Finanzvertrieb MLP

MLP veröffentlicht Jahreszahlen

Der Finanzvertrieb MLP hat 2023 weniger verdient als im Jahr zuvor. 2024 soll die Schwäche im Immobiliengeschäft überwunden und wieder ein besseres Ergebnis erreicht werden.

MLP veröffentlicht Jahreszahlen

Schwacher Immobilienmarkt drückt Ergebnis von MLP

Gewinn geht 2023 zurück – 2024 Wachstum angekündigt

tl Frankfurt

Die schlechte Lage auf dem Immobilienmarkt hat sich auch auf das Ergebnis der Finanzgruppe MLP ausgewirkt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag 2023 mit 70,7 Mill. Euro nicht nur unter dem Vorjahreswert von 75,6 Mill. Euro, sondern auch unter dem alten Ziel von 75 bis 85 Mill. Euro.

Allerdings hatte MLP bereits in einer Ad-hoc-Meldung am 1. Februar von ausgeprägten Belastungen im Immobilienmarkt berichtet, „die sich sowohl auf das Projekt- als auch das Vermittlungsgeschäft auswirken“. Deshalb wurden Firmenwertabschreibungen im Segment „Deutschland.Immobilien“ von 4,3 Mill. Euro vorgenommen. Die anderen Bereiche entwickelten sich aber positiv, so dass die Erlöse auf den Rekordwert von 973 (i.V. 949) Mill. Euro zulegten. Das Konzernergebnis reduzierte sich angesichts praktisch unveränderter Steuern im Gleichschritt mit dem Ebit auf 44,1 (48,6) Mill. Euro.

Mit Hinweis auf die „solide operative Entwicklung“ hat der Vorstand bei der Online-Vorstellung der Jahreszahlen am 7. März den bereits unterbreiteten Dividendenvorschlag von im Vergleich zum Vorjahr unveränderten 30 Cent je Aktie bestätigt. Damit läge die Ausschüttungsquote bei 74% des Konzernergebnisses. Von der jüngst angekündigten Rückkehr von MLP in den SDax erhofft sich Finanzvorstand Reinhard Loose mehr Sichtbarkeit bei Investoren.

Für 2024 bestätigte MLP-Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg die Ebit-Prognose von 75 bis 85 Mill. Euro. Dieser Wert soll bis Ende 2025 auf 100 bis 110 Mill. Euro steigen, bekräftigte er frühere Ankündigungen. Für 2024 erwartet MLP einen starken Anstieg des Zinsgeschäfts, starkes Wachstum bei der Vermittlung von Immobilien und der Finanzierung von Wohnraum sowie eine hohe Nachfrage nach Vorsorge- und Vermögenslösungen vor allem für Babyboomer, die in den kommenden Jahren in Rente gehen.

Akquisitionen kann sich Schroeder-Wildberg vor allem im Industriemaklergeschäft vorstellen, das MLP seit zwei Jahren aufbaut und bundesweit aufstellen möchte. Angesichts stark gestiegener Preise für Makler schränkte er ein: „Wir lassen uns nicht treiben.“

Für 2025 geht MLP von einem weiteren Anstieg des insbesondere bei der Tochter Feri verwalteten Vermögens auf bis Jahresende 62 bis 68 Mrd. Euro aus (Ende 2023 waren es 57 Mrd. Euro). Außerdem soll der Sachversicherungsbestand auf 730 bis 810 Mill. Euro wachsen, sowohl im Privatkundengeschäft als auch im Industriemakler- und Assekuradeurgeschäft. Schließlich verspricht sich MLP viel durch die Beratung in der Altersvorsorge, speziell der Ruhestandsplanung und der Vermögensübertragung. Dabei spielten gerade Immobilien zur Diversifizierung großer Vermögen eine besondere Rolle.

In der Immobilienvermittlung und -finanzierung konstatiert Loose bereits für das vierte Quartal 2023 einen zumindest teilweisen Aufwärtstrend, der sich 2024 fortgesetzt habe. Das im Vorjahr eingestellte Neugeschäft mit Projektentwicklungen soll 2024 wieder aufgenommen werden. Den deutlichen Swing in den vorjährigen Bestandsveränderungen in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung von plus 17,8 Mill. Euro (2022) auf −11,3 Mill. Euro begründete der MLP-Finanzchef mit dem eingestellten Projektneugeschäft bei gleichzeitigem Abverkauf der alten Projektentwicklungen.

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