Verbandsarbeit

Auslandsbanken setzen J.P.-Morgan-Mann an Spitze

Der Verband der Auslandsbanken setzt Burkhard Kübel-Sorger, Finanzvorstand von J.P. Morgan in Deutschland, an die Spitze. Im Vorstand stimmt der Bankenproporz, doch ist dort keine Frau mehr zu finden.

Auslandsbanken setzen J.P.-Morgan-Mann an Spitze

Nach Barclays, UBS, Natwest und der Citigroup stellt J.P. Morgan die Spitze des Verbands der Auslandsbanken in Deutschland: Burkhard Kübel-Sorger (55), Finanzvorstand der US-Bank in Deutschland, leitet den Verband seit Anfang Oktober als Vorstandsvorsitzender, wie die Interessenvertretung mitgeteilt hat. Er folgt auf die ehemalige Barclays-Managerin Silvia Schmitten-Walgenbach, die zur österreichischen CA Immo gewechselt ist und somit per Ende September den Vorstandsvorsitz im Verband nach weniger als zweieinhalb Jahren niedergelegt hat.

Neben J.P. Morgan hat auch die UBS, die in Frankfurt ihre Europazentrale unterhält, im Vorstand Gewicht: Denn zugleich steigt Tobias Vogel, der seit September 2020 für die UBS in der Verbandsspitze sitzt, zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden auf. Die Schweizer Großbank hat über ein Jahrzehnt hinweg bis 2019 mit Stefan Winter als Vorstandschef den Verband wesentlich geprägt. Vogel verantwortet bei der UBS in Frankfurt die Investmentbank und das Wealth-Management-Geschäft. Kübel-Sorger wiederum war für J.P. Morgan bereits seit 2013 im Vorstand der Auslandsbanken dabei, im Mai 2019 rückte er in die Rolle des stellvertretenden Vorsitzenden auf. Außerdem hat mit der Société Générale eine französische Großbank eine wesentliche Position: Guido Zoeller ist bereits seit 2017 in der Vizeposition und bleibt auch künftig neben Vogel in dieser Rolle. Insgesamt zählt der Verband eine dreistellige Anzahl an Mitgliedern, von A wie ABN Amro bis Z wie Ziraat Bank.

Vorstand ohne Frauen

Wenig ausgewogen ist das Geschlechterverhältnis im Vorstand: Zählte das Gremium im Sommer noch zwei weibliche Führungskräfte, so sind in der jetzt zehnköpfigen Runde ausschließlich Männer zu treffen. Denn neben der bisherigen Chefin Schmitten-Walgenbach hat auch Yelda Acar-Gösterisli, die für die indische Icici Bank in dem Gremium saß, den Vorstand per Ende September verlassen, wie der Verband weiter mitteilt. In der deutschen Kreditwirtschaft sind Frauen in Führungspositionen auch insgesamt rar, wenngleich häufiger anzutreffen als in früheren Jahren. Der Verband spricht daher gezielt Managerinnen für Vorstandspositionen an.

Die Vielfalt der Institute spiegelt sich zugleich wider: Mit Schatzmeister Frank Schönherr (Crédit Agricole) ist eine weitere französische Bank dabei, mit Thomas Falk (Julius Bär) eine zweite Schweizer Adresse, mit Hanns Christoph Siebold (Morgan Stanley) eine weitere US-Bank. Nach dem Fortgang von Schmitten-Walgenbach ist allerdings nur noch ein britisches Haus vertreten, nämlich in Person von Heinz Hilger von Standard Chartered. Für die schwedische SEB spricht Jürgen Baudisch, für die japanische Nomura Markus Sauerland und für die China Construction Bank Peter Rosenberger. Der Verband muss sich neben dem größeren Bundesverband deutscher Banken (BdB) behaupten, dem viele Auslandsbanken ebenfalls angehören.