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Redaktion

KOMMENTAR - ÖLMARKT
Der Austritt des Golf-Emirats Katar aus dem Ölkartell Opec ist nicht der Grund, dass der Ölpreis zu Wochenbeginn um fast 5 % gestiegen ist. Dafür ist das Land, das nach 57 Jahren Opec-Mitgliedschaft ab 2019 nicht mehr dabei ist, schlicht zu unbedeutend als Ölförderland. Katar, das mit anderen Golfstaaten wie Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten im Konflikt steht und von diesen isoliert wird, setzt mehr auf den Gasmarkt und ist der größte Anbieter von verflüssigtem Erdgas - LNG. Der Schritt ist aber symbolisch: Die Opec ist um eines der ältesten Mitglieder ärmer und auf noch 14 Mitglieder geschrumpft.

Preisrelevant ist die Einigung zwischen Saudi-Arabien und Russland, die sich am Rande des G20-Gipfels auf eine Verlängerung der Förderkürzungen über 2018 hinaus geeinigt haben. Auch die kanadische Provinz Alberta hat eine Drosselung der Ölproduktion angekündigt, was im Markt als "unorthodoxer" Schritt bewertet wird. Keine solchen Schritte gibt es von den USA. Laut einer Schätzung der Energy Information Administration dürften die Vereinigten Staaten 2018 Russland als Förderland Nummer 1 überholt haben und sich weit vor Saudi-Arabien gesetzt haben - wobei zuletzt von dort aber deutlich höhere Fördermengen kolportiert wurden. Es ist aber zu erwarten, dass mit einem höheren Ölpreis die US-Schieferölproduzenten ihre Produktion ausweiten. Auch die Produktion im sogenannten Permian-Becken in Texas dürfte deutlich anziehen. Mike Loya vom Ölhandelshaus Vitol sagte kürzlich, die Opec müsse lernen, mit den dort zu erwartenden riesigen Fördermengen zu leben.

Die Entscheidung von Saudi-Arabien und Russland, die für den am Donnerstag angesetzten Opec-Gipfel wegweisend sein dürfte, wird wohl nur temporäre Effekte zeitigen. Der Ausstieg eines der ältesten OPEC-Mitglieder Katar ist nur ein weiterer Fingerzeig für den zunehmenden Bedeutungsverlust des Kartells, das ohne Saudi-Arabien nur wenig Gewicht haben würde. Länder wie Angola, Kongo, Iran, Irak, Libyen oder Venezuela haben alle teilweise hausgemachte Probleme, welche die Berechenbarkeit ihrer Förderung untergraben. Im Fall Iran behindern die Sanktionen der USA die Modernisierung der Produktion.

Die USA stehen dabei als lachender Dritter abseits und haben ihre eigene Agenda unter US-Präsident Trump. Der mag niedrige Ölpreise. Nur darf jetzt der Konflikt um das Emirat Katar, hinter dem auch die Türkei und Iran stehen, und Saudi-Arabien nicht eskalieren. Trump hat ein Interesse daran - sonst wäre der Ölpreis bald deutlich höher.


Börsen-Zeitung, 04.12.2018, Autor Dietegen Müller, Nummer 233, Seite 1, 366 Wörter

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