfe der Notenbankpolitik des billigen Geldes durchgezogen. ZF zählt nun zu den größten Ausrüstern der Autoindustrie. Der traditionsreiche Konzern wird sich von Grund auf wandeln. Ein langfristig orientiertes deutsches Traditionsunternehmen trifft auf eine amerikanische Kultur, die weit kurzatmiger ist. An diesem Punkt sind schon ganz andere Konzerne gescheitert. Die Integration von TRW setzt ZF-Chef Sommer auf drei bis fünf Jahre an.

Auf Partnerschau

Am Anfang steht die Analyse: Ende 2013 kam Sommer zu dem Ergebnis, dass das Geschäft mit Getrieben, Achsen, Stoßdämpfern, Spurstangen oder Lenkungen nicht mehr reiche. Das fahrerlose, digitale Auto werde kommen, Elektrik und Elektronik spielten eine immer größere Rolle, um Sicherheitssysteme zu steuern, Sprit zu sparen und Staus zu vermeiden.

Sommer sieht sich nach Partnern um - und findet in TRW die ideale Ergänzung. Schließlich war er einst selbst bei Conti. Der seit 1. Mai 2012 als Nachfolger von Hans-Georg Härter an der ZF-Spitze stehende Manager hatte seine berufliche Karriere bei ITT Automotive in Frankfurt begonnen, die an Continental ging; er war von 1997 bis 2008 für diese tätig. Der Westfale - Sommer stammt aus Münster - ist zwar kein Vabanque-Spieler, doch Nervenkitzel muss für den Sammler alter Porsches sein. ZF setzte im Jahr vor dem Deal 16,8 Mrd. Euro um und verdiente operativ (Ebitda) 1,7 Mrd. Euro. 2014 waren es 18,4 Mrd. und 2 Mrd. Euro. TRW ist mit Erlösen von 13,1 Mrd. (2013) und 1,3 Mrd. Euro Ebitda etwas kleiner.

TRW hatte hierzulande damit Schlagzeilen gemacht, dass der Zulieferer sich damals noch als Portfoliofirma des Finanzinvestors Blackstone um die Siemens-Sparte VDO Automotive bemühte und den Preis trieb. Für 11,4 Mrd. Euro ging VDO dann 2007 an Conti. Diese wiegte sich wegen der hohen Schulden als vermeintlicher Giftpille in Sicherheit, bis Schaeffler zur Attacke blies.

Was im September 2014 ungläubiges Staunen auslöste, ist Mitte Mai 2015 in trockenen Tüchern: ZF Friedrichshafen schließt die Übernahme von TRW Automotive Holdings ab. Das US-Unternehmen wird als neue Division unter dem Namen Aktive & Passive Sicherheitstechnik eingegliedert. Das vereinte Unternehmen firmiert als ZF Friedrichshafen AG. Vereint sei die Gruppe ein "Kraftpaket" in automobiler Technologie, Fahrerassistenz und Insassenschutz, Antriebsstrang und Getriebe sowie Brems- und Lenksystemen. Der Kaufpreis beträgt 12,4 Mrd. Dollar und ist mit einem Dollarkurs von 1,29 Euro gegen Währungsrisiken abgesichert. Die Gruppe ist mit einem Pro-forma-Umsatz von über 30 Mrd. Euro und 134 000 Beschäftigten der nach Conti und Bosch global größte Autozulieferer.

Doch Sommer ist noch nicht zufrieden und setzt umgehend ein Zeichen, dass mit ZF auch nach dem Megadeal zu rechnen ist: Er übernimmt das Großgetriebegeschäft von Bosch Rexroth. Dies bedeutet den Einstieg ins Geschäft mit Industriegetrieben für Ölbohrplattformen, Tunnelbohrer, Minenfahrzeuge und Seilbahnen. Außerdem stärkt er das Windgetriebegeschäft.

Die TRW-Aktionäre erhalten mit 105,60 Dollar je Aktie eine Prämie von 16 % auf den unbeeinflussten Kurs. Der implizierte Eigenkapitalwert liegt bei 12,4 Mrd. Dollar, der Enterprise Value bei 13,5 Mrd. Dollar, was einem Multiple bezogen auf das operative Ergebnis (Ebitda) von 7,6 entspricht. Kurz vor offizieller Ankündigung des TRW-Deals wird bekannt gegeben, dass die ZF Lenksysteme ganz an Joint-Venture-Partner Bosch gehen. Der nicht genannte Preis wird auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt.

Finanziert wird TRW zunächst mit einem Paket über 12,5 Mrd. Euro von Citi und Deutscher Bank, die anschließend an 23 Banken syndizieren, einschließlich zweier Kredite: 2,5 Mrd. Euro auf drei Jahre und 1 Mrd. Euro auf fünf Jahre. 7,5 Mrd. Euro sind als Brückenfinanzierung für den "Take-out" am Kapitalmarkt vorgesehen. Teil der Ablösung ist ein Schuldscheindarlehen über 2,2 Mrd. Euro - das mit Abstand größte Volumen, das es bisher mit diesem Instrument gegeben hat. Zur Finanzierung tragen zudem die positive Nettofinanzposition von ZF über 1,4 Mrd. Euro und der Erlös aus dem Verkauf der Lenksysteme bei.

Nach 100 Jahren erster Bond

Im April 2015 werden die ersten Anleihen begeben: 2,25 Mrd. Euro auf vier und acht Jahre mit Kupons von 2,25 und 2,75 %. Bookrunner sind Barclays, BNP Paribas, Commerzbank und Deutsche Bank. Dabei geht ZF mit ihrem ersten Rating - "Ba 2" mit positivem Ausblick von Moody's und "BB", stabil von S & P - an den Start. Es folgt eine US-Transaktion mit Treffen in New York und Boston, wobei ZF mit mehr als 50 Investoren einzeln spricht und mit etwa 120 auf einer gemeinsamen Präsentation Kontakt hat. Hier sind Citi, BoA Merrill Lynch, HSBC und J.P. Morgan als Buchführer mandatiert. Das Orderbuch füllt sich auf 15 Mrd. Dollar an. Begeben werden Papiere über 1 Mrd. Dollar auf fünf Jahre zu 4,0 %, 1 Mrd. auf sieben Jahre zu 4,5 % und 1,5 Mrd. Dollar auf zehn Jahre mit einem Kupon von 4,75 %, wobei jeweils am unteren Ende der Spanne gepreist werden kann.

"Indem wir einen Teil der Anleihen in US-Dollar begeben, sichern wir uns auf natürliche Weise gegen Währungsrisiken ab", sagt CFO Konstantin Sauer. Die Finanzierung habe ein ausgewogenes Laufzeitenprofil und die Übernahme sei "entsprechend unserer konservativen Finanzpolitik solide durchfinanziert."

Angesichts der zu erwartenden Gewinne erkennt ZF keine besonderen Belastungen. "Die Ertragskraft sorgt dafür, dass wir uns relativ schnell wieder entschulden können", sagt Sommer mit Blick auf die historisch niedrigen Zinsen. Der Cash-Zufluss, den TRW bisher an die Aktionäre ausschüttete, bleibt nun im neuen Konzern. Es kommen zwei nahezu schuldenfreie Unternehmen zusammen. "Dazu kommt, dass beide Unternehmen ertragsstark sind, über ein sortiertes Produktportfolio verfügen und es keinen großen Restrukturierungs- und Investitionsbedarf gibt. Vielmehr können wird uns darauf konzentrieren, die komplementäre Technologiestrategie umzusetzen", sagt Sommer.

