Medizintechnik

Philips kämpft mit Rückruf von Beatmungs­geräten

Prozessrisiken in Milliardenhöhe verunsichern die Investoren von Philips. Bei der Vorlage der Geschäftszahlen hoffen sie auf ein Update darüber, wie teuer der Rückruf von Beatmungsgeräten werden könnte.

Philips kämpft mit Rückruf von Beatmungs­geräten

hek

Montag, 18.10.:

Zentrales Thema bei Philips ist der kostspielige Rückruf von Schlaf- und Beatmungsgeräten. Von der Präsentation der neuen Quartalszahlen erwarten Investoren ein Update zu Austausch und Reparatur der Apparate sowie zu möglichen Schadenersatzprozessen und Sammelklagen. Unter den Klägern befinden sich Patienten, die behaupten, dass ihre Krebserkrankung auf die Verwendung der Philips-Geräte zurückgeht.

Wie teuer der Produkthaftungsfall in den USA für die Niederländer werden könnte, ist derzeit völlig unklar. Unter Analysten gibt es Stimmen, wonach die potenziellen Prozessrisiken mehrere Milliarden Euro betragen könnten, weil Personenschäden involviert seien. Grund für den Rückruf ist ein zerfallender Schaumstoff, dessen Teilchen als möglicherweise toxisch oder krebserregend gelten.

Mit Blick auf die Geschäftszahlen rechnen Analysten mit einem eher schwachen Quartal. Nach Meinung der US-Bank J.P. Morgan stellen sich Marktteilnehmer auf eine Senkung der Margenprognose ein. Im Juli hatte sich das Management bereits vorsichtiger gezeigt und noch einen Margenanstieg um 60 Basispunkte für das laufende Jahr in Aussicht gestellt. Zuvor waren es 60 bis 80 Basispunkte. Deutsche-Bank-Analyst Falko Friedrichs rechnet mit einer organischen Umsatzeinbuße von 6% und einem Rückgang des bereinigten Ebita (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Goodwillabschreibungen) um 31%. Ausschlaggebend für die Erlöseinbußen sei vor allem das Segment Connected Care, das im dritten Quartal 2020 vom Covid-bedingten Mehrbedarf an Beatmungsgeräten und Patientenmonitoren profitierte.