IT-Dienstleister

Bechtle spürt Schwäche im PC-Geschäft

Der IT-Dienstleister Bechtle bekam im zweiten Quartal die schwächelnde PC-Nachfrage zu spüren. Für das zweite Halbjahr ist der MDax-Konzern jedoch zuversichtlicher.

Bechtle spürt Schwäche im PC-Geschäft

Bechtle spürt Schwäche
im PC-Geschäft

Nachfrage nach Digitalisierungsprojekten ungebrochen hoch

dpa-afx Neckarsulm

Der IT-Dienstleister Bechtle geht nach einem weniger schwunghaften Geschäft im zweiten Quartal von einer Belebung im Rest des Jahres aus. In den Monaten April bis Juni spürte der MDax-Konzern die Schwäche der PC-Nachfrage vor allem in seinem Online-Elektronikhandel, während IT-Projekte weiter gut liefen.

Nun geht Vorstandschef Thomas Olemotz von einer besseren Stimmung im Mittelstand aus und rechnet sich dadurch wieder mehr Chancen aus. Die im MDax notierte Aktie stieg am Freitagmorgen um 2,5% auf 41,14 Euro. In diesem Jahr hat der Kurs bereits um fast ein Viertel an Wert gewonnen, allerdings war der Titel im Vorjahr auch stark unter Druck geraten. Im Herbst 2021 war die Aktie noch fast 70 Euro wert.

Bechtle hält an Prognose fest

Olemotz bestätigte am Freitag die Finanzprognose für das laufende Jahr. Die Nachfrage nach Digitalisierungsprojekten sei ungebrochen hoch. “Natürlich sehen auch wir bei Bechtle die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die damit einhergehenden Unsicherheiten”, sagte der Manager laut Mitteilung. Gleichzeitig sei die Notwendigkeit des digitalen Umbaus in der IT unverändert gegeben. “Daher gibt es für uns keine Veranlassung, trotz der derzeit angespannten Stimmungslage, an unserem optimistischen Blick auf das zweite Halbjahr und das Gesamtjahr 2023 etwas zu ändern.”

Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz um 6,5% auf 1,51 Mrd. Euro, das war ein geringeres Wachstum als noch im ersten Jahresviertel mit knapp 12%. Im Geschäft mit dem Einrichten und Managen von IT-Systemen und -Netzwerken kletterten die Erlöse zwar nicht mehr so stark wie im ersten Jahresviertel, wuchsen aber dennoch prozentual zweistellig. Im Onlinehandel mit Elektronik gab es allerdings einen Umsatzrückgang um fast 5%. Das Geschäft ist die kleinere Sparte bei Bechtle.

Vorsteuermarge bleibt stabil

Das Vorsteuerergebnis kletterte in den Monaten April bis Juni im Jahresvergleich um 5,9% auf 93,8 Mill. Euro. Die entsprechende Marge lag stabil bei 6,2%. Im Vergleich mit dem ersten Jahresviertel war das eine Verbesserung um 1 Prozentpunkt. Unter dem Strich steigerte Bechtle den Nettogewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7% auf 66 Mill. Euro.

Ein Händler sah den Vorsteuergewinn im zweiten Quartal über den Erwartungen, das könne der Aktie helfen. Analyst Knut Woller von der Baader Bank sprach von einer positiven Überraschung hinsichtlich der im Jahresvergleich stabil gehaltenen Marge.

Olemotz peilt weiter einen deutlichen Anstieg des Umsatzes im Gesamtjahr von 5 bis 10% an (Vorjahr: 6 Mrd. Euro). Der Vorsteuergewinn soll sich parallel zum Erlös entwickeln, die Vorsteuermarge etwa bei 5,8% bleiben.