European Payments Initiative

Sparkassen nehmen neuen Anlauf

Nach dem Abschied zahlreicher Initiatoren der European Payments Initiative (EPI) schwebt den Sparkassen eine abgespeckte Variante ohne Bündelung der nationalen Kartensysteme vor. Diese würde freilich auch im Verband neue Beschlüsse erfordern.

Sparkassen nehmen neuen Anlauf

bn

Die Sparkassen wollen die European Payments Initiative (EPI), nachdem weite Teile der deutschen und europäischen Kreditwirtschaft ausgestiegen sind, in einem anderem Format weiter verfolgen. Die Idee eines paneuropäischen Zahlungssystems sei „aus strategischen Gründen alternativlos“, hat Sparkassenpräsident Helmut Schleweis am Mittwoch erklärt. Vielleicht führe die „Zeitenwende“ bei manchen Marktteilnehmern nochmals zum Nachdenken, fügte er mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und auf das neu erwachte Streben nach europäischer Souveränität hinzu. „Wir werden nicht aufgeben, dafür zu werben“, kündigte Schleweis jedenfalls an.

Von zunächst 30 in der EPI-Zwischengesellschaft zusammengeschlossenen Häusern sind noch 13 deutsche, französische, spanische, belgische und niederländische Häuser übrig, wie Joachim Schmalzl, Vorstandsmitglied des Sparkassenverbands DSGV, berichtete.

Nachdem der große, auch das Kartengeschäft umfassende EPI-Wurf gescheitert ist, schwebt ihm als „zweitbeste Lösung“ eine Variante vor, die Instant Payments und eine digitale Wallet kombiniert. Sobald ein solches Modell entwickelt ist, wollen die Verfechter der EPI-Idee, bundesweit sind dies allein die Sparkassen und die Deutsche Bank, Schmalzl zufolge bei den zuletzt abgesprungenen Initiatoren nochmals nachfragen, ob diese sich beteiligen wollen. Das Ziel der europäischen Souveränität eine alle Beteiligten, warb Schmalzl für das Vorhaben. Wie der Manager zu­gleich betonte, wäre dies indes „ein anderer, schwierigerer Business Case“, da diese Variante die nationalen Verfahren im Kartengeschäft nicht kombinieren würde. Folglich wäre zu prüfen, „ob es ausrollbar ist“. Damit zeichnet sich ab, dass nicht nur im Kreise der EPI-Ini­tiatoren, sondern auch im Spar­kassenverbund entsprechende Fi­nanzierungsbeschlüsse erforderlich wären. „Wenn wir das gut finden, dann werden wir das auch finanzieren“, erklärte Schmalzl.

                (Börsen-Zeitung,

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