US-Außenhandel

US-Handelsdefizit steigt weiter

Der Fehlbetrag im US-Außenhandel ist im Januar stark gestiegen. Insbesondere konnte die EU ihren bilateralen Überschuss gegenüber den USA deutlich steigern.

US-Handelsdefizit steigt weiter

det Washington

– Das Defizit im US-Außenhandel ist im Januar deutlich stärker gestiegen, als Ökonomen dies vorausgesagt hatten. Wie das Handelsministerium meldete, kletterte der Fehlbetrag um 9,4% auf 89,7 Mrd. Dollar. Erwartet hatten Bankvolkswirte ein Minus von nur etwa 86 Mrd. Dollar. Die Ausfuhren gaben um 1,7% nach, während die Einfuhren um 1,2% anzogen. Der Passivsaldo im Handel mit Waren legte um 7,1 Mrd. Dollar zu, und der Überschuss, den US-Dienstleistungsunternehmen verzeichneten, schrumpfte um 0,6 Mrd. Dollar. Im Vorjahresvergleich stieg das Gesamtdefizit um 37,7%.

Ein deutlicher Rückgang wurde beim Export von Verbraucherprodukten, insbesondere Pharmazeutika, gemessen. Höhere Werte ermittelte das Ministerium außerdem vor allem bei importierten Autos und anderen industriellen Lieferungen. Die höchsten Defizite wurden wie auch zuvor gegenüber China, der Europäischen Union, Mexiko und Kanada gemessen. Zuvor hatte das Ministerium gemeldet, dass das Defizit im Warenhandel im Januar den höchsten Stand in der Geschichte erreicht hatte.

Zwar ging im Handel mit Waren der saisonbereinigte Fehlbetrag gegenüber dem Reich der Mitte leicht zurück und lag bei 33,3 Mrd. Dollar. Die EU konnte ihren Überschuss von 16,3 auf 18,0 Mrd. Dollar steigern. Einige Ökonomen erwarten zudem, dass aufgrund schwächeren Wachstums die Importnachfrage demnächst wieder etwas nachlassen wird und dies das Defizit nach unten drücken könnte. Dem könnte allerdings als Folge des Kriegs in der Ukraine der Anstieg des Dollarkurses entgegenwirken, der die Ausfuhren verteuert, meinen Experten.