Wohneigentum

IW: Immobilien erschwinglicher als vor 40 Jahren

Das IW hat berechnet, dass es Wohneigentum heutzutage erschwinglicher ist als noch 1980. Es gibt aber andere Hemmnisse als damals.

IW: Immobilien erschwinglicher als vor 40 Jahren

IW: Immobilien erschwinglicher als vor 40 Jahren

ba Frankfurt

Trotz der kräftigen Zinssteigerungen in den vergangenen Jahren ist es einer IW-Studie zufolge heutzutage deutlich einfacher, Wohneigentum zu erwerben, als noch vor 40 Jahren. Denn in den 1980er Jahren waren die Preise zwar deutlich niedriger als heute, schreibt IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer. Zugleich lagen aber die Bauzinsen "in aus heutiger Sicht unvorstellbarer Höhe – bei mehr als 10%". Zudem seien die Einkommen in den vergangenen vier Jahrzehnten kräftig gewachsen. Erst seit 2016 habe sich die Lage wieder verschlechtert.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat aus den drei Faktoren Kaufpreis, Bauzinsen und Einkommen, die bestimmen, wie billig oder teuer eine eigene Immobilie ist, für jedes Quartal seit 1980 einen Erschwinglichkeitsindex berechnet: Dazu werden die Kosten eines Darlehens für ein durchschnittliches Eigenheim, das in 20 Jahren getilgt werden soll, in Relation zum jeweiligen Durchschnitts-Einkommen gesetzt. 1980 stand der Index bei 100, im dritten Quartal 2016 lag der Tiefpunkt bei 28,6 Punkten. Zuletzt stieg er auf 41 Punkte.

Voigtländer zufolge sind es "andere Umstände, die heute den Immobilienkauf erschweren": Die Prioritäten hätten sich verändert, die durchschnittliche Wohnfläche pro Einwohner sei zwischen 1991 und 2020 um fast 12 m2 gestiegen. Zudem stiegen viele Menschen erst später in den Beruf ein und hätten somit nicht das nötige Eigenkapital. 2018 hatten "gerade einmal 15% aller Mieter mehr als 60.000 Euro auf dem Konto – für eine durchschnittliche Immobilie meist zu wenig", erklärte der IW-Experte.

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