Neobroker

7 bis 11 Prozent Rendite für Trade-Republic-Kunden

Knapp die Hälfte der Kunden des Neobrokers sind tatsächlich Newcomer am Aktienmarkt und sind mit mehr als einem Drittel ihres Vermögens investiert. Ihr Ziel: Gegen die Rentenlücke ansparen.

7 bis 11 Prozent Rendite für Trade-Republic-Kunden

bg Frankfurt –

Privatanleger, die über Trade Republic handeln, verfolgen mehrheitlich langfristige Anlagestrategien, um für das Alter vorzusorgen. Das ist das zentrale Ergebnis einer vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) durchgeführten umfragebasierten Studie, an der über 200 000 Anleger teilnahmen. Dabei hatte Trade Republic dem DIW Econ anonymisierte Kunden- und Handelsdaten zur Verfügung gestellt. Aus dem hohen Rücklauf ergibt sich, dass knapp die Hälfte der Befragten Erstanleger sind, die 37% ihres Gesamtvermögens am Kapitalmarkt anlegen.

Es zeige sich, dass eine neue Generation von Anlegern heranwachse, die einen signifikanten Teil ihres Vermögens am Kapitalmarkt investiere, so Alexander Kritikos, Ökonom und Senior Research Associate des DIW Econ. „Dieses Geld wird breit gestreut angelegt mit dem Ziel, langfristig zu sparen.“ Mehr als 70 % sind den Daten zufolge mit langfristigem Anlagehorizont dabei, gut ein Viertel sind weibliche Anleger.

Aktien und ETFs dominieren

Zur Portfoliostruktur wurde festgestellt, dass rund 85 % des Vermögens in Aktien und ETFs angelegt wurden und nur 2% in Derivate. Die DIW-Analyse zeige, wie drängend das Problem der Rentenlücke für viele junge Menschen sei, die einen signifikanten Teil ihres Vermögens am Kapitalmarkt investieren, so Trade-Republic-Mitgründer Christian Hecker. Diese Menschen würden „eigenständig, gut informiert und vor allem langfristig sparen“.

Jungen Anlegern wird gerne unterstellt, dass sie uninformiert und risikoreich in Aktien investieren – der Hype um Meme Stocks und Tech-Werte wurde in den USA von digital organisierten Gruppen der Plattform Reddit angefeuert. Auch in Deutschland wurden Aktien wie Gamestop zeitweise so wild gehandelt, dass die Abwicklung von Trades kaum noch möglich war.

Der Anteil von Retail am Handelsgeschehen hat zugenommen, wozu auch Neobroker wie Robinhood in den USA und Trade Republic in Deutschland beitrugen; solange die Indizes bei aller Volatilität zulegten, verzeichneten Anleger meist Depotgewinne. Mit dem Bröckeln der Kurse sind nun selektive Handelsstrategien gefragt. Gestützt auf die Daten der Studie hält Hecker die These von blind und riskant handelnden Trade-Republic-Kunden für widerlegt. Kritikos plädierte dafür, das veränderte Anlegerverhalten bei den Überlegungen für eine Reform der Altersvorsorge zu berücksichtigen.

Auffallend ist, dass der anfangs ausschließlich über das Smartphone zugängliche Smartbroker tatsächlich eine junge Klientel angelockt hat: Rund 70% der Erstanleger sind unter 35 Jahre alt, die Hälfte davon 18 bis 26 Jahre alt. Ebenfalls aufschlussreich: 77% der Nutzer investieren, weil es an lukrativen Alternativen fehlt. Das Thema Negativzins hat also die breite Masse erreicht und zum Handeln bewogen. Dabei legen Erstanleger eine gewisse Risikoaversion an den Tag. Während mehr als 19% der erfahrenen Anleger angaben, dass ihre Risikotoleranz hoch sei, unterstützten dies weniger als 11% der Erstanleger.

Je erfahrener die Anleger sind, desto besser schneiden sie bei der Rendite ab. Im Median erzielten Trade-Republic-Nutzer im Zeitraum von Januar 2019 bis April 2021 eine jährliche Rendite von über 7%. Je länger die Nutzer investiert waren, desto höher waren ihre Aussichten auf eine positive Rendite. So haben Nutzer, die länger als zwölf Monate mit Trade Republic investieren, im Median eine Rendite von 11% erzielt.

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