Zahlungsverkehr

Commerzbank bestätigt Rückzug aus EPI

Die Commerzbank hat ihren Rückzug aus dem europäischen Zahlungssystem-Projekt European Payments Initiative (EPI) bestätigt. Spätestens Anfang Februar soll es Klarheit über die Aktionäre der Zielgesellschaft geben.

Commerzbank bestätigt Rückzug aus EPI

Reuters/bn Frankfurt

– Die Commerzbank hat ihren Rückzug aus dem europäischen Zahlungssystem-Projekt European Payments Initiative (EPI) nun offiziell bestätigt. „Die verbliebene Reichweite (Marktabdeckung) und relativ hohe Anfangsinvestitionen stehen nicht mehr im Einklang – damit sind wesentliche Voraussetzungen für eine strategische Investition nicht gegeben“, be­gründete ein Commerzbank-Sprecher am Montag den Schritt. „Deshalb werden wir uns an EPI zum jetzigen Zeitpunkt nicht beteiligen.“ Das „Handelsblatt“ hatte zuvor darüber berichtet.

Bereits kurz vor Weihnachten hatten Insider gesagt, dass mehrere Geldhäuser bei dem Projekt auf die Bremse treten würden, darunter die Commerzbank. EPI sei eine richtige Idee, um einen europäischen Zahlungsverkehr voranzubringen, er­klärte der Sprecher. Allerdings hätten bereits zahlreiche Banken aus diversen europäischen Ländern ihren Rückzug erklärt. An der Position der Deutschen Bank hat sich dagegen nichts verändert. „Wir unterstützen nach wie vor eine europäische Lösung“, erklärte ein Sprecher des größten deutschen Geldhauses. Schon vor Weihnachten hatte sich abgezeichnet, dass die ursprünglich 30 Adressen um­fassende Initiative (EPI) erkennbar an Unterstützung verloren hat und auf nur mehr Rumpfstärke ge­schrumpft ist.

Nach Informationen der Börsen-Zeitung hatte neben Instituten aus Italien, den Niederlanden, Österreich und Spanien sowie der Commerzbank auch die DZBank darauf verzichtet, fristgerecht Mittel für die Zielgesellschaft zuzusagen. Auch die HypoVereinsbank sei „zum jetzigen Zeitpunkt“ nicht an Bord, erklärte ein Sprecher im Dezember.

Wie EPI vor gut drei Wochen mitteilte, hat „eine Mehrheit ihrer Banken- und Acquirer-Aktionäre aus Belgien, Deutschland und Frankreich ihren Willen bekundet“, mit der Schaffung eines neuen europäischen Zahlungssystems fortzufahren. An­dere Aktionäre wie „einige spanische Banken“ würden sich im Januar äußern, hieß es.

Die endgültige Liste der die Zielgesellschaft gründenden Banken und Zahlungsdienstleister soll Ende Januar bzw. Anfang Februar veröffentlicht werden, wie es hieß. Ursprünglich war dies bis Jahresende geplant gewesen.

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