Wahlkampf

Orbán-Herausforderer will den Euro für Ungarn

Der Herausforderer von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán bei der Wahl im kommenden Jahr strebt engere Beziehungen zur Europäischen Union an.

Orbán-Herausforderer will den Euro für Ungarn

Reuters

Der Herausforderer von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán bei der Wahl im kommenden Jahr strebt engere Beziehungen zur Europäischen Union an. Zu einer der Prioritäten Ungarns solle eine Neuausrichtung seiner Außenpolitik gehören, sagte der neue Oppositionsführer Peter Marki-Zay. „Das ist nicht nur ein symbolischer Schritt.“ Orbáns enge Beziehungen zur Russlands Präsident Wladimir Putin, China und der Türkei entsprächen nicht europäischen Werten. „Europäische Werte wie Integration, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und eine freie Marktwirtschaft sind für uns extrem wichtige Werte“, sagte der 49-Jährige, der am Sonntag als gemeinsamer Spitzenkandidat der Opposition gegen Orbán und seine national-konservative Fidesz-Partei für die Wahl im kommenden Jahr aufgestellt worden war. Der Kampf gegen Korruption sei ebenfalls ein Teil davon. Marki-Zay kündigte zudem an, den Euro in Ungarn einführen zu wollen.

Experten erwarten, dass Marki-Zay ein harter Gegner für Orban werden dürfte, da der gläubige siebenfache Familienvater bei der Abstimmung 2022 auch konservative Wähler ansprechen könnte. Marki-Zay hatte bereits bei seiner Wahl zum Bürgermeister in seiner Heimatstadt Hodmezövasarhely 2018 den Fidesz-Kandidaten ausgestochen. Ohnehin sieht sich der 58-jährige Orbán erstmals seit 2010 an der Urne mit einer geeinten Opposition konfrontiert. Umfragen zufolge liegen beide Lager faktisch gleichauf. „Ungarn sollte sich nicht gegen eine größere Verbundenheit in der EU stemmen“, sagte Marki-Zay. „Es ist inakzeptabel, sich nicht an der gemeinsamen Staatsanwaltschaft zu beteiligen, um korrupte Autokraten zu schützen.“

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