Sparkassen

Neth führt Sparkassen im Ländle

Als Nachfolger von Peter Schneider an der Spitze des Sparkassenverbands Baden-Württemberg (SVBW) wurde Matthias Neth, der Landrat des Hohenlohekreises, gewählt. Er tritt sein Amt am 1. Mai 2024 an.

Neth führt Sparkassen im Ländle

Von Thomas Spengler, Stuttgart

Das Rennen um die Nachfolge von Peter Schneider an der Spitze des Sparkassenverbands Baden-Württemberg (SVBW) ist entschieden. Die Mitglieder der Verbandsversammlung wählten am Freitag Matthias Neth, den Landrat des Hohenlohekreises, zu ihrem neuen Präsidenten. Neth wird das Amt des Verbandsvorstehers, wie es laut Sparkassengesetz offiziell heißt, zum 1. Mai 2024 von Schneider übernehmen. Die Amtsperiode dauert sechs Jahre.

Neth setzte sich auf einer vorgezogenen Verbandsversammlung des SVBW in Stuttgart gegen seinen Rivalen, den 60-jährigen Landrat des Landkreises Calw, Helmut Riegger (beide CDU), offenbar mit deutlicher Mehrheit durch. Dem Vernehmen nach hatte sich der promovierte Verwaltungsjurist während mehrerer Vorstellungsrunden bereits im Vorfeld als Favorit herauskristallisiert.

Darüber hinaus verkörpert der gebürtige Stuttgarter mit seinen 43 Jahren einen Generationswechsel an der Verbandsspitze. Kraft seines Landratsamtes ist Neth Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Hohenlohekreis (Bilanzsumme 2,3 Mrd. Euro) und damit eng mit der Sparkassenwelt verbunden.

Dies gilt auch für Riegger, der als Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw die größte ihrer Art im Ländle beaufsichtigt. Der Diplom-Verwaltungswirt, dem der Ruf eines Machers in seinem Landkreis vorauseilt, ist offenbar manchem Beobachter aus dem Sparkassenlager altersbedingt nur als Übergangskandidat auf dem Präsidentensessel erschienen. Mit Matthias Neth habe man einen erfolgreichen Landrat mit großer administrativer und wirtschaftlicher Erfahrung an die Spitze der Sparkassen-Finanzgruppe Baden-Württemberg gewählt, sagte Schneider. Wahlberechtigt waren die Verwaltungsratsvorsitzenden, die Vorstandsvorsitzenden und die Trägerabgeordneten der 50 Sparkassen sowie der SVBW-Präsident – insgesamt 151 Personen.

Nach Studium und Promotion leitete Neth 2009 im Landratsamt Böblingen das Amt für Bauen und Gewerbe, bevor er 2010 als Referent ins Innenministerium Baden-Württembergs wechselte. Anschließend war er Referent für Wirtschaftspolitik im Staatsministerium und Parlamentsrat in der CDU-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg. 2013 wählte ihn der Kreistag des Hohenlohekreises zum Landrat.

Im Sparkassenlager spielt der Präsident des SVBW eine Schlüsselrolle, die unter anderem auf dem 40,5-prozentigen Anteil des Verbands an Deutschlands größter Landesbank, der LBBW, beruht.

Bis zum Ende seiner Amtszeit wird der heute 64-jährige Schneider 18 Jahre lang an der Spitze des bundesweit einflussreichen Verbandes ge­standen haben. Aufgrund seines starken Standings dürfte der Amtsinhaber auch nicht als „Lame Duck“ enden. Vielmehr dürfte er in seinem letzten Amtsjahr noch einige Projekte in trockene Tücher bringen wollen – etwa die Fusion der LBS Südwest mit der LBS Bayern. Außerdem will er seinen Nachfolger gut einarbeiten. Am 30. April 2024 soll aber dann auch Schluss ein. „Dann gibt’s nur eins“, sagt Schneider: „Türe zu, Schlüssel umdrehen und wegwerfen.“