Iberdrola

Fragwürdiger Sonderweg

Der CEO von Iberdrola, Ignacio Sánchez Galán, hat recht, wenn er Spanien und Portugal dafür kritisiert, einen iberischen Sonderweg vom europäischen Energiemarkt ausgehandelt zu haben.

Fragwürdiger Sonderweg

ths

Der CEO von Iberdrola, Ignacio Sánchez Galán, hat recht, wenn er Spanien und Portugal dafür kritisiert, einen iberischen Sonderweg vom europäischen Energiemarkt ausgehandelt zu haben. Madrid und Lissabon dürfen nun die hohen Erdgaspreise für die Stromerzeugung deckeln, um damit die Rechnung für die Verbraucher erträglicher zu machen. Natürlich ist es riskant, wenn einzelne Teilnehmer des europäischen Binnenmarktes ausscheren, da dies Nachahmer animiert. Doch Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez kämpft seit langem für eine generelle Reform der Regeln bei der Preisfindung in Europa. Die sehen vor, dass die teuerste Energiequelle den Preis für alle anderen vorgibt. Windkraft ist also genauso teuer wie der Strom aus Erdgas, dessen Preis nicht zuletzt durch den Ukraine-Krieg explodiert ist. Sánchez will mit Blick auf die Proteste der Bürger da nicht mehr mitmachen. Sánchez Galán bestand am Mittwoch auf einer „europäischen Lösung“ zur Eindämmung der hohen Strompreise. Doch einen konkreten Vorschlag blieb er schuldig.