Biotechnologie

Curevac hofft auf zweite Generation

Das Tübinger Unternehmen rechnet sich Chancen für einen Impfstoff aus, der gegen neue Varianten des Coronavirus entwickelt wird.

Curevac hofft auf zweite Generation

swa Frankfurt

Nach den enttäuschenden Ergebnissen in den ersten Projekten für einen Corona-Impfstoff rechnet sich Curevac nun größere Chancen mit Vakzinen der zweiten Generation aus. Diesen Impfstoffkandidaten entwickelt das Tübinger Biotechunternehmen gemeinsam mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK). Er habe in einer präklinischen Studie eine stärkere und schnellere Immunantwort und einen höheren Schutz gezeigt, teilen beide Unternehmen mit. Dies habe sich bei allen ausgewählten Virusvarianten ergeben, auch bei der hochansteckenden Delta-Variante. Voraussichtlich im vierten Quartal wollen Curevac und GSK damit beginnen, den neuen Impfstoff in einer klinischen Studie der Phase 1 am Menschen zu erproben.

Auch andere Pharmafirmen arbeiten zum Schutz vor Mutanten an Vakzinen der zweiten Generation – als Auffrischung oder Grundimmunisierung. In klinischen Tests sind hier unter anderen Biontech/Pfizer, Moderna, Gritstone und Sanofi/GSK. Biontech/Pfizer haben gerade Daten aus der Phase-1-Studie an die US-Gesundheitsbehörde FDA geliefert.

Curevac strebt auch für ihren ersten Impfstoff weiterhin eine Zulassung bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA an und reicht weitere klinische Daten ein. Nach den Worten von CEO Franz-Werner Haas zeigt der Impfstoffkandidat der ersten Generation in der Altersgruppe zwischen 18 und 60 Jahren „ein solides Wirksamkeitsprofil“.

Finanziell sieht sich das Unternehmen nach den Worten von Finanzchef Pierre Kemula in der Lage, die Geschäftsentwicklung „weiter zu beschleunigen“ und die „damit verbundenen Mehrkosten abzusichern“. Curevac habe das erste Halbjahr mit einer Cash-Position von 1,36 Mrd. Euro abgeschlossen. Parallel zum Corona-Vakzin arbeitet die Gesellschaft an einer Verbreiterung ihrer Produktpipeline. Im Zwischenbericht weist Curevac für die ersten sechs Monate wegen höherer Kosten für Forschung und Entwicklung einen Verlust vor Steuern von 264 Mill. Euro aus nach 36 Mill. in der Vorjahreszeit.