Schwellenländer

AB hält EM-Währungen für günstig

Alliance Bernstein hält Währungen der Emerging Markets für günstig und sieht vor diesem Hintergrund eine günstige Ausgangslage für Investoren.

AB hält EM-Währungen für günstig

kjo Frankfurt

Investoren in den Emerging Markets (EM) haben rund ein Jahrzehnt lang eine schwache Wertentwicklung hinnehmen müssen, doch nun könnte eine Trendwende bevorstehen, so die Einschätzung von Sammy Suzuki, Head Emerging Markets Equities, und Christian DiClementi, Lead Portfolio Manager Emerging Market Debt, bei AllianceBernstein (AB). Denn aktuell bewerte der sogenannte Big-Mac-Index von The Economist die Währungen in EM-Ländern so günstig wie vor Beginn der EM-Aktien- und -Anleiherally vor 20 Jahren. Der Index sei laut Worten des Urhebers zwar ein „nicht ernst gemeinter Leitfaden, um zu prüfen, ob Währungen auf dem richtigen Niveau liegen“, er biete als Kaufkraftindikator jedoch einen interessanten Orientierungspunkt für Investoren.

Die Daten von The Economist zeigten, dass die meisten EM-Währungen derzeit relativ günstig bewertet seien. Der südkoreanische Won und die indische Rupie seien beispielsweise um 19,6% bzw. 41,2% unterbewertet. Und ein Big Mac in Südafrika oder auf den Philippinen sei rund 34% billiger, als zu erwarten wäre. Noch günstiger seien die indonesische Rupiah und der Taiwan-Dollar. Zu den wenigen Ausnahmen gehöre der relativ teure argentinische Peso. Hierbei handele sich jedoch nicht um eine freie Währung.

„Die historische Betrachtung zeigt, dass die Währungsbewertungen oft an die Marktentwicklung angelehnt waren. Im Jahr 2001 waren viele EM-Währungen zum Beispiel noch unterbewertet. In den darauf folgen-den zehn Jahren verbuchten EM-Aktien und -Anleihen einen erheblichen Zuwachs“, so Suzuki und DiClementi. Das habe vor allem an der massiven Nachfrage nach Rohstoffen aus China gelegen, das damals aggressive Wachstumsziele von 10% pro Jahr verfolgt habe. Dies hatte laut dem Vermögensverwalter AB umfangreiche ausländische Direktanlagen und Mittelzuflüsse in EM-Aktien, -Anleihen und -Währungen zur Folge.

Im Juni 2011 seien die meisten EM-Währungen dagegen überbewertet gewesen. „Grund dafür war der Rohstoff-Superzyklus des vorangegangenen Jahrzehnts, der für eine Währungsaufwertung in Ländern wie Brasilien, Kolumbien und Süd­afrika sorgte. Die überbewerteten Währungen führten letztendlich zu einer breiteren makroökonomischen Verschlechterung“, so die beiden Experten. Als Folge hätten EM-Aktien und -Anleihen zwischen 2011 und 2022 eine äußerst schwache Wertentwicklung verzeichnet.

Erwartungen niedrig

„Auch jetzt sind die Erwartungen an die Emerging Markets aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage noch niedrig: Die Inflation ist hoch, das chinesische Wachstum hat sich verlangsamt, und ein neuer Rohstoff-Superzyklus ist unwahrscheinlich. Die attraktiv bewerteten Währungen schaffen jedoch günstige Bedingungen, damit EM-Länder und -Unternehmen die Herausforderungen inmitten einer Verlagerung der Risiken bewältigen können“, heißt es weiter. Nach dem vergangenen Jahrzehnt biete sich Anlegern mit den heutigen Währungsniveaus deshalb eine gute Ausgangslage, um sich dem Aufbau eines sorgfältig zusammengesetzten Portfolios aus EM-Aktien und -Anleihen mit attraktivem Erholungspotenzial zu widmen.

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