Rechtlich setzte ZF auf Sullivan & Cromwell. TRW mandatierte Simpson Thacher & Bartlett sowie Gleiss Lutz. Den ZF-Eignern stand Clifford Chance zur Seite, Cleary Gottlieb der Citi. Bei den Anleihen vertrat Freshfields Bruckhaus Deringer ZF und Allen & Overy die Banken. Freshfields war auch für den Schuldschein mandatiert. Für den Verkauf der Lenksysteme war es Glade Michel Wirtz, die auch beim Kauf der Rexroth-Sparte mit Baker & McKenzie beriet.

 

ZF Friedrichshafen und TRW

ZF Friedrichshafen und TRW
 

Größte Autozulieferer

Größte Autozulieferer
 

High Noon

High Noon
 

Zuletzt erschienen: Der Bondmarkt hat als Reiseziel für SAP Saison, 9.6.
Hella (er)findet den sicheren Weg an die Börse. 2.6.
Wohnungsriese Deutsche Annington auf Kurs für den Dax, 27.5.
Bayer und die Transaktion der Superlative, 19.5.

Corporate Finance Award 2014 der Börsen-Zeitung: Kandidat 5 - ZF Friedrichshafen from WM Gruppe on Vimeo.




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16.05.15 Dekoration ZF Friedrichshafen mit TRW-Übernahme am Ziel
23.04.15 Dekoration ZF geht auch den US-Bondmarkt an
22.04.15 Dekoration ZF gibt im Jubiläumsjahr Bond-Debüt
22.04.15 Dekoration ZF Friedrichshafen debütiert mit Bond
11.03.15 Dekoration ZF bleibt auf dem Gaspedal
13.01.15 Dekoration ZF begibt größten Schuldschein
30.12.14 Dekoration PERSONEN: Auf Augenhöhe mit Bosch
19.12.14 Dekoration ZF Friedrichshafen erweitert den Vorstand
19.12.14 Dekoration ZF rechnet 2015 mit Renditesprung
12.12.14 Dekoration FINANZMARKTKALENDER: Von ZF sind Details zur Strategie zu erwarten


CORPORATE FINANCE AWARD: DIE KANDIDATEN (4)
 

SAP macht bei M&A erstmal Pause

Börsen-Zeitung, 9.6.2015

sp Frankfurt – SAP macht bei großen Übernahmen derzeit Pause. Das hat CEO Bill McDermott nach den Zukäufen Ariba, Concur, Fieldglass, Hybris und Success Factors, für die der Softwarekonzern innerhalb von knapp drei Jahren fast 20 Mrd. Dollar auf den Tisch gelegt hat, mehrfach betont. Ob die selbstauferlegte Zurückhaltung auch dann Bestand hätte, wenn das in den USA grassierende Übernahmefieber einen Konkurrenten wie Oracle oder IBM in Kaufrausch versetzen würde, könnte aber bald von der Wirklichkeit getestet werden. Denn die Tech-Konzerne sitzen auf riesigen Cash-Beständen und können sich am Bondmarkt derzeit fast zum Nulltarif finanzieren. Eine Option, von der auch SAP zuletzt reichlich Gebrauch machte.

 

Der Bondmarkt hat als Reiseziel für SAP Saison

Zur Finanzierung von Concur platziert der Dax-Konzern Anleihen für 4,5 Mrd. Euro – Nach fünf Milliardendeals in drei Jahren kündigt CEO McDermott eine Pause an

Concur, ein Spezialist für Software zur Abrechnung von Reisespesen, war SAP im vergangenen Herbst mehr als 8 Mrd. Dollar wert. Beliebtes Reiseziel von CFO Luka Mucic war in den Folgemonaten der Anleihemarkt. Mit zwei Platzierungen sammelte der Dax-Konzern zur Finanzierung seiner bislang größten Übernahme 4,5 Mrd. Euro ein.

Von Stefan Paravicini, Frankfurt

Börsen-Zeitung, 9.6.2015

Für die Übernahme von Concur, einem Spezialisten für Software zur Abrechnung von Reisespesen, hat SAP im Herbst inklusive Schulden mehr als 8 Mrd. Dollar auf den Tisch gelegt (siehe Tabelle). Es war die größte Übernahme des Softwareherstellers, die dem Dax-Konzern jetzt eine Nominierung für den Corporate Finance Award der Börsen-Zeitung eingebracht hat. Schon vor zwei Jahren standen die Walldorfer nach den Milliardenzukäufen Success Factors und Ariba, die die Reisekasse von SAP binnen sechs Monaten in der gleichen Größenordnung wie Concur belastet hatten, auf der Shortlist für die Auszeichnung. CFO Werner Brandt, der sich von SAP im vergangenen Sommer planmäßig in den Ruhestand verabschiedet hat, heimste damals den Stetigkeitspreis ein, der die Unternehmens- und Portfoliostrategie über einen längeren Zeitraum hinweg würdigt (siehe Kasten).

Damals wie heute gelang SAP nach der Brückenfinanzierung ihrer Milliardenübernahme über Bankkredite ein erfolgreicher Auftritt am Bondmarkt, wobei für die Refinanzierung des Concur-Deals bei zwei Platzierungen im November 2014 und Ende März Anleihen für insgesamt 4,5 Mrd. Euro emittiert wurden. Die Fälligkeitstermine der zusammengenommen sechs Tranchen verteilen sich über die Jahre 2017 bis 2027.

Rating im Gepäck

Neu mit im Gepäck für die Reise zu den Bondinvestoren hatte der seit dem Sommer amtierende SAP-Finanzvorstand Luka Mucic ein externes Rating, auf das sein Vorgänger während 14 Jahren an der Spitze des Ressorts verzichtet hatte. Die Kreditwürdigkeit des Dax-Konzerns wird sowohl von den Analysten bei Moody’s („A2“) als auch von Standard & Poor’s („A“) als Investment Grade mit stabilem Ausblick eingestuft.

Die Platzierungen zur Refinanzierung von Concur wurden von der Deutschen Bank koordiniert. Bank of America, Barclays, Citigroup, Goldman Sachs und J.P. Morgan hatten mindestens bei einer der Transaktionen eine aktive Rolle als Bookrunner. Bank of Tokyo-Mitsubishi, Morgan Stanley, Nordea, RBS, Société Général und Unicredit waren passiv mit dabei. Die Brückenfinanzierung des Concur-Deals über eine neue Kreditfazilität im Umfang von bis zu 7 Mrd. Euro hatte die Deutsche Bank arrangiert.

Für SAP war Concur nicht der erste Deal, der über Anleihen refinanziert wurde. Allerdings liegt das im Zusammenhang mit Concur emittierte Volumen auf einem für die Walldorfer neuen Niveau. Die B2B-Einkaufsplattform Ariba, die im Frühjahr 2012 mit einem Kaufpreis von 4,6 Mrd. Dollar zu Buche schlug, wurde im November mit einem Bondvolumen in der Größenordnung von 3 Mrd. Dollar refinanziert, wobei SAP damals mit einem Volumen von 1,4 Mrd. Dollar die bis dahin größte US-Privatplatzierung eines Unternehmens mit Sitz außerhalb der Vereinigten Staaten gelungen war. Weitere 1,3 Mrd. Euro wurden mit Eurobonds eingesammelt. Die Emissionen dienten zur Ablösung eines Kredits in der Größenordnung von 2,4 Mrd. Euro, den wiederum die Deutsche Bank arrangiert hatte.

