Modehandel

Orsay schlüpft unter Schutzschirm

Der Modehändler Orsay sucht unter dem insolvenzrechtlichen Schutzschirm Zuflucht vor seinen Gläubigern. Zu diesen gehört auch der Wirtschaftsstabilisierungsfonds.

Orsay schlüpft unter Schutzschirm

ab Köln

Der Modefilialist Orsay will sich im Rahmen eines insolvenzrechtlichen Schutzschirmverfahrens sanieren. Das Amtsgericht Offenburg bestellte Felix Höpker aus der Kanzlei White & Case zum vorläufigen Sachwalter der Orsay GmbH, wie die Kanzlei mitteilte. Zur Generalbevollmächtigten wurde Katrin Schröder von K&L Gates erkoren. Von dem Schutzschirmverfahren ist einzig das deutsche Geschäft betroffen. Die GmbH ist die Obergesellschaft der Gruppe, die nicht nur das deutsche Filialnetz mit 197 Läden betreibt, sondern auch Zentralfunktionen für Tochterunternehmen in Österreich, der Schweiz und Osteuropa erbringt. Knapp 1 200 Beschäftigte werden gezählt. Orsay selbst gehört zur französischen Unternehmerfamilie Mulliez, zu der auch Auchan, Decathlon und Pimkie gehören.

Erst im August hatte Orsay einen 33 Mill. Euro schweren Hilfskredit vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds erhalten. Das reichte offenbar nicht, um die durch die Coronakrise verschärfte Lage zu entspannen. Im Zuge der diversen staatlich verfügten Ladenschließungen war der Umsatz 2020 um fast ein Drittel auf 257 Mill. Euro eingebrochen. Orsay war jedoch schon vor der Pandemie in schwieriges Fahrwasser geraten, insbesondere die Verschiebung vom ­stationären zum Online-Handel ­hatte das Unternehmen gefordert. Mit Höpker und Schröder sind zwei in der Modeindustrie erfahrene Sanierer an Bord. Beide begleiteten das Schutzschirmverfahren der Orsay-Schwester Pimkie/Framode. K&L Gates war zudem in das StaRUG-Verfahren von Eterna Mode involviert.