Siemens

Verkaufs­kandidat mit 14.000 Beschäftigten

Siemens legt Aktivitäten mehrerer Einheiten zusammen und will sich von diesem neuen Unternehmen perspektivisch trennen.

Verkaufs­kandidat mit 14.000 Beschäftigten

mic München

Siemens entscheidet sich gegen den geplanten Einzelverkauf der Einheit Large Drives Applications, den die Vertreter der Arbeitnehmer offensiv bekämpft hatten. Stattdessen will der Münchner Konzern dieses Getriebe- und Motorengeschäft mit der Einheit Sykatec und Teilen des Geschäfts Motion Control der Sparte Digital Industries zusammenschließen und sich anschließend von diesen Aktivitäten trennen.

Damit solle eine neue Einheit mit eigener Rechtsform geschaffen werden, die rund 3 Mrd. Euro erlöse und etwa 14000 Menschen beschäftige, sagte Siemens-Vorstandsvorsitzender Roland Busch auf der Bilanzpressekonferenz in München. Sie sei mit dieser Beschäftigtenzahl rund doppelt so groß wie die Einheit Large Drives Applications alleine. Das neue Unternehmen adressiere einen Markt von gut 20 Mrd. Euro für Elektrifizierung und Stromumwandlung.

Finanzvorstand Ralf Thomas sagte, man werde mit ruhiger Hand den besten Eigentümer suchen. Er erklärte, langfristig gebe es keinen Fit von Siemens mit dem künftigen Unternehmen: „Für die Zukunft ist keine Option ausgeschlossen.“ Er sprach explizit eine Börsennotierung oder einen Verkauf an. „Wir machen es dann, wenn es am besten ist“, fügte Thomas hinzu. Dies werde höchstwahrscheinlich nicht 2023 sein, also frühestens erst 2024.

Antriebstechnik bleibt

Der Carve-out von Large Drives Applications komme zwar gut voran, sagte Busch. Dabei sei jedoch offensichtlich geworden, dass diese künftige Gesellschaft in der Wertschöpfungskette und bei Fertigungstechnologien viel gemeinsam habe mit Sykatec. Diese Aktivitäten gehören zu der Siemens-Einheit Portfolio Companies, die die Randaktivitäten von Siemens bündelt. Außerdem gebe es Gemeinsamkeiten mit Niederspannungs- und Getriebemotoren und dem Spezialgeschäft für präzise Motorspindeln, der sogenannten Weiss Spindeltechnologie. Diese gehören zum Bereich Motion Control von Digital Industries.

Das Geschäft der Business Unit Motion Control bei Digital Industries mit der Antriebstechnik und den Werkzeugmaschinensystemen sei strategisch wichtig und gehöre zum Kern von Siemens, betonte Busch: „Dort planen wir zukünftig weiter zu investieren.“

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