Zwei Bonds, sechs Tranchen

Der für Concur im vergangenen November begebene Eurobond umfasste drei Tranchen: eine vierjährige variabel verzinsliche Tranche mit einem Volumen von 750 Mill. Euro, eine achtjährige Tranche über 1 Mrd. Euro und mit einem Kupon von 1,125 % sowie eine zwölfjährige Tranche mit einem Volumen von 1 Mrd. Euro und einem Kupon von 1,75 %. Die Ende März platzierte Anleihe wurde ebenfalls in drei Tranchen angeboten, wobei die erste mit einem Volumen von 500 Mill. Euro über zwei Jahre läuft und einen variablen Zinssatz in Höhe des Drei-Monats-Euribor zuzüglich 17 Basispunkten zahlt und für die fünfjährige Tranche mit einem Volumen von 650 Mill. Euro 13 Basispunkte mehr bezahlt werden. Die zehnährige Tranche über ein Volumen von 600 Mill. Euro zahlt einen festen Kupon von sage und schreibe 1 % p.a.

Die Refinanzierungsmöglichkeiten im aktuellen Zinsumfeld rücken nicht nur für SAP ganz neue Reiseziele in Reichweite. Nach fünf Milliardenübernahmen in gerade einmal drei Jahren – rechnet man neben Ariba, Concur und Success Factors auch die für 1 Mrd. Dollar erworbene Hybris und die für 974 Mill. Dollar eingekaufte Fieldglass großzügig zu dieser Kategorie – hat Konzernchef Bill McDermott zuletzt dennoch eine Pause für große Zukäufe angekündigt. Man habe jetzt alle Assets zusammen, um erfolgreich zu sein, sagte der US-Manager zuletzt am Rande der Hauptversammlung in Mannheim. Spekulationen über eine Übernahme des schärfsten Rivalen in der Cloud, Salesforce, erteilte McDermott bei dieser Gelegenheit eine Absage (vgl. BZ vom 21. Mai).

Cool im Übernahmefieber

Und wenn sich ein SAP-Konkurrent an eine Übernahme von Salesforce heranwagen würde? „Dann wäre das für uns wahrscheinlich das bestmögliche Szenario“, sagte McDermott in Mannheim, weil SAP die entstehende Unruhe nutzen könnte, der Konkurrenz Geschäftsanteile abzuknöpfen. Ob die selbst auferlegte Zurückhaltung bei milliardenschweren Zukäufen tatsächlich auch dann Bestand hätte, wenn sich ein Konkurrent wie Oracle an eine Übernahme von Salesforce machen würde, könnte schon bald von der Wirklichkeit getestet werden. Denn US-Technologiekonzerne haben so viel Cash auf der hohen Kante, dass sie eine Akquisition wie Salesforce, die an der Börse gut 46 Mrd. Dollar wert ist und damit das bislang größte Übernahmeziel in der Softwarebranche wäre, locker stemmen könnten.

In den vergangenen Jahren haben die Tech-Konzerne in den USA dieses Geld verstärkt in den Rückkauf eigener Aktien und höhere Ausschüttungen an die Aktionäre gesteckt, wobei sie dafür teils milliardenschwere Anleiheemissionen begeben haben, um Gewinne aus dem Ausland nicht repatriieren zu müssen (siehe Tabelle). Im vergangenen Jahr emittierten die Technologieunternehmen nach Angaben des Informationsdienstes Dealogic in 155 Emissionen weltweit Bonds im Volumen von knapp 117 Mrd. Dollar. Im laufenden Turnus sind es bereits mehr als 80 Mrd. Dollar in 58 Emissionen (siehe Grafik).

Mittlerweile ist der Anlagenotstand bei US-Technologiegrößen offenbar so groß, dass sie sich auf den Bondmärkten auch auf der Käuferseite in bisher ungesehenem Ausmaß exponieren. Bei manchen Emissionen würden die Technologiekonzerne bis zur Hälfte des Emissionsvolumens aufnehmen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf Insider. SAP hat derzeit wohl keinen Bedarf, Schuldtitel von anderen Emittenten zu kaufen. Für die Walldorfer steht zunächst die Rückführung der eigenen Verbindlichkeiten auf dem Programm, die seit 2010 auf 11 Mrd. Euro zum Jahresende 2014 angewachsen waren. Ein Gutteil davon hat SAP in der Zwischenzeit auf dem Bondmarkt refinanziert. Für den Schuldenabbau kann sich der Konzern auf einen starken Cash-flow verlassen.

Im Anleihemodus

Im Anleihemodus
 

Im Übernahmemodus

Im Übernahmemodus
 




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05.05.15 Dekoration Showtime oder Lunchtime?
01.05.15 Dekoration PERSONEN: Brautvater für Hochzeit in der Cloud gesucht
22.04.15 Dekoration SAP ERÖFFNET BERICHTSSAISON: Schwacher Euro treibt SAP Richtung Allzeithoch
21.03.15 Dekoration SAP erwartet stärkere Währungseffekte
21.01.15 Dekoration SAP ZIEHT BILANZ - IM INTERVIEW: LUKA MUCIC: "Eine ,Margensumme' über alle Bereiche macht nur wenig Sinn"
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31.12.14 Dekoration IM INTERVIEW: WILLIAM R. MCDERMOTT: "Deutschland ist viel innovativer, als die meisten glauben"
25.11.14 Dekoration SAP startet Refinanzierung der Übernahme von Concur
21.11.14 Dekoration CLOUD COMPUTING: SAP hat bei Concur gutes Reisewetter


CORPORATE FINANCE AWARD: DIE KANDIDATEN (3)
 

Nach dem IPO steuert Hella nun auf den MDax zu

Börsen-Zeitung, 2.6.2015

ab Düsseldorf – Im Wege zweier Privatplatzierungen hat der Autozulieferer Hella den Kurszettel im vergangenen Jahr bereichert. Transaktionssicherheit war das alles überstrahlende Thema beim Börsengang des traditionsreichen Familienunternehmens. Zugleich war das IPO der letzte logische Schritt der seit 2002 betriebenen Öffnung gegenüber den Kapitalmärkten. Anfang des Jahres wurde der Börsenneuling in den SDax aufgenommen, dank der kürzlich erfolgten Abgabe weiterer Aktien aus Familienbesitz steuert Hella nun direkt auf den MDax zu. Mit einer Marktkapitalisierung von gut 5 Mrd. Euro und einem Streubesitz von derzeit knapp 28 % hat Hella zumindest eine Zugangsschwelle für den MDax überwunden. Denn für den Aufstieg in den Index muss der Streubesitz Experten zufolge zumindest 1 Mrd. Euro auf die Waage bringen.

Hella ist einer der fünf Kandidaten, die sich für das Finale des Corporate Finance Award 2014 der Börsen-Zeitung qualifiziert haben. Der Preis wird am 29. Juni 2015 im Rahmen des Corporate Finance Summit in Frankfurt überreicht.

 

Hella (er)findet den sicheren Weg an die Börse

Erfolgreicher Übergang vom familiengeführten zum familienkontrollierten Unternehmen – Automotive-Konzern nimmt zielstrebig Kurs auf den MDax

Im Wege zweier Privatplatzierungen hat der Autozulieferer Hella den Kurszettel im vergangenen Jahr bereichert. Das Projekt war von langer Hand geplant und galt als krönender Abschluss der seit 2002 vollzogenen Öffnung des Familienunternehmens gegenüber den Kapitalmärkten.

