Chemie

BASF forciert Wandel zur Nachhaltigkeit

Die Chemieindustrie steht in der Umweltdiskussion oft in der Kritik, BASF will mit neuen Technologien entscheidend zur Transformation beitragen.

BASF forciert Wandel zur Nachhaltigkeit

swa Frankfurt

Die Zeiten, in denen die Chemie als Hersteller von Plastik und Tensiden in der Umweltdebatte am Pranger steht, sollen aus Sicht der BASF endgültig vorbei sein. Die ökologische Transformation der Gesellschaft wird ohne Chemie nicht möglich sein, zeigt sich Melanie Maas-Brunner überzeugt – sie ist Chief Technology Officer im BASF-Vorstand. Weltweit arbeiteten Forscherinnen und Forscher an innovativen Lösungen, um alternative Rohstoffquellen zu erschließen sowie kli­maschonende Herstellungsprozesse und Produkte zu entwickeln. Das Thema Recycling wird groß geschrieben, zum Beispiel bei der Wiederaufarbeitung von Batterien für E-Autos.

Weltweit beschäftigt BASF 10000 Mitarbeitende in Forschung und Entwicklung. Maas-Brunner räumt ein, dass die Forschungsabteilungen im Konzern im eingeleiteten Kostensenkungsprogramm nicht außen vor stehen, doch BASF werde sich hier bei Kürzungen auf einzelne Punkte beschränken, um die Innovationskraft insgesamt nicht zu schwächen. „Für uns ist es eine Daueraufgabe, unsere Kompetenzen weiter auszubauen“, sagt die Managerin. Dazu zähle beispielsweise, CO2-freien Wasserstoff zu generieren, die Elek­trifizierung der Produktionsprozesse und die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben, neue Rohstoffquellen zu erschließen oder digitale Werkzeuge noch effizienter zu nutzen.

Dass sich Investitionen in Forschung und Entwicklung auszahlten, zeige der Umsatz mit Produkten, die BASF in den vergangenen fünf Jahren auf den Markt gebracht habe. Diesen beziffert das Management auf über 11 Mrd. Euro. Bei Anzahl und Qualität ihrer Patente sieht sich BASF innerhalb der chemischen Industrie in führender Position. Viele Anmeldungen entfielen bereits auf Innovationen mit besonderem Fokus auf Nachhaltigkeit.

„Viele der Technologien, die zukünftig eine klimaneutrale Gesellschaft ermöglichen werden, sind heute noch nicht erfunden“, sagt Maas-Brunner. Die Herausforderungen der Zukunft seien technologieoffen zu meistern. „Dafür brauchen wir Allianzen mit allen Akteuren in der Industrie, der Wissenschaft, in Politik und Gesellschaft. Der Schulterschluss zwischen Unternehmen und Gesetzgeber ist dabei besonders wichtig, denn wir brauchen gute Rahmenbedingungen für unser Handeln“, sagt Maas-Brunner.

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