Übernahmeangebot

Hella-Aktionäre sind jetzt am Zug

Hella und Faurecia wollen zusammengehen. Nun soll die Zustimmung der freien Aktionäre eingeholt werden. Auch diverse Kartellbehörden müssen noch grünes Licht geben.

Hella-Aktionäre sind jetzt am Zug

ak Düsseldorf – Die Führung des Hella-Konzerns hat auf der Hauptversammlung des Automobilzulieferers die industrielle Logik des geplanten Zusammenschlusses mit dem französischen Wettbewerber Faurecia betont. Faurecia hatte Anfang der Woche die Angebotsunterlagen vorgelegt und unterbreitet den freien Aktionären – wie angekündigt – eine Offerte von 60 Euro je Aktie. Die Angebotsfrist läuft bis zum 25. Oktober, danach wird es voraussichtlich eine weitere zweiwöchige Frist bis 11. November geben.

Am 14. August hatte sich die Eigentümerfamilie von Hella mit Faurecia über das Zusammengehen geeinigt. Die Familienaktionäre verkaufen ihr Paket von 60% an die Franzosen. Das kombinierte Unternehmen steigt zur Nummer 7 unter den Automobilzulieferern weltweit auf und peilt für 2025 eine deutliche Umsatzsteigerung auf mehr als 33 Mrd. Euro an. Heute kommen die Konzerne gemeinsam auf 23 Mrd. Euro. Aktuell leiden beide Unternehmen unter der globalen Halbleiterknappheit und haben vor einer Woche ihre Finanzziele gekürzt.

„Hella und Faurecia ergänzen sich optimal“, betonte Hella-Chef Rolf Breidenbach auf der virtuellen Hauptversammlung. Das betreffe Kundengruppen – die Franzosen sind bei ihren heimischen Autoherstellern stark, die Lippstädter bei deutschen Produzenten – und Produkte. Eine Mindestannahmequote für die Offerte existiert nicht.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Transaktion ist die Freigabe durch diverse Kartellbehörden – unter anderem der EU, USA, Chinas und Russlands – bis Ende Juni 2022. Faurecia beziffert die Transaktionskosten in der Angebotsunterlage auf 30 Mill. Euro. Für den Paketerwerb sind zudem 40 Mill. Euro Kosten entstanden. Der maximale Finanzierungsbedarf für die Franzosen liegt bei 6,8 Mrd. Euro. Dafür stehen eine Brückenfinanzierung sowie rund 1,2 Mrd. Euro Barmittel bereit.

In Kürze will die Verwaltung von Hella ihre gesetzlich vorgeschriebene begründete Stellungnahme zu dem Angebot vorlegen. Breidenbach kündigte auf der HV wenig überraschend an, dass den Aktionären die Annahme aller Voraussicht nach empfohlen werde. Im Falle eines erfolgreichen Zusammengehens erhält die Geschäftsführung von Hella laut Carl-Peter Forster, dem Vorsitzenden des Gesellschafterausschusses, einen Transaktionsbonus. Er werde sich für alle Mitglieder zusammen auf 3,7 Mill. bis 13 Mill. Euro belaufen.