Von Annette Becker, Düsseldorf

Börsen-Zeitung, 2.6.2015

Neuartig, facettenreich und nicht zuletzt erfolgreich, das war der Börsengang der Hella KGaA Hueck & Co. Nachahmenswert ist das Vorgehen jedoch nicht für alle Familienunternehmen, die einen Ausweg aus der Nachfolgeproblematik suchen. Geschweige denn, dass sie die erforderliche Geduld und Disziplin mitbrächten, ging den beiden, binnen einer Woche durchgezogenen Privatplatzierungen doch eine 18-monatige Vorbereitungsphase voraus.

Oberste Maxime war die Transaktionssicherheit, sollte dem auf Licht und Elektronik spezialisierten Automotive-Konzern doch ein vom Kapitalmarkt erzwungener Rückzieher erspart bleiben. Passend zur innovativen Emissionsstruktur brachte mit Bankhaus Lampe und Citi auch ein ungewöhnliches Bankenduo den Traditionskonzern an die Börse.

IPO-Fenster schließt sich

Die Transaktionssicherheit, die die Familie vertreten durch den geschäftsführenden Gesellschafter Jürgen Behrend zum Maß aller Dinge machte, erforderte absolute Vertraulichkeit im Prozess. Was auf den ersten Blick wie ein krasser Widerspruch zum Going Public aussieht, sollte sich letztlich als einer der Erfolgsfaktoren erweisen. Denn eigentlich hatte sich das IPO-Fenster im vorigen Jahr schon wieder geschlossen, als das Familienunternehmen aus Lippstadt Ende Oktober das Börsenparkett ansteuerte. Spätestens nach dem Fehlstart von Rocket Internet galt auf Investorenseite: no more German IPO. Hella aber ließ sich trotz sprunghaft gestiegener Volatilität und deftiger Kurseinbrüche der Peers Continental und Valeo nicht vom Kurs abbringen.

Doch der Reihe nach: Im März 2013 suchte Behrend erstmals den Kontakt zu Ute Gerbaulet, die in der Geschäftsführung des Düsseldorfer Bankhauses Lampe für Capital-Markets-Themen zuständig ist. Es galt, für die Familie einen geordneten Rückzugsplan zu entwickeln, der einerseits die nachhaltige Kontrolle über das ererbte Unternehmen sicherte und andererseits eine Diversifizierung des Familienvermögens erlaubte. Neben der ungelösten Nachfolgethematik war es zuletzt auch zunehmend schwieriger geworden, die Interessen der gut 60 Familiengesellschafter unter einen Hut zu bringen.

Die Idee zum Börsengang war schnell geboren, zumal sich Hella seit der Jahrtausendwende Schritt für Schritt den internationalen Kapitalmärkten geöffnet hatte (siehe Grafik). Als herausfordernd erwies sich allerdings die seitens der Familie gewünschte Transaktionssicherheit, die eine Dokumentation jenseits der Standards erforderte. Das Vorhaben konnte nur mit Hilfe einer kleinen Bank gelingen, sind maßgeschneiderte Transaktionsstrukturen in Großbanken doch meist schon wegen der internen Prozesse zum Scheitern verurteilt.

Doch selbst wenn die Dokumentation steht, das war den IPO-begleitenden Banken bewusst, ist die Zeichnung damit noch längst nicht gesichert, sind die Freiheitsgrade institutioneller Investoren – und nur diese kamen als Anleger der ersten Stunde infrage – aufgrund strikter Anlagevorschriften doch ebenfalls stark eingeschränkt.

Lehren aus Evonik-IPO

Zu lösen galt es einen weiteren Konflikt: Denn während der Familie der Einfluss auf das Anfangsset der Investoren am Herzen lag, hatte der via Privatplatzierungen erfolgte Börsengang des Chemiekonzerns Evonik gelehrt, dass eine allzu private Veranstaltung die spätere Kursentwicklung maßgeblich beeinträchtigen kann. Um auch nach dem Listing für ausreichend Liquidität in der Aktie zu sorgen, musste das Material daher bei mindestens 100 Investoren untergebracht werden, wobei kurzfristig orientierten Investoren eine wichtige Bedeutung zukam.

Letztlich entschied sich Hella für einen Prozess, der aus zwei Privatplatzierungen bestand. Dabei sollte der zweiten Platzierung im beschleunigten Bookbuilding-Verfahren, die mit der Notierungsaufnahme einherging, eine vertrauliche Vorabplatzierung vorausgehen. Um die Abhängigkeit vom Marktumfeld weitestgehend zu eliminieren, wurden beide Transaktionen vertraglich miteinander verknüpft. Faktisch erhielten die Investoren der Vorabplatzierung ein Rücktrittrecht, sollte das Listing nicht binnen fünf Tagen folgen. Da Hella mit der ersten Platzierung alle für eine Börsennotierung erforderlichen Kriterien erfüllte, war am Ende jedoch für Transaktionssicherheit gesorgt.

Doch wie kommt man an eine ausreichend große Investorenschar, ohne dass die IPO-Pläne publik werden? Indem man frühzeitig in Gespräche mit ausgewählten Investoren tritt, die sich nicht nur hinsichtlich ihrer sektoralen und langfristigen Orientierung sowie grundsätzlicher Zeichnungsbereitschaft im vorbörslichen Stadium auszeichnen, sondern auch durch Seriosität.

Family Offices im Fokus

Folglich absolvierte das Managementteam unter Führung von Rolf Breidenbach, dem Vorsitzenden der Hella-Geschäftsführung, zwischen März und Juli 2014 in verschiedenen europäischen Städten Roadshows, in denen sich das Unternehmen fernab einer Kapitalmarkttransaktion vorstellte. Als Gesprächspartner standen finanzkräftige Unternehmerfamilien, Family Offices und institutionelle Investoren im Fokus. Als besonders hilfreich stellte sich heraus, dass Behrend dabei nicht nur als Geschäftsführer, sondern auch als Repräsentant der Familie in Erscheinung trat. Denn Investoren mit Unternehmergen stellen andere Fragen als institutionelle Anleger, ihnen geht es neben rein wirtschaftlichen Aspekten vor allem auch um Vertrauen. Zugleich bringt diese Klientel Verständnis mit für einen Übergang vom familiengeführten zum familienkontrollierten Unternehmen. Bei Hella ist das über eine bis 2024 reichende Poolvereinbarung für 60 % des Grundkapitals abgesichert.

Monate nach dem ersten Aufschlag bei potenziellen Investoren ging das Management erneut auf Roadshow – diesmal mit den Börsenplänen im Gepäck. In vertraulichen Treffen wurde Ende September/Anfang Oktober des vorigen Jahres binnen zwei Wochen die Werbetrommel für die Equity Story inklusive der komplexen Transaktionsstruktur gerührt. Am Ende wurden erste Preis- und Volumenindikationen abgefragt. Teilnehmen durften an den Veranstaltungen jedoch nur jene Investoren, die zuvor eine ausgefeilte Vertraulichkeitsvereinbarung unterzeichnet hatten. Hella ließ sich dabei von Hengeler Mueller beraten, den emissionsbegleitenden Banken stand Hogan Lovells zur Seite.

Schmackhaft machten die Banken den Investoren die Teilnahme an der Vorabplatzierung mit einem kleinen Preisabschlag, der sich am Ende auf 6 % belief. Voll ausspielen konnte Lampe ihre Aufstellung als zum Familienkonzern Oetker gehörende Privatbank in der Vorabplatzierung, in der mehr als die Hälfte der Aktien bei Family Offices und Stiftungen untergebracht wurde. In der zweiten Runde kamen dagegen vornehmlich institutionelle Investoren aus Europa zum Zuge.

