Deutsche Pfandbriefbank

Blitzstart trotz Pandemie

Die Deutsche Pfandbriefbank ist mit einem Gewinnsprung in das Jahr gestartet. Der Immobilienfinanzierer bleibt jedoch vorsichtig angesichts unkalkulierbarer Folgen der Pandemie. Der Vorstand nennt keine konkrete Prognose.

Blitzstart trotz Pandemie

mic München

Die Deutsche Pfandbriefbank (Pbb) hat den Gewinn vor Steuern im ersten Quartal deutlich erhöht. „Wir sind stark in das Jahr 2021 gestartet“, sagte Andreas Arndt in einer Telefon-Pressekonferenz. Der Vorstandsvorsitzende und Finanzvorstand berichtete über eine Vervielfachung des Ergebnisses vor Steuern auf 52 Mill. Euro. Zugleich warnte er vor Euphorie: „Es ist zu früh, die Pandemie abzuhaken.“ Die Unsicherheit bleibe groß.

Der Immobilienfinanzierer aus Garching bei München verzichtet daher weiterhin auf die Nennung einer Zielspanne für das Gesamtjahresergebnis. Arndt wiederholte lediglich die Vorgabe, ein Vorsteuerergebnis oberhalb des Vorjahres von 154 Mill. Euro erreichen zu wollen. Im Xetra-Handel stieg der Aktienkurs bis zum Handelsschluss um 2, 3% auf 10,00 Euro.

Das Ergebnis vor Steuern im Startquartal hätte deutlich höher ausfallen können, wenn die Bank sich blind an die Bilanzierungsmethodik gehalten hätte. Denn es musste pauschal angesetzte Kreditrisikovorsorge (Stufe 1 und 2) in Höhe von 18 Mill. Euro. aufgelöst werden, weil bei der Vorsorge-Festsetzung Prognosen der wirtschaftlichen Entwicklung zu berücksichtigen sind – und die wirtschaftliche Erholung näher zu rücken scheint.

Der Vorstand erhöhte jedoch im Gegenzug die Risikovorsorge im gleichen Umfang. Diesen Schritt begründete Arndt damit, dass das tatsächliche Ausmaß an Insolvenzen sich erst zeigen werde, wenn Stützungsprogramme ausliefen. Auch würden im zweiten Halbjahr Tilgungsstreckungsvereinbarungen fällig. Das Fazit von Arndt: „Anstelle von Auflösung also Beibehaltung unseres konservativen Ansatzes.“ Die Bank zählt gut 3 Mrd. Euro zu ihrem Corona-Portfolio, bei dem sie beispielsweise Stundungen gewährt hat.

Der Gewinnsprung wurde getrieben von einer Drittelung der Risikovorsorge (siehe Tabelle). Außerdem konnte die Deutsche Pfandbriefbank ihr Zinsergebnis um 10% auf 123 Mill. Euro steigern. Den Rückenwind verdankt die Bank auch dem Zinsvorteil aus der sogenannten TLTRO-III-Refinanzierung. Das Kreditvergabeziel, das die Voraussetzung für die Vereinnahmung des Zinsvorteils ist, sei Ende März erreicht worden.

Erheblichen Einfluss auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung haben zwei weitere Faktoren. Die Entschädigungen, die Kunden angesichts fallender Zinsen für einen vorzeitig zurückgezahlten Kredit überweisen mussten, stiegen von 14 auf 21 Mill. Euro. Negativ wirkte dagegen der Anstieg der Bankenabgabe und der Überweisung an den Einlagensicherungsfonds von 21 auf 28 Mill. Euro. Im Gesamtjahr rechnet Arndt, auch wegen der Pleite der Greensill Bank, mit 30 bis 31 Mill. Euro.

Das Neugeschäft steigerte die Bank von 1,6 Mrd. Euro auf 2,1 Mrd. Euro. Das Kern-Kreditbuch der Bank, als Strategisches Portfolio bezeichnet, liegt mit 33,2 Mrd. Euro nur auf Höhe des Jahres 2018 (siehe Interview auf dieser Seite).

Deutsche Pfandbriefbank
Konzernzahlen nach IFRS
1. Quartal 
in Mill. Euro20212020
Zinsüberschuss123111
Provisionsüberschuss22
Fair-Value-Bewertung2−17
Realisationsergebnis2114
Kreditrisikovorsorge1034
Verwaltungsaufwand5148
Ergebnis vor Steuern522
Nettoergebnis422
Bilanzsumme (Mrd.)5857
Börsen-Zeitung