Inflation

Weniger deutsche Firmen planen Preiserhöhungen

Nach dem rasanten Anstieg der Inflation in Deutschland in den Jahren 2021 und 2022 nimmt aktuell die Zuversicht zu, dass sie zumindest ihren Hochpunkt überschritten haben könnte. Eine neue Ifo-Umfrage nährt diese Zuversicht.

Weniger deutsche Firmen planen Preiserhöhungen

ms Frankfurt

Die Serie etwas positiverer Nachrichten von der Inflationsseite in Deutschland setzt sich fort. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Münchener Ifo-Instituts war im Dezember unter dem Strich der Anteil jener Unternehmen, die in den kommenden Monaten ihre Preise erhöhen wollten, so niedrig wie seit mehr als einem Jahr nicht mehr. Das verstärkt die Hoffnung, dass die Teuerung ihren Höhepunkt überschritten hat und künftig nachgibt. Zugleich deutet aber auch die neue Umfrage an, dass der Rückgang der Teuerung langwierig wird.

Nach dem rasanten Anstieg der Inflation in den Jahren 2021 und 2022 nimmt aktuell die Zuversicht zu, dass sie zumindest ihren Hochpunkt überschritten haben könnte – auch in Deutschland. Im Oktober war die Teuerungsrate nach EU-harmonisierter Berechnung (HVPI) bis auf 11,6% hochgeschnellt – so hoch wie seit den 1950er Jahren nicht mehr. Seitdem hat sie unerwartet deutlich auf 9,6% im Dezember nachgegeben. Zudem hat sich zuletzt auch der Preisdruck auf den vorgelagerten Stufen abgeschwächt. Weil das Bild im Euroraum ähnlich ist, hat auch die Hoffnung auf eine weniger aggressive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zugenommen – was die Börsen befeuert.

Die neue Ifo-Umfrage nährt nun die Inflationszuversicht. Das entsprechende Barometer für die Preiserwartungen der Unternehmen sank im Dezember für die Gesamtwirtschaft auf 40,3 Punkte – nach 46,2 im November. Die Punkte geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Laut Ifo wollen aktuell etwa 45% der Betriebe ihre Preise anheben, während nur 5% Senkungen planen.

Der im Dezember verzeichnete Rückgang ist bereits der dritte in Folge und der Wert ist nun der niedrigste Stand seit Oktober 2021. „Damit dürfte sich der Anstieg der Erzeuger- und Verbraucherpreise in den kommenden Monaten allmählich verlangsamen“, sagte der Leiter der Ifo-Konjunkturprognosen, Timo Wollmershäuser. Er fügte indes hinzu: „Allerdings werden die Inflationsraten weiterhin hoch bleiben.“

Die Ifo-Experten rechnen in diesem Jahr mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von 6,4%, gemessen an der nationalen Berechnung (VPI). Im Jahr 2022 war die VPI-Rate mit 7,9% so hoch ausgefallen wie noch nie seit Bestehen der Bundesrepublik. 2024 soll sie dann laut Ifo auf 2,8% fallen.

Im Dezember gingen die Preiserwartungen im verarbeitenden Gewerbe und Bauhauptgewerbe am kräftigsten zurück (siehe Grafik). Aber auch im Handel und bei den Dienstleistern planen Unternehmen seltener, mehr Geld von ihren Kunden zu verlangen. Die kräftigsten Preisanhebungen werden im Lebensmittel-Einzelhandel erwartet.