Dass die kleine, aber feine Düsseldorfer Adresse offensichtlich zur allseitigen Zufriedenheit arbeitete, zeigt sich nicht nur am Kursverlauf der Aktie – seit der Erstnotiz beläuft sich der Wertzuwachs aktuell auf fast 70 %, die Marktkapitalisierung auf gut 5 Mrd. Euro. Vielmehr durfte Lampe kürzlich auch zusammen mit der Deutschen Bank den Abverkauf weiterer Aktien aus Familienbesitz begleiten. Dabei trennten sich die Familiengesellschafter nach Ablauf der sechsmonatigen Haltefrist von weiteren 12,5 % des Grundkapitals; weniger um Kasse zu machen – auch wenn diesmal zu 41 Euro platziert wurde –, sondern vielmehr, um den Streubesitz auszubauen.

Denn dadurch erhöhte sich die Marktkapitalisierung des Free Float von knapp 28 % auf deutlich über 1 Mrd. Euro. Dem Wert, an dem Banker die Zugangsschwelle für den Aufstieg in den MDax ansiedeln. Hella könnte also schon im Herbst – nach nicht einmal einem Jahr Börsenzugehörigkeit – der Sprung in den Index der mittelschweren MDax gelingen. Ein Ziel, das die Familie schon anlässlich des Börsengangs fest in den Blick genommen hatte

Die zweistufige Emissionsstruktur beim Hella-IPO

Die zweistufige Emissionsstruktur beim Hella-IPO
 




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29.04.15 Dekoration PERSONEN: Börsenneuling Hella muss neuen Finanzchef suchen
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10.01.15 Dekoration Hella überstrahlt die Branche
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17.12.14 Dekoration Hella im Scheinwerferlicht
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20.11.14 Dekoration Hella-Aktie braucht keine Stützung
12.11.14 Dekoration Hella reüssiert an der Börse
12.11.14 Dekoration Hella leuchtet an der Börse


CORPORATE FINANCE AWARD: DIE KANDIDATEN (2)

"Wohnungsriese Deutsche Annington auf Kurs für den Dax"

Auch nach dem Gagfah-Kauf für knapp 9 Mrd. Euro keine Abstriche an der Wachstumsstrategie – Gut geölte Akquisitionsmaschine nutzt die Finanzierungspalette

Vom hoch verschuldeten Wackelkandidaten im Besitz von Private Equity zum Liebling der Investoren: Die Deutsche Annington, das größte Wohnungsunternehmen der Republik, stemmt mit Unterstützung vom Kapitalmarkt große Zukäufe. Auch nach der Gafah-Übernahme expandiert der Dax-Kandidat.

Von Walther Becker, Frankfurt

Börsen-Zeitung, 27.5.2015

Akquirieren und finanzieren, akquirieren und finanzieren, akquirieren und finanzieren: Wie an einer Perlenschnur reihen sich stetig die Deals der Deutschen Annington aneinander, die mit Zukäufen wächst und inzwischen nahezu die gesamte Klaviatur nutzt, die der Kapitalmarkt bietet. Und das vor dem Hintergrund steigender Kurse, allein 2014 um 55 %. „Wir sind fast immer die ersten unserer Branche: In der bilanziellen Restrukturierung, im Rating, bei Hybridanleihen und bei international akzeptierten Bond-Covenants.“ Darauf legt Finanzchef Stefan Kirsten großen Wert. Jüngster und gerade abgeschlossener Deal ist die Übernahme des eine Nummer kleineren Konkurrenten Gagfah für 8,8 Mrd. Euro inklusive Schuldenübernahme.
Und das, ohne dass zuvor etwas nach außen drang, freut sich der CFO. Mit einer Handvoll Leuten gehe man mögliche Ziele an und erweitere die Teams dann in den intensiveren Phasen der Prozesse. Mit den Bankern von J.P. Morgan, die in Beratung und Finanzierung regelmäßig an Bord sind, bildet die Crew ein eingespieltes Team.

Klare Vorgaben

Und mit Gagfah ist längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, sagt der CFO. „Wir schauen uns opportunistisch weiter nach Kaufgelegenheiten um“, betont er. „Zu jedem Portfolio mit mindestens 5000 Wohnungen wollen wir eine qualifizierte Meinung haben.“ Akquisitionen, möglichst jeweils zu Quartalsbeginn abgeschlossen, müssten für die Annington als das einzige bundesweit aktive Wohnungsunternehmen die Vorgaben an Cash-flow und Ergebnis erfüllen. Während Investmentbanker für M&A meist auf andere börsennotierte Immobiliengesellschaften schielen, schauen Annington-CEO Rolf Buch und Kirsten primär auf privat gehaltene Bestände. Von den 41,4 Millionen Wohnungen hierzulande lägen gerade gut 500000 bei börsennotierten Gesellschaften, davon allein mehr als 300000 beim eigenen Haus, sagt Kirsten. 8,5 Millionen bis 9 Millionen Wohnungen umfasse der für die Annington interessante Markt. Als klare Nummer 1 betrage der Anteil in dem für das Unternehmen relevanten Markt gerade 4 %. Dafür will er die gut geölte „Akquisitionsmaschine“ nutzen. Annington als Wachstumsplattform „industrialisiere“ die Wohnungswirtschaft gleichsam mit der Integration neuer Portfolien und standardisiere Akquisitions- und Finanzierungsprozesse. Und es gilt die Devise: „Wachstum ja, aber nicht um jeden Preis.“ Mit einem neuen genehmigten Kapital wurde auf der zweiten Hauptversammlung nach dem IPO jüngst die Grundlage für weiteres Wachstum gelegt. „Wir wollen auch in Zukunft eine aktive Rolle bei der Konsolidierung des deutschen Wohnungsmarkts einnehmen“, betont CEO Rolf Buch.
Investoren, Darlehensgeber und Anleihegläubiger mögen das offenbar. Das schlägt sich in der Kursperformance von Aktie und Anleihen nieder und es muss für Bonds längst keine Prämie für „New Issuer“ gezahlt werden. Rund 30 Adressen sind die Kerninvestoren der Aktie, von denen jeder Dritte als Meinungsbildend gilt. Ausgeschüttet werden generell 70 % des operativen Ergebnisses – in Zukunft unter Umständen auch mehr, lässt Kirsten durchblicken. Ausgeschüttet wurden für das vorige Jahr 276 (i.V. 168) Mill. Euro. In die Wohnungen wurden 346 Mill. Euro investiert. Mit rechnerisch 29 Euro je Quadratmeter gilt das als Spitzenwert in der Branche.

Immobilien für 21 Mrd. Euro

Entstanden ist – auch dank der ultralockeren Geldpolitik der Notenbanken – ein Konzern mit Dax-Ambitionen, der es aktuell mit einer Marktkapitalisierung von 10,6 Mrd. Euro auf einen Unternehmenswert inklusive Gagfah von 23,7 Mrd. Euro bringt. Der Immobilienwert liegt bei 20,6 Mrd. Euro. War die Passivseite der Bilanz vor viereinhalb Jahren die Achillesferse der damaligen Portfoliofirma des Finanzinvestors Terra Firma, so hat Kirsten, der zuvor CFO von Metro und ThyssenKrupp war, die Finanzierungsseite komplett gedreht: Heute ist das größte Wohnungsunternehmen der Republik ein Darling für Investoren, die auf Stabilität, geringe Volatilität und Wachstum setzen. Anleihen werden der Institutionellen bekannten Adresse aus den Händen gerissen und mancher Aktionäre würde nur zu gerne auch in einer Bezugsrechtsemission zeichnen – doch bislang setzt Kirsten auf beschleunigte Platzierungen.

