Archegos

Fehlanreiz kann Milliarden kosten

Ob Archegos oder Structured Alpha: Die Finanzbranche kämpft mit einem grundsätzlichen Anreizproblem und bezahlt dafür mitunter mit Milliarden.

Fehlanreiz kann Milliarden kosten

jsc

Die Finanzbranche verbrennt sich immer wieder mit verlustreichen Milliardengeschäften die Finger, wie in diesen Tagen gleich zwei Berichte in Erinnerung riefen. So muss sich die Allianz von den US-Strafverfolgern vorhalten lassen, dass Manager der Tochter Allianz Global Investors die Risiken der Investmentvehikel der berüchtigten Structured­-Alpha-Reihe mit mutmaßlich kriminellen Methoden verschleiert hatten. Die Credit Suisse wiederum darf mehr als ein Jahr nach Pleite des US-Hedgefonds Archegos in einer Studie der ESMA nachlesen, wie sich die Risiken bereits in den Wochen zuvor im Derivatemarkt aufgebaut hatten. Die Fälle sind unterschiedlich, deuten aber auf ein Grundproblem: Verantwortliche Manager oder ganze Konzerneinheiten profitieren von hohen Gewinnen, die besonders riskante Geschäfte oft genug abwerfen. Die Risiken aber werden vom ganzen Konzern geschultert, im schlimmsten Fall gar von Staat und Gesellschaft. Dieser Fehlanreiz kann zu übermäßigen Risiken einladen. Eine Lösung des Problems ist leider kompliziert, wie Skandal für Skandal deutlich wird.