Firmenkundengeschäft

Stabwechsel bei der Deutschen Bank in Stuttgart

Die Deutsche Bank verabschiedet im Südwesten der Bundesrepublik den Firmenkunden-Manager Thomas Keller in den Ruhestand. Sein Nachfolger Markus Rammes ist bereits seit 2021 am Steuer.  

Stabwechsel bei der Deutschen Bank in Stuttgart

Von Thomas Spengler, Stuttgart

Die Deutsche Bank in Stuttgart schließt zum Monatsende den Stabwechsel an der Spitze ihrer Unternehmensbank Region Südwest ab. Nachdem sein Nachfolger Markus Rammes bereits zum Jahresbeginn 2021 die Leitung des Bereichs übernommen hat, geht der langjährige Amtsinhaber Thomas Keller Ende März in den Ruhestand. Der am Bankplatz Stuttgart hochgeschätzte Keller konnte in exakt 35 Jahren, die er für die Deutsche Bank gearbeitet hat, früh seinem Interesse folgen, als Ratgeber für Firmenkunden dazusein – „als einer, der für Kunden erster Gesprächspartner aus dem Bankenkreis sein konnte“, wie der 64-Jährige­ heute sagt.

„Im Dialog mit den Kunden ging es immer darum, deren Geschäftsmodell zu verstehen und zu helfen, dieses weiterzuentwickeln“, sagt der gebürtige Ravensburger über seinen Anspruch an sich selbst. Dabei habe er sich im Firmenkundengeschäft stets auf die, nach seinen Worten, Stärken der Deutschen Bank verlassen können, also auf das institutseigene Know-how und die engmaschige internationale Vernetzung. Hinzu kam eine Menge volkswirtschaftliches Verständnis, das Keller mitbrachte, gepaart mit einer Prise seiner ordoliberalen Haltung. Das Firmenkundengeschäft bezeichnet er als „Rückgrat der Bank“.

Golf, Rock und Mittelstand

Mit dem begeisterten Golfer und Hard-Rock-Fan Markus Rammes hat inzwischen ein Eigengewächs der Deutschen Bank die Nachfolge von Keller übernommen. Für den heute 48-Jährigen standen als erfolgreicher Absolvent der Bankakademie Wuppertal verschiedene Stationen innerhalb des Konzerns im In- und Ausland an, darunter Berlin, Neu-Delhi­ und Hamburg. Zuletzt verantwortete Rammes, der Bands seiner Jugend wie Bon Jovi, Scorpions, Metallica und Iron Maiden treu geblieben ist, das Geschäft mit Unternehmenskunden als Sprecher der Geschäftsleitung in Hannover.

Mit Blick auf den neuen Job nennt es der gebürtige Wuppertaler als etwas Besonderes, in einer der wirtschaftsstärksten Regionen, nämlich im deutschen Südwesten, eine solche Verantwortung für die Bank übernehmen zu dürfen. Schließlich geht es für ihn nicht nur darum, Kunden in Waiblingen oder Winnenden zu begleiten, sondern weltweit. In der Internationalisierung des Geschäfts sieht Rammes ohnehin den wichtigsten Wandel, den Mittelständler in den vergangenen Jahrzehnten vollzogen haben.

„Die Kunden haben sich insgesamt stark professionalisiert“, sagt Rammes, der als Leitmotiv seiner Arbeit den Anspruch formuliert, „mit den Menschen für die Menschen da zu sein“. Und dies bezieht er sowohl auf Kunden als auch auf Mitarbeiter. „Unsere Schnelligkeit haben wir bei Corona bewiesen, aber auch zu Beginn des Krieges in der Ukraine“, erklärt er mit Blick auf ein Informations­portal für Unternehmen, das die Deutsche Bank innerhalb eines Wochenendes aus dem Boden gestampft hat, um drängende Fragen von Firmenkunden beantworten zu können – etwa zum Zahlungsverkehr mit Russland, zu den Folgen der Sanktionen oder den neu entstandenen Risiken.

Keller, zu dessen Abschied es nicht zuletzt auf Bitten seiner größer werdenden Familie kam, hat auch im aktiven Ruhestand noch drei Mandate als Aufsichts-, beziehungsweise Beirat mittelständischer Firmen inne. Darüber hinaus bleibt ihm nun mehr Zeit für sein ehrenamtliches Engagement als Vizepräsident des Deutschen Literaturarchivs in der Schiller-Stadt Marbach, wo es aktuell neben einer Erweiterung auch um die Unterbringung des Kafka-Nachlasses geht.

Seine beruflichen Pflichten nimmt Keller dennoch bis zuletzt wahr. So wird er seinen letzten Arbeitstag im Haushaltsausschuss der IHK Region Stuttgart verbringen, und es ist davon auszugehen, dass man im Anschluss mit Wein aus dem IHK-eigenen Weinberg auf ihn anstößt.

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