Mit Rating Evaluation

Als M&A-Kriterien gelten: „Wir kaufen nur, wenn es zu messbarem Wertzuwachs führt, und wir erwerben auch nur Immobilien, die geografisch zu uns passen und die wir mit der notwendigen Kundennähe bewirtschaften können.“ Vor jedem neuen Deal durchläuft die Finanzabteilung eine Runde im Rating Evaluation Service von Standard & Poor’s. Werden die Kriterien in Nettovermögenswert, Verschuldung (LTV); operativem Ergebnis (FFO) Zinsdeckungsgrad und Rating erfüllt, gibt der Vorstand grünes Licht. S&P hat im März 2015 das Rating von „BBB“ auf „BBB+“ mit stabilem Ausblick angehoben.
Seine Wurzeln hat das Unternehmen im sozialen Wohnungsbau, gegründet wurde es 2001, später kamen hochgradig fremdfinanziert die Eon-Werkswohnungen namens Viterra als größter Brocken hinzu. Harte Zeiten folgten in der Ägide des britischen Finanzinvestors Terra Firma nach der Finanzkrise, als die bei der Emission zu Hype-Zeiten einst gefeierten Verbriefungen restrukturiert und refinanziert werden mussten. Das lief – bis dato einmalig – bis Ende 2012 über ein Scheme of Arrangement vor einem englischen High Court und wurde entscheidend unterstützt mit einem Kredit der Berlin Hyp, die immerhin über 600 Mill Euro stellte.
Nach Bewältigung dieser Existenzkrise war die Basis für die Börsenfähigkeit gelegt, die neue Finanzierungsspielräume eröffnete und Guy Hands (Terra Firma) den Exit-Weg eröffnete. Der IPO mit J.P. Morgan und Morgan Stanley kam, wenn auch holprig, denn Preisspanne und Aktienzahl mussten in dem Prozess gesenkt werden. Im Juli 2013 war Annington mit geringem Streubesitz an der Börse. Parallel wurde mit der Ankündigung eine große Anleiheemission vorbereitet, so dass Kirsten und sein Team die Party zur Börsenpremiere früher verließen, um auf Werbetour bei Bondinvestoren zu gehen. Der Vorteil der unbesicherten Anleihen im Vergleich zu Hypothekendarlehen liegt vor allem in den geringeren Nebenkosten und dem weit größeren Pool an verfügbarer Liquidität. Wenige Tage nach dem IPO (575 Mill. davon 400 Mill. Euro für das Unternehmen aus einer Kapitalerhöhung) waren 700 Mill. Euro auf drei Jahre und 600 Mill. auf sechs Jahre eingesammelt, wobei Annington ein zunächst vorläufiges „BBB“-Rating im Investment Grade erhielt, das nach dem IPO-Erfolg bestätigt wurde. Diese erste Anleiheemission war der Lackmustest für die M&A- und Finanzierungsstrategie.

Hebel umgelegt

Rasch folgte der Schritt über den großen Teich mit Yankee-Bonds über 750 Mill. Dollar auf vier und 250 Mill. Dollar auf zehn Jahre. Dabei wurden für ein europäisches Unternehmen in der Immobilienwirtschaft erstmalig die vier wichtigsten Covenants (Kreditauflagen) geboten, die für amerikanische Real Estate Investment Trusts gelten. Das kam bei US-Investoren gut an.
Auf Basis der neuen Finanzierung wurde der Hebel umgelegt und auf Angriff geschaltet. Die Lasten aus dem Buy-out waren bilanziell abgeschüttelt. So wurde es möglich, dass sich Terra Firma – nach weiteren Anleihen über 1 Mrd. Dollar und 500 Mill. Euro sowie der ersten Hybridanleihe – nach 13 Jahren verabschieden konnte. Zuvor wurde die erste Milliardenakquisition seit dem IPO durchgezogen: der Doppelschlag Dewag/Vitus für 2,4 Mrd. Euro.
Terra Firma platzierte dann nicht Aktien, sondern reichte ihr Annington-Paket von 67,3 % an die eigenen Fondsanleger weiter. Möglich war dies, weil der Fonds kein anderes Asset als Annington enthielt. Die Marktkapitalisierung lag damals bei rund 5 Mrd. Euro. Ein Teil der Fondsinvestoren wollte keine Annington-Aktien halten, sondern sofort aussteigen. Deshalb wurden mit J.P. Morgan und BoA Merrill Lynch Aktien für 585 Mill. Euro inklusive einer Kapitalerhöhung auf den Markt geworfen, 12,5 % des Kapitals. Erst im April 2015 stieg der bis dahin größte Einzelaktionär und ehemals Fondsinvestor, aus: Adia, der Staatsfonds von Abu Dhabi, warf seine Restbeteiligung von 6,6 % für 725 Mill. Euro auf den Markt. Damit stieg der Streubesitz des seinerzeitigen SDax-Unternehmens von 26 zur Zeit als SDax-Unternehmen auf heute 94 %.
Seit der Finanzierung nach IPO hatte der Vorstand Gagfah im Visier. Im Dezember 2014 wurde entschieden, mit dem Angebot herauszugehen: gut vorbereitet, gemeinsam mit J.P. Morgan und als Rechtsberater Sullivan & Cromwell. Für die Übernahme benötigt der Konzern 1,9 Mrd. Euro Cash. Eine Equity-Hybridanleihe über 1 Mrd. Euro wurde noch im Dezember platziert. Es war die zweite dieser Art: Die Premiere gab es im April 2014 mit 700 Mill. Euro, seinerzeit der erste Hybrid eines europäischen Investment-Grade-Immobilienunternehmens. Und es folgte eine Dual-Tranche-Anleiheemission über je 500 Mill. Euro auf fünf und zehn Jahre. Zeichneten die ersten Anleihen noch zu 90 % ausländische Institutionelle, so sind es inzwischen bei Neuemissionen 25 bis 30 % deutsche Adressen.
Nun werden mit einer neuen Firmierung die Spuren von Terra Firma getilgt, die auch in England eine Annington besaß. Mit Gagfah soll die Gruppe künftig Vonovia heißen. Und die ist auf dem Weg in den Dax. Um einen frei werdenden Platz – falls Lanxess ausscheidet – rangeln ProSieben und Annington. Würde Letztere kurzfristig vom genehmigten Kapital Gebrauch machen, könnte das Immobilienunternehmen die Aktienzahl und damit auch die streubesitzgewichtete Kapitalisierung pushen. Annington ist schon jetzt nach ihrem Vorbild, der französischen Unibail Rodamco, die größte Immobiliengruppe Kontinentaleuropas.

Deutsche Annington akquiriert und finanziert

Deutsche Annington akquiriert und finanziert
 

Größte Vermieter in Deutschland

Größte Vermieter in Deutschland
 

Bisher erschienen: Bayer und die Transaktion der Superlative, 19.5.

Corporate Finance Award 2014 der Börsen-Zeitung: Kandidat 2 - Deutsche Annington from WM Gruppe on Vimeo.




