Anlegerstimmung

Fonds unter Schock

Die Turbulenzen in der Bankenbranche haben die Fonds schwer geschockt. Das zeigt die globale Umfrage von Bank of America. Die Fonds halten ein systemisches Kreditereignis nun für das größte Risiko.

Fonds unter Schock

ck Frankfurt

Die mit dem Kollaps der Silicon Valley Bank (SVB) begonnenen Turbulenzen in der Branche haben die Fonds schwer geschockt. Das zeigt die globale Fondsmanagerumfrage der Bank of America (BoA), die im Zeitraum vom 10. bis zum 16. März durchgeführt wurde. Mehrere Kennzahlen für die Stimmung der Fonds befinden sich vor dem Hintergrund der Bankenturbulenzen auf Tiefen, die während der großen Krisen der zurückliegenden 20 Jahre gesehen worden sind.

Laut der Umfrage, die in der Zeit zwischen dem Kollaps der SVB und dem Höhepunkt der Credit-Suisse-Krise stattfand, wird ein systemisches Kreditrisiko nun als das größte Risiko angesehen. 31% nannten dies als das größte Risiko vor hoher Inflation (25%) und falkenhaften Notenbanken (15%). Im Februar hatte noch die Inflation (40% der Befragten) an erster Stelle gelegen vor der Geopolitik (17%) und einer schweren Rezession (16%).

Zu den Größen, die auf Tiefen vergangener Krisen abgesackt sind, zählt beispielsweise die Einschätzung der weltwirtschaftlichen Aussichten. Der Nettoanteil der Umfrageteilnehmer (Saldo aus positiven und negativen Antworten in Prozent der Befragten), die auf Sicht von zwölf Monaten ein schwächeres globales Wachstum erwarten, ist vom Februar auf den März von 35% auf 51% hochgeschnellt. Während vergangener Krisen wie der Pandemie und der Großen Finanzkrise hat dieser Anteil Höhen von 49% und 65% erreicht. Der Anteil der Fonds, die mit einer schlechteren Entwicklung der Unternehmensgewinne rechnen, sank allerdings gegenüber dem Vormonat um 8 Prozentpunkte auf 57%. Aber auch dies ist nicht allzu weit von den während des Corona-Schocks (64%) und der Finanzkrise (74%) erreichten Werten entfernt.

Kassaquoten bei 5,5 Prozent

Der Durchschnitt der von den Fonds angegebenen Kassaquoten hat sich auf 5,5% nach 5,2% erhöht und ist damit erstmals seit dem Oktober 2022 wieder gestiegen. Zum Vergleich: Während der Finanzkrise und des Corona-Schocks erreichten die Quoten Werte von 5,4% und 5,9%. Die Untergewichtung von Aktien ist dagegen zurückgegangen. Netto 27% der Fonds nach im Vormonat 31% sind nun in Aktien untergewichtet. Während der Finanzkrise und des Corona-Schocks erreichten die Anteile Werte von 45% und 27%.

Flucht aus Bankaktien

Die Turbulenzen in der Branche haben bei den Fonds eine Flucht aus Bankaktien ausgelöst beziehungsweise die Sektorallokation kollabieren lassen, wie es die BoA formuliert. Waren im Februar noch netto 22% der Befragten in der Branche übergewichtet, sind nun per saldo 3% untergewichtet. Unter den Regionen war der Euroraum der große Gewinner. Der Nettoanteil in der Region übergewichteter Fonds stieg im Vormonatsvergleich um 10 Prozentpunkte auf 19%. Dagegen erhöhte sich der Anteil der im amerikanischen Aktienmarkt untergewichteten Fonds um 10 Prozentpunkte auf netto 44%.