Geldwäscheprävention

FATF präsentiert Mängelliste für Deutschland

Die Financial Action Task Force (FATF) hat Deutschland am Freitag diverse Defizite in der Geldwäscheprävention bescheinigt, aber auch Fortschritte anerkannt.

FATF präsentiert Mängelliste für Deutschland

bn Frankfurt

Der globale Anti-Geldwäsche-Regulierer Financial Action Task Force (FATF) fordert Deutschland zur Verbesserung seiner Geldwäscheprävention auf. In bestimmten Bereichen seien deutliche Fortschritte vonnöten, hat die FATF, deren Bericht in einigen Monaten publiziert werden soll, festgestellt.

Handlungsbedarf konstatiert der Regulierer mit Blick auf eine effiziente Überwachung des Privatsektors, besonders außerhalb der Finanzbranche, den Zugang zu Informationen über wirtschaftlich Berechtigte, das Sammeln und die Auswertung von Informationen durch alle relevanten Behörden, einschließlich der beim Zoll angesiedelten Financial Intelligence Unit (FIU) und Strafverfolgungsbehörden, sowie bei der Priorisierung von Untersuchungen und der Strafverfolgung von Geldwäschedelikten. Angesichts der deutschen Staatsangehörigkeit von FATF-Präsident Marcus Pleyer, dessen Mandat zum Monatsende ab­läuft, trug in Berlin FATF-Vizepräsidentin Elisa de Anda Madrazo die Einschätzungen vor. In deutschen Aufseherkreisen war man nicht zu­letzt nach dem Wirecard-Skandal auf ein bestenfalls durchwachsenes Zeug­nis eingestellt. Deutschland habe Fortschritte gemacht, erkennt die FATF an. So sei die technische Einhaltung der FATF-Standards stark. Zudem bemühe sich das Land um ein besseres Verständnis von Geldwäsche und Terrorfinanzierung sowie um eine bessere Koordination zwischen Bund und Ländern.

Nach viertägigen Beratungen beschloss die FATF, Malta von der grauen Liste zu nehmen und Gibraltar auf diese zu setzen. Pleyer verwies in diesen Zusammenhang unter anderem auf von den dortigen, auf Ausländer ausgerichteten Glücksspielanbietern ausgehende Risiken.

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