Immobiliengeschäft

Corestate muss Bilanzwerte weiter herabsetzen

Beim Immobilien-Investmentmanager Corestate Capital schlagen Abschreibungen und Risikovorsorge mit 453 Mill. Euro zu Buche. Vor allem die Krise um den Stratos-II-Fonds belastet.

Corestate muss Bilanzwerte weiter herabsetzen

hek Frankfurt

Der stark angeschlagene Immobilien-Investmentmanager Corestate Capital kündigt weitere Wertberichtigungen in dreistelliger Millionen-Euro-Höhe an. Denn der Stratos-II-Fonds hat die Rücknahme der Anteilscheine bis auf Weiteres ausgesetzt. Dieser Schritt schlägt voll auf die Corestate-Tochter Helvetic Financial Services (HFS) durch. Wie Corestate mitteilt, belaufen sich Abschreibungen auf den Firmen- und Markenwert sowie eine Risikovorsorge für ausstehende Performancegebühren und Brückenfinanzierungen der HFS auf insgesamt 392 Mill. Euro. Hinzu kommt noch eine Herabsetzung der Firmenwerte bei der Corestate Bank um 61 Mill. Euro.

Der Stratos-Fonds ist in die Bredouille geraten, weil viele Investoren ihr Geld abziehen wollen. Im Jahresabschluss 2021 hatte Corestate bereits 175 Mill. Euro auf den Goodwill der HFS abgeschrieben, die als Anlageberater der Stratos-Fonds agiert und sich zu den führenden Anbietern für Immobilien-Finanzierungslösungen mit Private-Debt-Strukturen im deutschsprachigen Raum zählt. Zusätzlich steckte Corestate 46 Mill. Euro in die Risikovorsorge „insbesondere für kurzfristige Bilanzpositionen mit kritischen Fälligkeiten“. Die Vorlage des geprüften Konzernabschlusses musste das Unternehmen verschieben.

Corestate kämpft ums Überleben, weil demnächst Anleihen im Gesamtvolumen von knapp einer halben Milliarde Euro zurückgezahlt werden müssen. Ende November 2022 ist die Wandelschuldverschreibung fällig, die laut Firmenangaben ein Volumen von 180 Mill. Euro hat. Mitte April 2023 folgt die Unternehmensanleihe (298 Mill. Euro). Corestate hat Finanz- und Rechtsberater an Bord geholt, um mit Bondgläubigern eine Lösung für die Refinanzierung zu sondieren.

In der Mitteilung berichtet Cor­estate von verschärften Belastungen im operativen Geschäft. Zinsanstieg und steigende Inflationsraten führten zu einem Einbruch der Transaktionsvolumina im Gesamtmarkt. Daher habe der Vorstand die Kostensenkungsmaßnahmen erweitert.

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