ETF-Markt

Sündenfall bei Indexfonds

Ein US-Produktanbieter will einen ETF auf sogenannte Sünden-Aktien auflegen. Ein solches Vehikel erscheint aus der Zeit gefallen – dürfte aber durchaus auf Interessenten stoßen.

Sündenfall bei Indexfonds

xaw

Am Markt für Exchange-Traded Funds könnte bald das Laster Einzug halten. Denn der US-Produktanbieter Listed Funds Trust will offenbar einen Indexfonds aufsetzen, der Aktien und Hinterlegungsscheine von Glücksspiel-, Alkohol- und Cannabis-Unternehmen abbildet. Der Plan scheint aus der Zeit gefallen, gelten solche Sünden-Werte im Zuge des Nachhaltigkeitstrends an den Märkten bei vielen Investoren doch als verpönt. Zahlreiche Aktivfonds, aber auch eine wachsende Anzahl an Passivvehikeln schließen Titel aus diesen Branchen gezielt aus. Dass sich Marktteilnehmer nun vom Reiz des Verbotenen locken lassen, erscheint dementsprechend als gewagte These. Doch es gibt durchaus unmoralisch anmutende Aktien, die sich bei Analysten einer positiven Bewertung erfreuen. Denn fundamental sind die zugehörigen Unternehmen häufig vergleichsweise konjunkturrobust, gesündigt wird eben immer. Zugleich haben sich beispielsweise Casinokonzerne in der Pandemie wandlungsfähig gezeigt und haben innerhalb kurzer Zeit starke Präsenzen im Online-Glücksspiel aufgebaut.