Externe Berater

Britische Regierung gibt Inhouse Consulting auf

Boris Johnsons Ex-Stratege Dominic Cummings wollte, dass der Staat strategische Beratungsleistungen selbst erbringt, statt auf externe Berater zurückzugreifen. Nun wird die dafür eingerichtete Einheit aufgelöst.

Britische Regierung gibt Inhouse Consulting auf

Die britische Regierung hat der „Financial Times“ zufolge eine Einheit aufgegeben, die strategische Beratungsleistungen und Training für Staatsdiener anbieten sollte. Sie sei von Boris Johnsons ehemaligem Chefstrategen Dominic Cummings angestoßen worden und vor nicht ganz zwei Jahren an den Start gegangen. Ziel der inoffiziell unter dem Namen „Crown Consultancy“ bekannten Einheit sei gewesen, die Kosten für externe Berater zu senken. Wie das Blatt berichtet, zogen es die Ministerien jedoch vor, auch weiterhin externe Berater wie und (EY) zu beauftragen. Es habe zwar keine offizielle Verlautbarung gegeben, aber der Abschiedsumtrunk sei bereits geplant. Die Einheit habe zuletzt lediglich 40 Mitarbeiter beschäftigt.

Externe Berater spielen im Regierungsviertel Whitehall eine große Rolle. Wie der „Telegraph“ zu Jahresbeginn berichtete, sind die Ausgaben für mit der Suche nach geeignetem Personal beauftragte Headhunter von 953 000 Pfund im Jahr 2018 auf 7 585 000 Pfund im Jahr 2021 gestiegen. Dabei gibt es bereits einen hauseigenen Government Recruitment Service.

Die oppositionelle Labour Party bemerkte damals, dass man dafür 200 Feuerwehrleute, Hebammen oder Krankenschwestern ein Jahr lang bezahlen könnte. Die Regierung führte zur Rechtfertigung die Pandemie ins Feld. Im Ende März 2021 abgelaufenen Fiskaljahr belief sich das Volumen der an die „Big 4“ – Deloitte, EY, und – vergebenen Aufträge dem Blatt zufolge auf 1,2 Mrd. Pfund.

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