Energie

Zu Jahresbeginn Ökostrom im Aufwind

Günstige Wetterbedingungen haben zum Jahresbeginn die Ökostromproduktion in Deutschland nach oben getrieben.

Zu Jahresbeginn Ökostrom im Aufwind

Reuters/dpa-afx Düsseldorf/Berlin – Günstige Wetterbedingungen haben zum Jahresbeginn die Ökostromproduktion in Deutschland nach oben getrieben. Aus erneuerbaren Energien seien im ersten Quartal 74,5 Mrd. Kilowattstunden Strom erzeugt worden, teilen der Energieverband BDEW und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) mit. Dies sei ein Zuwachs von fast 25%. Insbesondere die ersten beiden Monate seien ungewöhnlich windig gewesen.

Das stürmische Wetter im Februar habe mit 20,6 Milliarden Kilowattstunden sogar für einen neuen Rekordmonat in der Stromerzeugung aus Windenergie gesorgt. Dies habe dazu beigetragen, dass erneuerbare Energien im Januar und Februar insgesamt 54% des Stromverbrauchs deckten. Der März habe für diese Jahreszeit überdurchschnittlich viele Sonnenstunden gebracht.

Die Solarwirtschaft rechnet vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs mit einem weiteren Anziehen der Nachfrage nach Sonnenstrom-Anlagen bei Eigenheimbesitzern. „Bei vielen unserer Mitgliedsunternehmen füllen sich gerade kräftig die Auftragsbücher“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Carsten Körnig, der Deutschen Presse-Agentur. Für konkrete Jahresprognosen sei es aber noch zu früh. Vor allem gewerbliche Investitionen in Solartechnik würden stark von der weiteren Ausgestaltung politischer Rahmenbedingungen abhängen.

Körnig räumte eine „angespannte Situation in den Material-Liefer­ketten“ infolge der Pandemie ein. „Wir sind aber zuversichtlich, dass sich diese in der zweiten Jahreshälfte, spätestens 2023, entspannen wird.“ Auf nennenswerte Zulieferungen aus Russland oder der Ukraine sei die Branche nicht angewiesen. Allerdings sei die Suche nach ge­eigneten Fachkräften wie in den meisten anderen Branchen „durchaus heraus­fordernd“.

Nach seinen Angaben werden in Deutschland rund 10% des Stromverbrauchs aus Photovoltaik (PV) gedeckt. Insgesamt seien derzeit Anlagen mit einer Kapazität von 60 Gigawatt installiert. Im vergangenen Jahr, einem eher unterdurchschnittlichen Sonnenjahr, hätten die Anlagen rund 50 Terawattstunden Solarstrom erzeugt. 2021 wurden nach Verbandsangaben in Deutschland rund 5,5 Gigawatt an PV-Leistung neu installiert. Davon entfielen etwa 40% auf Ein- und Zweifamilienhäuser, rund 30% auf Gewerbedächer und 30% auf Solarparks. Die Bundesregierung will die installierte Solarstromleistung bis 2030 um weitere 140 auf 200 Gigawatt erhöhen.

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