Kreditinstitute

Konsolidierung in Italiens Bankenwelt

Bei vielen italienischen Banken stehen in den nächsten Tagen Hauptversammlungen an. In mehreren Fällen werden dabei nicht nur personelle, sondern auch strategische Weichen gestellt: Angesichts wachsender Risiken mit einem zu erwartenden Anstieg...

Konsolidierung in Italiens Bankenwelt

Bei vielen italienischen Banken stehen in den nächsten Tagen Hauptversammlungen an. In mehreren Fällen werden dabei nicht nur personelle, sondern auch strategische Weichen gestellt: Angesichts wachsender Risiken mit einem zu erwartenden Anstieg fauler Kredite und einer geringen Rentabilität vieler Institute rechnen Beobachter wie Andrea Enria, Vorsitzender des Bankenaufsichtsmechanismus SSM der Europäischen Zentralbank (EZB), mit einer neuen Konsolidierungswelle.

Der Bankenverband ABI und andere Wirtschaftsvertreter fordern eine Verlängerung des Moratoriums für die Rückzahlung von Krediten von insgesamt 293 Mrd. Euro. Außerdem verlangen sie eine Verlängerung der staatlichen Darlehensgarantien von 6 auf mindestens 15 Jahre. Beobachter glauben, dass andernfalls eine Katastrophe auf dem laut Enria zu stark fragmentierten Bankenmarkt droht. Viele Institute brauchen Partner.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Genueser Sparkasse Carige und die viertgrößte Bank Italiens, die mehrheitlich staatliche Monte dei Paschi di Siena (MPS), die privatisiert werden muss und dringend Kapital braucht. Die französische Crédit Agricole ist gerade dabei, Creval zu übernehmen. Angeblich sprechen die Mailänder BPM und Bper (Volksbank der Emilia-Romagna) über einen Zusammenschluss zur dann drittgrößten Bank des Landes. Spekulationen gibt es auch um Unicredit: Entweder als möglicher Käufer der Monte dei Paschi oder als Teil eines Bündnisses mit der Versicherung Generali und der Investmentbank Mediobanca.

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