Aktivistische Investoren

Mitsui Fudosan hebt verborgene Immobilienschätze

Japanische Immobilien haben sich im vergangenen Jahrzehnt teilweise deutlich verteuert. Aktivistische Investoren wollen davon profitieren.

Mitsui Fudosan hebt verborgene Immobilienschätze

Mitsui Fudosan hebt verborgene Immobilienschätze

Hedgefonds Elliott drängt Projektentwickler zum Verkauf

mf Tokio

Mitsui Fudosan, mit einem Börsenwert von 4,6 Bill. Yen (28 Mrd. Euro) der größte Immobilienentwickler in Japan, will in den nächsten drei Jahren Immobilienvermögen im Eigenbesitz im Wert von insgesamt 2 Bill. Yen (12,2 Mrd. Euro) verkaufen. Damit beugt sich das Unternehmen dem Druck des US-Hedgefonds Elliott Management, der vor zwei Monaten eine Beteiligung an Mitsui
Fudosan offenlegte. Elliott nannte die Ankündigung einen „positiven Schritt nach vorne“.

Als erster aktivistischer Investor hat der Hedgefonds von Paul Singer die milliardenschweren Immobilienschätze in den japanischen Bilanzen entdeckt. So steht der 54-stöckige Wolkenkratzer Tokyo Midtown mit Büros, Ritz-Carlton-Hotel und viel Einzelhandel im Herzen der Hauptstadt mit 190 Mrd. Yen in der Bilanz von Mitsui Fudosan. Dieser Buchwert berücksichtigt die Kosten für Grundstück und Bau und die Abschreibungen seit der Einweihung 2007, nicht aber die Wertsteigerung um das 2,6-Fache auf geschätzte 500 Mrd. Yen.

Kräftig gestiegene Immobilienpreise

Laut einer Analyse der Investmentbank CLSA klafft landesweit eine riesige Lücke von 22 Bill. Yen (134 Mrd. Euro) zwischen den Buch- und Marktwerten von Immobilien in den Bilanzen von börsennotierten Unternehmen. CLSA beziffert den Buchwert mit 44 Bill. Yen und schätzt den Marktwert auf 66 Bill. Yen. Denn viele Unternehmen haben ihre Immobilien lange gehalten und abgeschrieben. Doch im letzten Jahrzehnt sind die Preise für Grundstücke und Gebäude kräftig gestiegen. Durch die ultralockere Geldpolitik der Notenbank konnten Investoren nämlich Immobilien mit hohem Kredithebel leichter erwerben.

Ziele für Aktivisten

Japan ist derzeit einer der weltweit heißesten Märkte für aktivistische Investoren, weil Börse und Regierung die Unternehmen zu höheren Kapitalrenditen drängen. Nach Elliott dürften nun auch andere Aktivisten bei Konzernen mit verborgenen Immobilienschätzen einsteigen. Zum Beispiel bei Mitsubishi Estate, die vor über einem Jahrhundert das Bankenviertel Marunouchi erwarb. Viele Grundstücke und Gebäude gehören bis heute zu dem Konzern. Das 22 Jahre alte Marunouchi Building am Tokioter Bahnhof zum Beispiel steht mit 100 Mrd. Yen in der Mitsubishi-Bilanz, dürfte aber heute mit 570 Mrd. Yen mehr als das Fünffache wert sein.

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