Imageschaden

Iberdrola-Chef bestreitet Verantwortung im Abhörskandal

Der Vorsitzende von Iberdrola, Ignacio Sánchez Galán, hat jegliche Verantwortung für den Abhörskandal, in den er und der spanische Energieversorger verwickelt sind, abgestritten.

Iberdrola-Chef bestreitet Verantwortung im Abhörskandal

ths

Der Vorsitzende von Iberdrola, Ignacio Sánchez Galán, hat jegliche Verantwortung für den Abhörskandal, in den er und der spanische Energieversorger verwickelt sind, abgestritten. Der langjährige Chef des größten Stromkonzerns des Landes sagte am Dienstag vor dem Nationalen Gerichtshof in Madrid aus. Er ist angeklagt wegen Urkundenfälschung, Bestechung und Verletzung der Privatsphäre.

Iberdrola hatte zwischen 2004 und 2017 mehrfach die Dienste von José Manuel Villarejo in Anspruch genommen, einem früheren Polizeikommissar, der als Privatdetektiv zahlreiche Vorstände, Politiker und andere Persönlichkeiten im Auftrag für andere ausspioniert hat und dafür zu langen Haftstrafen verurteilt wurde. Im Falle von Iberdrola beschnüffelte Villarejo etwa den Vorsitzenden des Konkurrenten Endesa, Manuel Pizarro, oder den Chef des Bauriesen ACS, Florentino Pérez. Der Detektiv schleuste sich auch in Umweltschutzgruppen ein, die Plänen für ein Kraftwerk von Iberdrola im Wege standen.

Sánchez Galán will von alledem nichts gewusst haben und schob vor dem Richter die Schuld auf andere. Der damalige Leiter der Sicherheitsabteilung, Antonio Asenjo, habe eigenständig gehandelt. Als Vorsitzender sei er für die Strategie des Unternehmens zuständig, sagte Sánchez Galán laut spanischen Medien.

Iberdrola, Analysten und Aufseher sind wegen des Imageschadens be­sorgt. Im Dezember unterband der Regulierer im US-Bundesstaat New Mexico den Kauf des Stromversorgers PNM durch die Spanier und führte als einen der Gründe das laufende Gerichtsverfahren an.