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16.04.15 Dekoration Annington probt Rolle rückwärts
11.04.15 Dekoration MEINUNGEN ÜBER AKTIEN: Deutsche Annington ohne Potenzial
02.04.15 Dekoration Barofferte für Gagfah-Aktionäre
02.04.15 Dekoration Wohninvestments vor Rekordjahr
01.04.15 Dekoration Annington düpiert Gagfah-Aktionäre
20.03.15 Dekoration PERSONEN: Annington heißt künftig Vonovia - Aufsichtsrat wird vergrößert
13.03.15 Dekoration Gagfah-Übernahme dominiert Transaktionsmarkt
06.03.15 Dekoration Deutsche Annington weiter in Kauflaune
06.03.15 Dekoration Annington hat Lust auf mehr
04.03.15 Dekoration Gagfah zahlt wieder Dividende


CORPORATE FINANCE AWARD: DIE KANDIDATEN (1)

"Bayer und die Transaktion der Superlative"

Übernahme des OTC-Geschäfts von Merck für 14,2 Mrd. Dollar – Auftakt mit spektakulärer Hybridemission – Dollarbond im 144A-Format sprengt Rekorde

Im Zuge der Finanzierung der 14,2 Mrd. Dollar schweren Übernahme des OTC-Geschäfts von Merck & Co hat Bayer reihenweise Rekorde geschrieben. Im Zentrum stand eine riesige Bondemission in Dollar.

Von Annette Becker, Düsseldorf
Börsen-Zeitung, 19.5.2015

Erster großer Coup des seit 2010 amtierenden Vorstandsvorsitzenden Marijn Dekkers, zweitgrößte Übernahme und größte Bondemission in der 152-jährigen Firmengeschichte – das sind nur einige der Superlative, die der Life-Science-Konzern Bayer mit der 14,2 Mrd. Dollar schweren Übernahme des Geschäfts mit rezeptfreien Medikamenten (OTC, over the counter) der US-amerikanischen Merck & Co verbindet. Dass Bayer den harten Bieterwettstreit am Ende für sich entscheiden konnte und nicht wie Ende 2012 bei Schiff Nutrition dem britischen Konsumgütermulti Reckitt Benckiser den Vortritt lassen musste, lag neben dem stolzen Kaufpreis – bezahlt wurde das 21-Fache des operativen Ergebnisses (Ebitda) – an der Kombination der Übernahme mit einer Kooperation in der Pharma. Der Garnitur des Angebotspreises mit einer strategischen Komponente hatte Reckitt Benckiser nämlich nichts mehr entgegenzusetzen, und so erhielten die Leverkusener Anfang Mai 2014 den Zuschlag.
Ausschlaggebend war allerdings auch die von langer Hand geplante Finanzierung, bei der ein Rädchen ins andere griff. Mit den Vorbereitungen der erforderlichen Brückenfinanzierung hatte Bayer schon zum Jahresanfang 2014 begonnen. Zu einem Zeitpunkt also, zu dem das positive Verhandlungsergebnis keineswegs gesichert war. Schützenhilfe holte sich der Konzern von einem Konsortium aus 26 Banken, zu denen seit Jahren ein enges Verhältnis gepflegt wird. Die Federführung für den Brückenkredit hatten Bank of America Merrill Lynch (BoA), BNP Paribas und Mizuho inne. Die Teilnahme an der anschließenden Syndizierung war für die übrigen 23 „Hausbanken“ Pflicht, zumindest wenn sie auch bei den nachfolgenden Transaktionen berücksichtigt werden wollten.

„A“-Rating Pflicht

Parallel dazu suchten die Leverkusener schon im März das Gespräch mit den Bonitätswächtern von Standard & Poor’s und Moody’s, galt der Erhalt des „A“-Rating doch als unverrückbare Nebenbedingung der Transaktion. Das war insofern nicht ganz einfach, hatte sich Bayer doch kurz zuvor schon den norwegischen Krebsspezialisten Algeta für 2,1 Mrd. Euro einverleibt. Diese Akquisition war mit einer 2 Mrd. Euro schweren Anleihe finanziert worden, der Verschuldungshebel damit also schon leicht nach oben gezogen. Um das „A“-Rating nicht zu gefährden, musste daher für einen Teil des Kaufpreises auf aus Ratingsicht eigenkapitalschonende Instrumente zurückgegriffen werden. Alternativen wie eine Kapitalerhöhung oder Desinvestitionen hatte Bayer von Anfang an ausgeschlossen.

Investoren spielen mit

Insofern war mit der Unterzeichnung der Brückenfinanzierung über 12,2 Mrd. Dollar und einem 2 Mrd. Dollar schweren Darlehen mit Laufzeit von vier Jahren klar, dass als nächstes Hybridkapital einzuwerben war. Diese Finanzierungsinstrumente werden aufgrund der Nachrangigkeit von den Ratingagenturen mit bis zu 50 % als Eigenkapital angerechnet. Die Kehrseite der Medaille ist die im Vergleich zu Plain-Vanilla-Bonds höhere Verzinsung.
Angesichts der strategischen Bedeutung der Übernahme, mit der sich Bayer auf der Weltrangliste der OTC-Hersteller auf Platz 2 katapultiert, war dieser Aspekt jedoch zu vernachlässigen, zumal der Emittentin das niedrige Zinsumfeld in die Hände spielte. Mitte Juni waren die Vorbereitungen abgeschlossen. Am 25. Juni sammelte Bayer 3,25 Mrd. Euro ein, die weltweit größte Transaktion dieser Art, die ein Unternehmen je auf den Weg gebracht hat.
Für die beiden angebotenen Tranchen baute sich ein Orderbuch von zusammen 11 Mrd. Euro auf, 440 Investoren signalisierten Zeichnungsinteresse. Angesichts der überbordenden Nachfrage war das Ergebnis programmiert: Trotz Rekordvolumen erhielt Bayer die günstigsten Konditionen, die jemals für in Euro denominiertes Hybridkapital gezahlt werden mussten. Als Federführer hatten sich BNP, Barclays, Citi und HSBC qualifiziert, doch auch die übrigen Banken, die die Brückenfinanzierung gestemmt hatten, beteiligten sich am Abverkauf.
Damit war ein furioser Auftakt des Refinanzierungsprogramms gelungen. Doch es sollte noch besser kommen. Parallel zu der Hybridtransaktion liefen nämlich schon die Vorbereitungen für das eigentliche Meisterstück der Akquisitionsfinanzierung: die Dollar-Bondemission im 144A-Format – ein äußerst zeitaufwendiges Finanzierungsinstrument. Normalerweise können den US-Bondmarkt (Securities Registered Bonds) nur jene Unternehmen in Anspruch nehmen, die auch in den USA gelistet sind und damit der SEC-Aufsicht unterstehen. Bayer aber hatte der New York Stock Exchange schon 2007 den Rücken gekehrt.
Um den US-Bondmarkt dennoch großvolumig anzapfen zu können – der Markt für Privatplatzierungen kam angesichts des Refinanzierungsbedarfs nicht in Frage –, führte daher kein Weg an einer Emission unter Rule 144A vorbei. Dafür galt es, zunächst eine Art rechtliche Unbedenklichkeitserklärung einzuholen. Zu diesem Zweck waren Heerscharen von Rechtsanwälten damit beschäftigt, Vorstandsprotokolle und andere Unterlagen des Unternehmens rückwirkend für mehrere Jahre zu durchforsten. Erwartungsgemäß wurden dabei keine Vorgänge zu Tage gefördert, die die Bonität des Unternehmens im Nachhinein beeinträchtigen.

