Finanzierungen in schwierigen Märkten

Neugeschäftsrekord für Entwicklungsfinanzierer DEG

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine war das Ergebnis der Förderbank DEG infolge einer hohen Risikovorsorge eingebrochen. Jetzt meldet sich die KfW-Tochter mit starken Zahlen zurück.

Neugeschäftsrekord für Entwicklungsfinanzierer DEG

Neugeschäftsrekord für Entwicklungsfinanzierer DEG

KfW-Tochter lässt Krisenjahr hinter sich

ak Köln

Nach dem Krisenjahr 2022 infolge des Ukraine-Kriegs hat sich das Geschäft des Entwicklungsfinanzierers DEG schnell erholt. „Wir haben ein beachtliches und positives Jahr hinter uns“, resümierte Vorstandschef Roland Siller am Dienstag bei der Vorstellung erster Zahlen für 2023.

Im Neugeschäft hat die KfW-Tochter, die sich mit Darlehen und Beteiligung in Entwicklungs- und Schwellenländern engagiert, ein Rekordvolumen verzeichnet. 1,9 Mrd. Euro sagte die Förderbank für private Investitionen in schwierigen Märkten zu, knapp 20% mehr als im Jahr zuvor. Davon entfiel gut ein Drittel auf Vorhaben, die den Klima- und Umweltschutz fördern. Beispiele waren Wind- und Solarparks in Indonesien, Usbekistan und Chile. Siller hatte die DEG nach seinem Amtsantritt 2021 strategisch noch mehr in Richtung Climate-Impact-Investments ausgerichtet.

Viel Geld nach Lateinamerika

Regional floss das meiste Geld nach Lateinamerika. Die Finanzierungszusagen beliefen sich dort auf 839 Mill. Euro und gingen vor allem an Unternehmen in Brasilien und Mexiko.

Der Entwicklungsfinanzierer will im laufenden Jahr weiter wachsen. Siller sprach von einer stabilen Risikoposition und einer starken Pipeline für das Neugeschäft: „Dieses Jahr haben wir 2 Mrd. Euro im Visier.“ Das Gesamtportfolio der DEG summiert sich mittlerweile erstmals auf über 10 Mrd. Euro. Davon entfallen rund 3 Mrd. Euro auf Beteiligungen.

Risikovorsorge aufgelöst

Auch im Ergebnis befindet sich die DEG wieder auf dem Weg nach oben. Im Vorjahr war das Vorsteuerergebnis durch eine hohe Risikovorsorge vor allem vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs noch um 90% eingebrochen. Für 2023 jedoch werde wieder ein deutlich positives Ergebnis erwartet, sagte Siller. Dabei hilft auch, dass die Bank im Saldo nicht benötigte Risikovorsorge auflösen konnte.

Die finanzierten Unternehmen in der Ukraine entwickeln sich laut Siller trotz des Krieges sehr stabil. So hatte die DEG sich kurz vor Kriegsbeginn an einem Private-Equity-Fonds von Horizon Capital beteiligt, der vor wenigen Tagen sein Funding beendet hat und trotz der anhaltenden Kämpfe in der Ukraine insgesamt 350 Mill. Dollar und damit 40% mehr als das ursprüngliche Zielvolumen eingesammelt hat. Drei Investments in ukrainische Tech-Unternehmen seien bereits getätigt worden, teilte Horizon Capital vor wenigen Tagen mit. Zu den Investoren des Private-Equity-Fonds zählen neben DEG weitere europäische Förderbanken, Family Offices, private Finanzinvestoren und Stiftungen.

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