Moody's entzieht A-Status

Aareal Bank verliert Top-Rating

Wegen der anhaltenden Gewerbeimmobilienkrise und der Risikovorsorge für notleidende Kredite hat Moody's der Aareal Bank deren A-Ratings entzogen.

Aareal Bank verliert Top-Rating

Aareal Bank verliert Top-Rating

Moody’s stuft Bonität wegen Gewerbeimmobilienkrise runter

phh Frankfurt

Die Aareal Bank hat ihre erstklassige Bonität verloren. Wie die Ratingagentur Moody’s mitteilte, hat sie mehrere Bonitätsnoten für den Wiesbadener Immobilienfinanzierer um eine Stufe von „A3“ auf „Baa1“ gesenkt und mit einem negativen Ausblick versehen. Davon betroffen sind unter anderem das langfristige Emittenten-Rating sowie die Ratings für langfristige Einlagen (Long-Term Deposits) und bevorrechtigte unbesicherte Schuldtitel (Senior Unsecured Debt).

Damit liegen die für den Kapitalmarkt relevanten Ratings zwar immer noch deutlich im Investment-Grade-Bereich. Der Verlust des A-Status bedeutet gemäß der Abstufungslogik von Moody’s jedoch, dass die Fremdkapitalinstrumente der Bank spekulativen Charakter haben können. Substanzielle Kreditrisiken (Non-Investment Grade) sieht Moody’s aber erst ab einem „Ba1“-Rating, zu dem die Bank aber noch zwei Stufen Puffer hat.

Das sogenannte Baseline Credit Assessment (BCA) hingegen senkte Moody's von „baa3“ auf „ba1“, womit das BCA-Rating aus dem Investment-Grade-Bereich herausfällt. Mit dem BCA-Rating misst Moody's die für sich stehende intrinsische Stärke einer Bank. Das BCA ist kein selbständiges Rating, dient diesen aber als Input.

Moody's reagiert bei Aareal Bank auf Gewerbeimmobilienkrise

Die Bonitätsherabstufung ist eine Reaktion auf die anhaltenden Probleme in der gewerblichen Immobilienfinanzierung, insbesondere bei Büroimmobilien in den USA. Als Spezialfinanzierer mit hohem Kreditengagement in den USA ist die Aareal Bank Risiken in diesem Sektor besonders stark ausgesetzt. Ende 2023 betrug das gewerbliche Immobilienfinanzierungsportfolio der Aareal Bank 32,5 Mrd. Euro, wovon 29% auf Nordamerika entfielen. Büros machen 28% des Portfolios aus.

Moody’s begründet die Rating-Herabstufung damit, dass der zyklische Abschwung bei US-Büroimmobilien die Assetqualität und Profitabilität der Bank nachhaltiger beeinträchtigen würde als bisher angenommen. Positiv hebt Moody’s hervor, dass die Aareal Bank solide kapitalisiert sei sowie über gute Liquidität und ein diversifiziertes Refinanzierungsprofil verfüge.

Aareal Bank baut NPL-Portfolio ab

Die Ratingagentur weist aber auch auf die hohen Konzentrationsrisiken in der gewerblichen Immobilienfinanzierung hin. Zwar versuche die Aareal Bank die Profitabilität des Software-Dienstleistungsgeschäfts (Aareon) zu steigern, doch nach Ansicht von Moody’s kann das Geschäft aktuell die Risiken im Kreditgeschäft noch nicht kompen­sieren.

Vielmehr geht Moody’s davon aus, dass die Gewinne der Bank weiterhin durch höhere Risikovorsorge belastet werden, die aus einem Anstieg notleidender Kredite (Non-Performing Loan, NPL) resultieren. Die Bank hatte Ende Februar angekündigt, im ersten Quartal den Bestand von notleidenden US-Büroimmobilien um 500 Mill. Euro zu reduzieren.

Bereits Mitte Februar hatte die Ratingagentur S&P das Emittenten-Rating der Deutschen Pfandbriefbank (PBB) heruntergestuft. Wie die Aareal Bank kämpft auch die PBB mit den Widrigkeiten im Gewerbeimmobilienmarkt.

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