Whistleblower

Rekordsumme für Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank

Die US-Aufsichtsbehörde CFTC zahlt Insidern zufolge einem Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank eine Rekordbelohnung von fast 200 Mill. Dollar für die Aufdeckung eines Skandals um manipulierte Zinssätze.

Rekordsumme für Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank

BZ Frankfurt

Die US-Aufsichtsbehörde CFTC zahlt Insidern zufolge einem Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank eine Rekordbelohnung von fast 200 Mill. Dollar für die Aufdeckung eines Skandals um manipulierte Zinssätze. Die U.S. Commodity Futures Trading Commission (CFTC), die für die Kontrolle der Derivatemärkte zuständig ist, kündigte die Belohnung in einer Mitteilung an, nannte aber keine näheren Details. Wie es bei der Nachrichtenagentur Reuters weiter heißt, hatten Behörden im vergangenen Jahrzehnt weltweit Strafen in Milliardenhöhe gegen Banken und Händler verhängt sowie Strafverfahren angestrengt, nachdem langjährige Manipulationen wichtiger Referenzzinssätze wie des Libor-Satzes bekannt wurden.

Fall reicht weit zurück

Zwei mit dem Fall vertrauten Personen zufolge war der Whistleblower früher bei der Deutschen Bank be­schäftigt. Sie lehnte am Freitag eine Stellungnahme zu den Informationen ab. Die Kanzlei Kirby McInerney teilte mit, die von ihr vertretene Person habe die Rekordsumme zugesprochen bekommen, da sie 2012 um­fangreiche Informationen und Dokumente zur Verfügung gestellt habe. Dies habe Untersuchungen der CFTC und einer ausländischen Behörde beschleunigt. Den Namen der Person nannte sie nicht.

In den USA wurde im Juli ein Gesetz verabschiedet, um das CFTC-Whistleblower-Programm aufrechtzuerhalten. Das „Wall Street Journal“ hatte im Mai berichtet, das Programm sei aufgrund einer erwarteten hohen Auszahlung an einen Deutsche-Bank-Manager gefährdet. Diese stehe im Zusammenhang mit dem Vergleich über 2,5 Mrd. Dollar, auf den sich die Deutsche Bank vor einigen Jahren mit Aufsehern wegen der Libor-Manipulationen geeinigt hatte. Die CFTC lehnte eine Stellungnahme ab.

Die CFTC-Commissioner Dawn Stump (Republikanerin) sprach sich in einer Stellungnahme, die dem Wall Street Journal Online vorlag, dagegen aus, bei der Höhe der Belohnung teilweise auf die Strafzahlung einer ausländischen Behörde abzustellen. Das sei vorher noch nie Praxis gewesen, so Stump weiter.

SEC-Maximum 114 Mill. Dollar

Der höchste Betrag, den die Securities and Exchange Commission (SEC) jemals an einen Whistleblower gezahlt hat, fiel 2020 mit etwa 114 Mill. Dollar an. Die Whistleblower-Programme wurden 2010 mit dem Dodd-Frank Act geschaffen, um einen erneuten Betrug ähnlich dem von Bernie Madoff zu verhindern.

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