Zeitplan wackelt

Ende September war es endlich so weit, der Dollar-Bond sollte vom Stapel gelassen werden. Doch Bayer hatte Pech, der Rücktritt von Anleiheguru Bill Gross bei Pimco machte kurzfristig einen Strich durch den Zeitplan. Sollte der Startschuss ursprünglich am Montag, den 29. September, fallen, musste die Transaktion verschoben werden. Kritisch dabei war, dass Bayer direkt auf die Black-out-Periode zusteuerte.
Letztlich lief es dann aber doch noch wie am Schnürchen, auch wenn sich Bayer erst mittwochs und damit einen Tag später als von den Banken empfohlen aus der Deckung wagte. Lead Arranger war BoA, als weitere Bookrunner fungierten Deutsche Bank, Goldman Sachs und J.P. Morgan. Rechtlich ließ sich Bayer von Sullivan & Cromwell beraten.
Zwei Tage später wurden die Bücher, in denen sich ein Ordervolumen von 27 Mrd. Dollar angesammelt hatte, geschlossen. Abgegriffen wurden 7 Mrd. Dollar, aufgeteilt in sechs Tranchen – teils fix, teils variabel verzinst. Dass sich Bayer mit der Riesenemission überhaupt an den US-Markt wagte, lag daran, dass der Kaufpreis in Dollar zu entrichten war. Letztlich stellte Bayer mit dem Bond Rekorde auf: Es war der größte Bond, den Bayer jemals emittierte, der größte Bond eines deutschen Unternehmens unter Rule 144A, der nach der Telekom-Emission zweitgrößte Dollar-Bond eines deutschen Unternehmens sowie der nach Roche zweitgrößte Dollar-Bond unter Rule 144A gleichauf mit Emissionen von SAB Miller und AT&T.

Euro-Anleihe zur Abrundung

Abgerundet wurde die Refinanzierung des Brückenkredits im November mit einem 500 Mill. Euro schweren Bond im Rahmen des laufenden EMTN-Programms. Auch hier schrieb Bayer einen Rekord, konnte die Anleihe mit einer Laufzeit von 9 Jahren doch zu den günstigsten Konditionen platziert werden, die ein Unternehmen mit einem Single-A-Rating in dieser Laufzeit je erzielte.
Unter Finanzierungsaspekten hätte Bayer wohl keinen günstigeren Zeitpunkt finden können. Einziger Wermutstropfen ist, dass der Dollar seither drastisch aufgewertet hat und sich die Nettoverschuldung für den Euro-Bilanzierer Bayer entsprechend erhöht hat. Umgerechnet in Euro beläuft sich der Kaufpreis heute auf 12,4 Mrd. Euro, zum Vertragsabschluss waren es 10,4 Mrd. Euro.

Die Finanzierungsbausteine von Bayer und der Ablauf der Merck-Akquisition

Die Finanzierungsbausteine von Bayer und der Ablauf der Merck-Akquisition
 




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01.05.15 Dekoration Bayer legt die Latte deutlich höher
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31.10.14 Dekoration Bayer legt die Latte höher


Corporate Finance Award der Börsen-Zeitung

Fünf Finalisten für den Corporate Finance Award

 

Bayer, Deutsche Annington, Hella, SAP und ZF Friedrichshafen nominiert

Börsen-Zeitung, 19.5.2015

cd Frankfurt – Diese fünf Kandidaten haben sich fürs Finale des Corporate Finance Award 2014 der Börsen-Zeitung qualifiziert: Bayer, Deutsche Annington, Hella, SAP und ZF Friedrichshafen. Der Preis wird für unternehmensstrategisch wie auch finanzierungstechnisch herausragende Transaktionen des zurückliegenden Jahres verliehen.

Außerdem wird wieder ein Stetigkeitspreis vergeben, der die Strategie eines Unternehmens über einen längeren Zeitraum hinweg würdigt. Der Preis wird am 29. Juni 2015 im Rahmen des Corporate Finance Summit in Frankfurt überreicht. Diese Veranstaltung wird von der Corporate Finance Association (Corpfina), der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC, der Commerzbank und der Börsen-Zeitung ausgerichtet. Im vergangenen Jahr ging der Award an die Deutsche Telekom, der Stetigkeitspreis an Fresenius.

Neben der Fachjury wird auch eine Leserjury über den Award-Gewinner abstimmen. Das Urteil der ausgewählten Börsen-Zeitung-Leser fließt in das Gesamturteil ein, wobei unter anderem die Größe, die Komplexität und die Originalität der Transaktion eine Rolle spielen. Außerdem soll der hinter der Transaktion stehende unternehmerische Ansatz zu den Beurteilungskriterien gehören. Als Kandidaten für den Award kommen deshalb reine Akquisitionen ebenso in Frage wie komplexe Restrukturierungen. Die fünf Kandidaten für den Award werden in den nächsten Wochen in der Börsen-Zeitung in alphabetischer Reihenfolge in einer Artikelserie präsentiert.

Den Auftakt macht in der heutigen Ausgabe ein Beitrag über den Life-Science-Konzern Bayer, der im vorigen Jahr für 14 Mrd. Dollar das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten (OTC, over the counter) der US-amerikanischen Merck & Co übernahm. Damit rückte Bayer auf den weltweit zweiten Platz im OTC-Geschäft vor. Es war dies der erste große Coup des seit 2010 amtierenden Vorstandsvorsitzenden Marijn Dekkers, die zweitgrößte Übernahme von Bayer überhaupt und die größte Bondemission in der Firmengeschichte.

Die Serienbeiträge werden im Internet nachzulesen sein unter www.boersen-zeitung.de/finance-award.

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Die Jury

- Prof. Dr. h. c. Roland Berger, Ehrenvorsitzender Roland Berger Strategy Consultants
- Prof. Dr. Andreas Cahn,
Institute for Law and Finance, Goethe-Universität Frankfurt
- Claus Döring, Chefredakteur der Börsen-Zeitung, Jury-Vorsitzender
- Prof. Dr. Reinhard Marsch-Barner, Of Counsel Linklaters
- Dr. Lutz Raettig, Aufsichtsratsvorsitzender Morgan Stanley Bank

 

DER PREIS:

Finanzierung und Strategie
 
cd – Die Börsen-Zeitung verleiht in diesem Jahr zum fünften Mal den Corporate Finance Award. Ausgezeichnet wird eine unternehmensstrategisch wie auch finanzierungstechnisch herausragende Transaktion des Jahres 2014. Dabei spielen unter anderem die Größe, die Komplexität und die Originalität der Transaktion eine Rolle, außerdem der hinter der Transaktion stehende unternehmerische Ansatz. Darüber hinaus wird wie im Vorjahr ein Stetigkeitspreis verliehen, der die Unternehmens- und Portfoliostrategie über einen längeren Zeitraum hinweg würdigt. Eine Expertenjury hat aus der Vielzahl der Transaktionen des Jahres 2014 eine Shortlist von fünf Fällen für die Auszeichnung ausgewählt, die in alphabetischer Reihenfolge in einer Artikelserie präsentiert werden. Der Preis wird am 29. Juni 2015 überreicht im Rahmen des Corporate Finance Summit 2015 in Frankfurt, der von der Corporate Finance Association (Corpfina), der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC, der Commerzbank und der Börsen-Zeitung veranstaltet wird.
Weitere Informationen zum Corporate Finance Award und eine Übersicht aller bis zur Verleihung erscheinenden Porträts der Kandidaten finden Sie auch im Internet unter www.boersen-zeitung.de/finance-award.
(Börsen-Zeitung, 19.5.2015)





























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