Türkei

Legende von der Lira-Manipulation

Die an Irrungen und Wirrungen wahrlich nicht arme Währungskrise in der Türkei ist um eine weitere Kuriosität reicher: Die Bankenbehörde hat 26 Strafanzeigen wegen vermeintlicher Kursmanipulation eingereicht.

Legende von der Lira-Manipulation

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Die an Irrungen und Wirrungen wahrlich nicht arme Währungskrise in der Türkei ist um eine weitere Kuriosität reicher: Die Bankenbehörde hat 26 Strafanzeigen wegen vermeintlicher Kursmanipulation eingereicht. Die Anzeigen treffen den früheren Zentralbankchef Durmus Yilmaz und weitere, teils hochrangige Persönlichkeiten aus Finanzwirtschaft und Medien. Ihr Vergehen: Sie haben in den vergangenen Monaten im Kurznachrichtendienst Twitter Regierung und Notenbank für deren inkompetentes, weil ideologisch motiviertes Vorgehen in Sachen Lira-Abwertung und Inflation kritisiert und sind dadurch zur Zielscheibe geworden. Diese Methode hat System: Schon vor Wochen hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan begonnen, eine Legende von angeblichen Manipulationen auf dem Devisenmarkt zu stricken. Die Regierung und ihr de jure oder de facto unterstellte Behörden werfen verbale Blendgranaten, um von den eigentlichen Gründen für den Währungsabsturz – Zinssenkungen bei steigender Inflation und taumelnder Währung – abzulenken.

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