UBS rät bei Airline-Aktien zu selektiven Investments
ck Frankfurt – Die UBS rechnet für 2021 mit einer deutlichen Erholung des europäischen Luftverkehrs. Allerdings erwartet sie zunächst ein schwieriges erstes Halbjahr und hat ihre Prognose für die Branche reduziert. Sie glaubt nun, dass der Luftverkehr ca. 58 % des Niveaus des Jahres 2019 erreichen wird, nachdem sie zuvor von einer Größenordnung um 70 % ausging.Das Institut geht davon aus, dass ein Covid-19-Test-Regime in Verbindung mit Coronaimpfungen die Luftfahrtbranche wiederbeleben wird. Zusammen mit Restrukturierungen und Liquidität werde dies im Verlauf des zweiten Halbjahres 2021 zu einer weiteren Erholung führen. Die in diesem Jahr für die Branche zurückhaltenden Investoren würden im kommenden Jahr Airlines im Hinblick auf die Generierung von Mehrertrag anschauen. Die Bank begründet dies neben den Covid-19-Tests und den Impfungen damit, dass Investoren mit dem beginnenden zweiten Quartal mehr Sicherheit haben werden, was die Entwicklung der Nettoverschuldung und der Liquidität betrifft, sowie damit, dass einzelne Titel des Sektors ihrer Einschätzung nach noch Aufwärtspotenzial haben. IAG und Easyjet als KaufDie UBS rät zu selektiven Investments in die Branche. Ihrer Meinung nach werden vor allem die internationalen Netzwerk-Airlines im Jahr 2021 von den Covid-19-Tests profitieren. Sie hebt die Kursziele für die weiter zum Kauf empfohlene IAG (British Airways) und die weiter mit “Neutral” eingestufte Air France-KLM von 1,90 auf 2,25 (aktueller Kurs: 1,63 Pfund) und von 3,35 auf 4,45 (derzeit 5,17 Euro) an. Für die Billig-Airlines ist das Institut jetzt skeptischer, was es mit den Bewertungen begründet. Wizz Air wird mit einem von 32,50 auf 35 (aktuell 45,76fund) erhöhten Kursziel von “Neutral” auf “Sell” zurückgestuft, Easyjet aber mit einem von 10,25 auf 11,25 (derzeit 8,63 Pfund) erhöhten Kursziel weiter zum Kauf empfohlen. Für Ryanair werden die Einstufung mit “Neutral” und das Kursziel von 14,70 (aktuell 15,78 Euro) bestätigt.Die weiter zum Verkauf empfohlene Lufthansa ist der einzige Titel, für den das Kursziel reduziert wird, und zwar von 5,30 auf 5 (derzeit 10,03 Euro). “Wir glauben weiterhin, dass die aktuelle Krise sowohl die kurz- als auch die mittelfristige Entwicklung der Lufthansa im historischen Vergleich erheblich belasten wird.” Die Liquiditätsausstattung sei hinreichend, um die Gesellschaft durch die Krise und zurück zu profitablem Wachstum zu führen. Allerdings werde es aus Sicht der Anteilseigner angesichts der gestiegenen Anleihe- und Aktienemissionen zu erheblicher Verwässerung kommen.